Linke will erneut mit Ramelow in den Wahlkampf ziehen, CDU stichelt: "Ein Mann der Vergangenheit"

Erfurt - Die Parteispitze der Thüringer Linken hat Regierungschef Bodo Ramelow (66, Linke) als Ministerpräsidentenkandidaten für die Landtagswahl 2024 vorgeschlagen.

Die Parteispitze will Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) wieder ins Wahl-Rennen schicken.
Die Parteispitze will Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) wieder ins Wahl-Rennen schicken.  © Heiko Rebsch/dpa

Der 66-Jährige soll nach Auffassung des Landesparteivorstandes die Linke in den Wahlkampf führen, wie Landeschefin Ulrike Grosse-Röthig (43, Linke) am Samstag in Erfurt sagte. Die letzte Entscheidung über eine Spitzenkandidatur trifft ein Parteitag.

Erwartungsgemäß stieß die Personalie bei CDU und FDP auf Kritik. "Bodo Ramelow ist ein Mann der Vergangenheit, der leider nicht für Thüringen, sondern für seine Partei kandidiert", sagte CDU-Generalsekretär Christian Herrgott.

Auch FDP-Politiker Thomas Kemmerich (57) stichelt: "Thüringen braucht keinen selbsternannten Sonnenkönig."

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In Thüringen soll planmäßig 2024 ein neuer Landtag gewählt werden. Ramelow ist mit einer kurzen Unterbrechung seit 2014 Ministerpräsident und bislang der einzige Regierungschef in Deutschland mit Linke-Parteibuch. In seiner Rede warb er für einen reformorientierten Kurs und sagte, er kämpfe für eine eigenständige Mehrheit.

In einer Insa-Umfrage vom November lag die Linke in Thüringen mit 23 Prozent hinter der AfD um Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke, die in der Erhebung auf 25 Prozent Zustimmung kam. Die Thüringer AfD wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert extremistische Bestrebung eingestuft.

Für CDU-Generalsekretär Christian Herrgott (38) ist Ramelow "ein Mann der Vergangenheit".
Für CDU-Generalsekretär Christian Herrgott (38) ist Ramelow "ein Mann der Vergangenheit".  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

Zum anstehenden Wahlkampf sagte Ramelow, er wolle über seine Popularität auch eine Polarisierung erzeugen, damit man sich entscheiden müsse, wohin Thüringen steuere.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

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