Zwickau erinnert an schwerstes Bergwerksunglück der DDR

Zwickau - In der Frühschicht waren 178 Bergleute eingefahren. 8.20 Uhr erschütterte eine schwere Explosion das gesamte Bergwerk.

Stilles Gedenken an das schwere Grubenunglück im Zwickauer Steinkohlewerk vom 22. Februar 1960.
Stilles Gedenken an das schwere Grubenunglück im Zwickauer Steinkohlewerk vom 22. Februar 1960.  © Kristin Schmidt

Die Grubenwehr reagierte schnell: "Ich war an diesem Tag gerade in meine Wohnung eingezogen, da holte man mich", erinnert sich der heute 88-jährige Hans Joachim Brattke (damals 24). "Ich war als einer der ersten von der Grubenwehr da, habe die Leute mit rausgeholt."

Die Geschehnisse von damals beschäftigen den heutigen Rentner immer noch: "Ich habe viele Einsätze gefahren, bis wir den Abschnitt wegen der Hitze schließen mussten. Ein Studienfreund ist unten geblieben."

Fast 90 Menschen gingen am heutigen Donnerstag zum alljährlichen stillen Gedenken zu dem Stein mit den Namen von 17 Bergleuten, die nicht geborgen oder zweifelsfrei identifiziert werden konnten. "Wir wollen die Erinnerung im Gedächtnis der Stadt erhalten", sagt Frieder Heinz (76) vom Zwickauer Steinkohlebergbauverein.

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"Ich selbst bin Bergmann der dritten Generation. Wir wollen nicht nur der Toten dieses Unglücks gedenken, es ist für uns ein Tag der Erinnerung an alle Opfer des Bergbaus."

Zeitzeuge Hans Joachim Bramke (88) und Vereins-Chef Frieder Heinz (76) führen den Zug auf dem Zwickauer Hauptfriedhof an.
Zeitzeuge Hans Joachim Bramke (88) und Vereins-Chef Frieder Heinz (76) führen den Zug auf dem Zwickauer Hauptfriedhof an.  © Kristin Schmidt
Mitglieder eines Rettungstrupps kurz vor der Einfahrt in den Zwickauer Unglücksschacht am 25. Februar 1960.
Mitglieder eines Rettungstrupps kurz vor der Einfahrt in den Zwickauer Unglücksschacht am 25. Februar 1960.  © dpa/ADN-Zentralbild

Was 1960 zu der Explosion in 1000 Metern Tiefe geführt hat, ist bis heute umstritten. Die Entzündung eines Methan-Kohlenstaub-Gemischs oder der unsachgemäße Umgang eines Bergmanns mit Sprengstoff? Frieder Heinz: "Wir haben damit abgeschlossen und lassen die Toten ruhen."

Titelfoto: Bildmontage: dpa/ADN-Zentralbild, Kristin Schmidt

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