Schneechaos in Hessen: 30 Kilometer Stau auf der A3
Von Jenny Tobien, Christine Schultze und Nicole Schippers
Frankfurt am Main/Gießen/Wiesbaden - Nach heftigen Schneefällen staut es sich auf der A3 zwischen Raunheim und Idstein in Hessen auf knapp 30 Kilometern Länge.
Derzeit hoffe die Polizei, dass der Stau in den nächsten Stunden zumindest ein wenig aufgelöst werden könne, sagte ein Sprecher der Polizeiautobahnstation Wiesbaden.
"Wir wissen allerdings nicht, inwiefern die Streudienste durchkommen, da alle Fahrbahnspuren blockiert sind." Für den Fall, dass sich der Stau nicht auflösen lasse, würden Vorbereitungen getroffen.
"Wir haben einen Verbindungsmann vom Rettungsdienst schon mit auf der Dienststelle", erläuterte der Sprecher. Sollte es notwendig werden, würden entsprechende Maßnahmen schnell eingeleitet und gegebenenfalls auch das Technische Hilfswerk alarmiert. "Das obliegt dann der Beurteilung des Rettungsdienstes."
Darüber hinaus gibt es auf allen Autobahnen rund um Wiesbaden derzeit witterungsbedingt starke Behinderungen.
Dort gehe aktuell fast nichts mehr, sagte der Sprecher am Abend. Es hätten sich zahlreiche Unfälle ereignet, bei denen bislang aber lediglich Sachschäden entstanden seien.
Zu viel Schnee: Betrieb am Frankfurter Flughafen zeitweilig eingestellt
Wegen starken Schneefalls ist auch der Flugbetrieb an Deutschlands größtem Airport am Dienstag zeitweilig lahmgelegt gewesen. Am Nachmittag starteten die ersten Maschinen wieder. Das teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit.
Gegen 16.15 Uhr wurde die erste Startbahn - die sogenannte Startbahn West - wieder freigegeben, wie ein Sprecher sagte. Landungen sollten ebenfalls ab dem späteren Nachmittag wieder möglich sein.
Mit weiteren Verzögerungen müsse aber weiterhin gerechnet werden. Zudem wurden laut den Abgaben bereits 67 Flüge annulliert. "Wir appellieren an alle Reisenden, sich rechtzeitig zu informieren", sagte der Sprecher.
Wegen des Wintereinbruchs waren ab etwa 15 Uhr keine Starts und Landungen möglich. Grund sei die Schneedecke auf den Start- und Landebahnen, hieß es.
Verkehrschaos und viele Unfälle in Mittelhessen
Am Nachmittag haben sich in Mittelhessen auf schneeglatten Straßen nach Polizeiangaben zahlreiche Unfälle ereignet. Bislang seien rund 35 bis 40 Glätteunfälle gemeldet worden, "das werden sicher noch mehr", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen.
Ob es auch Verletzte gab oder bei Blechschäden blieb, war zunächst nicht bekannt.
Auf der A5 nahe Grünberg und nahe der Raststätte Wetterau sowie auf der A485 zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Grünberger Straße kämen zudem mehrere Lastwagen auf den verschneiten Fahrbahnen nicht weiter.
Auch in Marburg sorgten Schneefälle und Glätte für Probleme - dort musste der Stadtbusbetrieb vollständig eingestellt werden, wie die Stadtwerke der mittelhessischen Stadt mitteilten.
Busverkehr in Wiesbaden eingestellt
In Wiesbaden musste der Busbetrieb der städtischen Gesellschaft ESWE ebenfalls wegen des starken Schneefalls eingestellt worden.
"Die Straßenverhältnisse lassen einen regulären Betrieb im Großteil des Liniennetzes nicht zu", teilte das Unternehmen mit. "Die Sicherheit von Fahrgästen und Fahrpersonal sowie der Fahrzeuge geht vor. Wann eine Wiederaufnahme des Verkehrs erfolgen kann, ist noch unklar."
Gefahr für Leib und Leben: Wetterdienst hatte Unwetterwarnung herausgegeben
Schon am Vormittag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben.
Es bestehe Gefahr für Leib und Leben durch eine geschlossene Schneedecke, eingeschränkte Mobilität, blockierte Verkehrswege und Glatteis, hieß es.
Es war mit drei bis acht Zentimeter Neuschnee gerechnet worden. Vor allem vom Taunus über Sauer- und Siegerland bis nach Mittelhessen seien bis zum Abend vorübergehend auch kräftigere Schneefälle mit acht bis 15 Zentimetern Neuschnee möglich.
Erstmeldung vom 3. Februar um 15.53 Uhr; Update um 19.18 Uhr.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa
