Zwei tödliche Unfälle in 45 Minuten: Fahrerin wird der Prozess gemacht

Zwickau - Es war einer der schlimmsten Unfälle dieses Jahres: Innerhalb von nur 45 Minuten starben am 9. Mai zwei Menschen bei zwei Zusammenstößen auf der Zwickauer Freitagstraße.

Der Fahrer (33) des verunfallten Hyundai verstarb noch an der Unglücksstelle.
Der Fahrer (33) des verunfallten Hyundai verstarb noch an der Unglücksstelle.  © Andreas Kretschel

Besonders der zweite Unfall hatte viele schockiert: Die Verursacherin (56) hatte zuvor im Stau des ersten Unglücks gestanden, als sie wendete und wenig später frontal in einen Hyundai (Fahrer: †33) krachte. Sie muss sich nun vor Gericht verantworten.

Gegen die damals 55-Jährige wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung erlassen: "Sie war infolge von Unachtsamkeit in einer Rechtskurve von ihrer Fahrspur abgekommen und in die Gegenfahrbahn geraten", sagte Ines Leonhardt, Sprecherin der Zwickauer Staatsanwaltschaft.

Den tödlichen Unfall hätte die Frau "durch Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt" verhindern müssen. Die Angeklagte wurde damals schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

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Für den Hyundai-Fahrer kam jede Hilfe zu spät, der 33-Jährige - ein verheirateter Grundschullehrer und Vater zweier kleiner Kinder - verstarb noch am Unfallort. Um die hinterbliebene Ehefrau zu unterstützten, kamen bei einer Spendenaktion auf "gofundme" wenig später mehr als 90.000 Euro zusammen.

Nach den beiden tödlichen Unfällen führte die Polizeidirektion an der Strecke ein Überholverbot ein. Die Zahl der Unfälle ging seitdem deutlich zurück.

Titelfoto: Andreas Kretschel

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