Zu warm und knochentrocken: So war das Wetterjahr 2025 in Sachsen
Dresden - Das vergangene Wetterjahr dürfte bei den meisten mit dem verregneten "Sommer" in Erinnerung geblieben sein. Doch die Erinnerung trügt. 2025 war im Freistaat in Summe zu warm (+1,6 Grad) und vor allem zu trocken (-20 % Niederschläge). Das Jahr war das dritttrockenste der letzten 30 Jahre. Die Folgen: Die sächsischen Böden zeigen zum Jahresbeginn schon bis 1,80 Meter Tiefe - vor allem in Mittel- und Nordsachsen - erhebliche Dürreerscheinungen. Außerdem unterschritten ganze 88 Prozent der sächsischen Grundwasserstände die monatstypische Höhe um durchschnittlich 54 Zentimeter. Wir lassen das zurückliegende Wetterjahr noch einmal Revue passieren.
Januar bis März
Januar - zu warm
Die Durchschnittstemperatur lag im Januar bei 2,4 Grad - ein Plus von 3,6 Grad zum langjährigen Mittel (-1,2 Grad), aber nur von 0,1 Grad für den Referenzzeitraum 1991-2020. In den Höhenlagen gab es dennoch fünf bis zehn Eistage. Mit 55 Litern pro Quadratmeter fiel der Niederschlag nur durchschnittlich aus und machte Sachsen zum trockensten Bundesland.
Februar - zu trocken
Mit 0,4 Grad war Sachsen im Bundesvergleich das zweitkälteste Bundesland. Besonders eisig war es am 18. Februar in Deutschneudorf-Brüderwiese mit dem deutschen Jahres-Kälterekord von -19,7 Grad. Trotzdem legte sich die Sonne ins Zeug - mit 106 Sonnenstunden (+51 %). Deutlich unter dem Monatsmittel lagen jedoch die Niederschläge mit nur 15 l/m² (43 l/m²).
März - zu trocken
Sachsen hatte mit 5,6 Grad (normal: 4,1 Grad) eine der niedrigsten Durchschnittstemperaturen im März. Im Erzgebirge gab es an über 20 Tagen Nachtfrost. Obwohl mit 24 l/m² nur knapp die Hälfte der üblichen Monatsmenge (47 l/m²) an Niederschlägen erzielt wurde, fiel die Trockenheit in Sachsen weniger extrem als in den meisten Bundesländern aus. Mit 197 Sonnenstunden (normal: 110 Stunden) erreichte der Freistaat Platz vier der vergangenen Jahrzehnte.
April bis Juni
April - zu warm & zu trocken
Der April verlief mit durchschnittlich 10,3 Grad (normal: 7,3 Grad) ungewöhnlich mild. Am 16. wurde sogar der erste meteorologische Sommertag des Jahres - mit teilweise über 26 Grad - in Sachsen registriert. Erneut fiel mit rund 29 l/m² nur etwa die Hälfte des monatlichen Solls (57 l/m²). Betrachtet man den Referenzzeitraum 1991-2020 (39 l/m²), fiel das Defizit nicht ganz so hoch aus. Mit 224 Stunden erzielte die Sonne ein Plus von etwa 50 Prozent.
Mai - durchschnittlich
Der Mai war sehr durchschnittlich. Mit einer Mitteltemperatur von 12,1 Grad (1991-2020: 13,2 Grad) war Sachsen deutschlandweit die kühlste Region. Bei den Niederschlägen kamen 53 l/m² zusammen (-20 %) und die Sonne schien 244 Stunden.
Juni - zu warm & zu trocken
Mit 18,4 Grad (normal: 15,6 Grad) war der Juni im Freistaat deutlich zu warm. Mit 48 l/m² wurden nur zwei Drittel der sonst üblichen Niederschläge (76 l/m²) erreicht. Lokal kam es jedoch zu heftigen Schauern und Gewittern, mit teils großen Niederschlagsmengen. Die Sonne schien 284 Stunden (201 Stunden).
Juli bis September
Juli - regenreich
Die sächsischen Sommerferien fielen buchstäblich ins Wasser. Häufige und kräftige Regenfälle brachten an 15 bis 20 Tagen viel Regen. So summierten sich die Niederschläge auf 118 l/m² - ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem längjährigen Mittel (69 l/m²), aber nur von 32 Prozent gemessen am Referenzzeitraum 1991-2020 (90 l/m²).
Glücksfall: Der Regen trug dazu bei, die verheerenden Waldbrände in der Gohrischheide schneller als erwartet unter Kontrolle zu bringen. Mit einer Mitteltemperatur von 18,3 Grad war der Juli recht durchschnittlich (normal: 17,2 Grad; 1991-2020: 18,5 Grad). Auch die Sonne ließ sich selten blicken und kam nur auf 183 Sonnenstunden (-13 %).
August - zu trocken
Der August war mit knapp 33 l/m² (normal: 77 l/m²) viel zu trocken. Das zeigt sich auch in 264 Sonnenstunden, gut 30 Prozent mehr als üblich. Im letzten Drittel des Monats gab es jedoch den ersten Bodenfrost im Erzgebirge. Dadurch erreichte die monatliche Durchschnittstemperatur "nur" 17,9 Grad (normal: 16,8 Grad).
September - nass
Der September brachte für die Böden dann wieder etwas Erholung. So summierten sich die Niederschläge auf etwa 82 l/m², 48 Prozent mehr als im langjährigen Mittel (55 l/m²). Trotzdem zeigte sich auch die Sonne mit 175 Stunden (+22 %) noch häufig und sorgte dafür, dass Sachsen zu einer der sommerlichsten Gegenden gehörte.
In Klitzschen bei Torgau wurden am 20. September sogar noch mal 31,9 Grad gemessen. Insgesamt lag die Mitteltemperatur mit 14,8 Grad leicht über dem durchschnittlichen Klimawert von 13,4 Grad.
Oktober bis Dezember
Oktober - trüb & nass
Der Oktober war eher selten golden und zeigte sich stattdessen herbstlich trüb mit lediglich 75 Sonnenstunden (-35 %). Das Temperaturmittel war mit 9,2 Grad normal. Dennoch gehörte Sachsen zu den kühleren Bundesländern. Mit 64 l/m² Niederschlag (+34 %) konnten sich die Böden weiter regenerieren.
November - zu trocken
Ab November ging es mit den Niederschlägen dann wieder bergab. Mit 29 l/m² wurde ein sattes Defizit von 45 Prozent eingefahren. Die durchschnittliche Monatstemperatur war mit 4,7 Grad (normal: 3,8 Grad) leicht zu warm. Dies lag vor allem an einer milden Phase in der Monatsmitte. Doch schon ab dem 18. November gab es in den Höhenlagen des Erzgebirges eine teils geschlossene Schneedecke.
Dezember - zu mild & zu trocken
Mit 2,4 Grad (normal: 0,3 Grad) war der Dezember deutlich zu mild. In Dresden-Hosterwitz erreichte das Quecksilber am 8. Dezember sogar noch mal frühlingshafte 16,2 Grad. Erst zum Weihnachtsfest fielen die Temperaturen teils deutlich, in Zinnwald-Georgenfeld zum Beispiel auf -9,9 Grad.
Niederschlag blieb jedoch Mangelware. Nur 16 l/m² - ein Minus von 73 Prozent - fielen über den ganzen Monat hinweg. Nach Baden-Württemberg war Sachsen mit 75 Stunden (+75 %) das sonnenreichste Bundesland im Dezember.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Westend61 (6), 123rf

