Frost und Glätte zum Wochenstart: Jugendlicher stirbt bei Versuch, Schnee von Stromleitung zu räumen

Deutschland - Während das Glatteis im Westen Deutschlands weitgehend abklingt, müssen sich Menschen im Osten und Südosten des Landes weiterhin auf gefährliche Wetterverhältnisse einstellen. Dort besteht voraussichtlich noch bis in die Frühstunden des Dienstags erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen und Glatteis, wie Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte.

Im den rot markierten Bereichen warnt der DWD vor Glatteis.  © Bildmontage: Moritz Frankenberg/dpa, Screenshot/DWD

Auch im Osten und Nordosten gehe im Laufe der Nacht der Regen vielfach in gefrierenden Regen über. "Daher muss dort ab heute Abend mit Glatteis gerechnet werden."

In Brandenburg steht es den Eltern am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Präsenzpflicht sei für diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit.

Auch in anderen Bundesländern war der Schulbetrieb bereits eingeschränkt: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fiel der Präsenzunterricht an den Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr landesweit aus.

Unwetter Deutschland Winterchaos in ganz Deutschland: So lange beschäftigt uns Sturmtief "Elli" noch

TAG24 berichtet im Ticker über die aktuelle Lage.

Anzeige

12. Januar, 16.52 Uhr: Glätte sorgt für zahlreiche Unfälle auf Thüringens Straßen

Glatte Straßen haben zu zahlreichen Unfällen auf Thüringens Straßen geführt.

Ursache sei die nicht angepasste Geschwindigkeit vieler Autofahrer, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Besonders die A4 östlich des Hermsdorfer Kreuzes sei aktuell besonders von Einschränkungen betroffen.

Anzeige

12. Januar, 16.09 Uhr: Jugendlicher stirbt in Bayern bei Versuch, Schnee von Stromleitung zu räumen

Beim Versuch, eine Stromleitung von Schneemassen zu befreien, ist ein Jugendlicher in Oberbayern gestorben. Er habe die durchhängende Leitung am Freitag auf einem Hof in Kiefersfelden (Landkreis Rosenheim) bemerkt, teilte die Polizei mit. Beim Versuch, den Schnee mit einer Teleskop-Astschere aus Metall von der Leitung zu entfernen, habe er einen Stromschlag erlitten.

Der Jugendliche, der demnach in Begleitung zweier Freunde war, sei schwer verletzt per Hubschrauber in eine Klinik gebracht worden. Dort starb er laut Polizei am Sonntag an seinen schweren Verletzungen. Nach ersten Ermittlungen gehen die Beamten von einem tödlichen Unfall aus.

12. Januar, 15.34 Uhr: Mehrere Unfälle auf spiegelglatter Autobahn bei Nürnberg

Nach mehreren Unfällen auf glatter Fahrbahn warnt die Polizei in Mittelfranken vor Fahrten auf der Autobahn 6 südlich von Nürnberg.

In Fahrtrichtung Westen sei die A6 zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd und der Ausfahrt Langwasser gesperrt, weil dort ein Lastwagen brenne, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr sei im Einsatz. "Die Fahrbahn dort ist spiegelglatt", hieß es. Details sowie Angaben zu Verletzten konnte der Sprecher zunächst nicht machen.

12. Januar, 13.57 Uhr: Eltern fordern frühere Infos zu Schulschließungen in NRW

Die Landeselternschaft der Grundschulen fordert frühere Informationen über drohende Schulschließungen.

Wenn die Schulen bereits am Freitag auf ein solches Szenario für Montag hingewiesen worden seien, wäre es sinnvoll gewesen, auch die Eltern dabei einzubinden, sagte Vorsitzende Josephine Behrens der Deutschen Presse-Agentur. Dann hätten Eltern die Möglichkeit gehabt, schon über einen Plan B für die Betreuung der Kinder nachzudenken. So sei die Information über den landesweiten Distanzunterricht erst mit der Entscheidung der Landesregierung am Sonntagnachmittag erfolgt. Das sei gerade für berufstätige Eltern zu spät.

Künftig sollte es einen besseren Informationsfluss geben.

12. Januar, 13.43 Uhr: Suche nach mutmaßlich verunglücktem Eisbader in Wismar

Einsatzkräfte suchen in Wismar-Wendorf nach einem mutmaßlich verunglückten Eisbader.

Ein Zeuge habe gesehen, wie ein Mann auf einem Teich zum Baden ein Loch ins Eis gemacht habe und hineingegangen sei, sagte eine Polizeisprecherin. Danach sei der Mann nicht wieder aufgetaucht.

In Wismar suchen Einsatzkräfte nach einem vermissten Eisbader. (Symbolbild)  © Matthias Bein/dpa

12. Januar, 13.10 Uhr: Präsenzpflicht an Brandenburgs Schulen auch für Dienstag aufgehoben

Wegen erwarteter Wetter-Extreme und einer Unwetterwarnung wegen Glätte steht es den Eltern in Brandenburg am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Die Präsenzpflicht sei für diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit. Bereits am Freitag war die Präsenzpflicht wegen eines erwarteten Schneesturms aufgehoben worden.

12. Januar, 12.44 Uhr: Schwerin warnt vor Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen

Schwerin warnt vor Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen.

Die Temperaturen stiegen – und damit wachse die Gefahr, hieß es auf der Instagram-Seite der Landeshauptstadt. Menschen sollten nach Möglichkeit Bereiche unter Dachkanten meiden. "Achtet auf Warnhinweise und Absperrungen", so der Appell. Menschen sollten vor allem in der Innenstadt und an älteren Gebäuden aufmerksam sein.

Hauseigentümer rief die Stadt dazu auf, regelmäßig Dächer und Dachrinnen zu überprüfen und Eiszapfen sowie Schneemassen zu entfernen.

Herabfallende Eiszapfen können odertonlich weh tun. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

12. Januar, 12.19 Uhr: Inselschulen trotzen teilweise dem Wetter

Wetterbedingt fällt heute in Niedersachsen und Bremen der Präsenzunterricht an den Schulen aus – mit Ausnahmen auf den Ostfriesischen Inseln.

So bietet die Inselschule Langeoog regulären Unterricht für ihre rund 100 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse an, wie eine Mitarbeiterin sagte. Den Eltern sei es freigestellt worden, ob sie ihre Kinder schicken. Die meisten seien gekommen, obwohl die Straßen teilweise glatt seien.

Die Inselschule Wangerooge bietet ebenfalls Präsenzunterricht an, allerdings nur im Sekundarbereich, wie eine Mitarbeiterin sagte. Der Unterricht an der Grundschule falle witterungsbedingt aus, eine Notbetreuung werde angeboten.

Auf Norderney lassen dagegen Eis und Schnee keinen Präsenzunterricht zu. Dies betrifft sowohl die Grund- als auch die Kooperative Gesamtschule (KGS). "Wir haben Schneemassen ohne Ende", sagte eine Mitarbeiterin der KGS. "Teilweise ist es spiegelglatt."

12. Januar, 11.22 Uhr: Unwetterwarnungen für mehrere Kreise in Berlin und Brandenburg

Das Winterwetter setzt dem Verkehr in Berlin und Brandenburg weiter zu.

Der Deutsche Wetterdienst warnt ab den Abendstunden vor gefährlichen Verhältnissen durch Glatteis. Demnach gilt ab 20.00 Uhr für die Kreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Havelland, Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Spree-Neiße, Teltow-Fläming sowie die Städte Brandenburg, Cottbus und Potsdam eine Unwetterwarnung der Stufe drei von vier.

Bis zum Nachmittag können noch bis zu drei Zentimeter Neuschnee fallen, wie der DWD mitteilte. Bei milderen Werten geht dieser zuerst in der Südwesthälfte Brandenburgs, später auch im Nordosten in Regen über, der auf dem weiterhin kalten Boden überfrieren und zu Glatteis führen kann. Auch am Dienstagmorgen sei deshalb noch Vorsicht auf den Straßen geboten.

Bis zum Nachmittag können in Berlin und Brandenburg noch bis zu drei Zentimeter Neuschnee fallen.  © Moritz Frankenberg/dpa

12. Januar, 10.57 Uhr: Unwetterwarnung für den Westen von Mecklenburg-Vorpommern

Wegen Glatteises hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung für Teile Mecklenburg-Vorpommerns herausgegeben.

Demnach besteht im Westen des Landes ab Montagabend hohe Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen. Für den Rest des Landes hat der DWD bereits eine sogenannte Vorabinformation veröffentlicht. Demnach könnte es hier auch zu unwetterartigem Glatteis kommen, die Prognose für diese Gebiete ist allerdings bislang unsicherer.

Mehr zum Thema Unwetter Deutschland: