So rüstet sich Sachsen für den Wintersturm: "Wäre vernünftig, zu Hause zu bleiben"
Von André Jahnke
Leipzig - Schneeverwehungen, gefrierender Regen, stürmischer Wind, eisige Temperaturen - der Winter hat Sachsen fest im Griff. Für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor allem der Freitag problematisch.
"Da wäre es vernünftig, zu Hause zu bleiben", sagte ein Meteorologe auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Der Freitag beginnt demnach mit zum Teil kräftigen Schneefällen, landesweit sind bis zu zehn Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Im Tagesverlauf soll es aber wärmer werden und unterhalb 800 Metern könnte gefrierender Regen für Gefahr sorgen. Dazu weht ein kräftiger Wind, der für Schneeverwehungen sorgen könnte.
Die Winterdienste in Sachsen sehen sich aber für den Verkehr auf den Autobahnen gut gerüstet. "Morgen haben wir alles eingeplant, was geht", sagte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Insgesamt stünden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr als 700 Mitarbeiter bereit, um im Bedarfsfall rund um die Uhr den Winterdienst zu leisten. Die Autobahn GmbH ist für mehr als 3000 Streckenkilometer verantwortlich.
Trotz aller Vorbereitungen appelliert die Autobahn GmbH aber auch an die Autofahrer, entsprechend vorsichtiger zu fahren. Einzelne Verkehrsteilnehmer seien auch durch die eher milden Winter der vergangenen Jahre nicht mehr so vorsichtig wie früher. Sie gerieten bei auftretenden Schneelagen schneller in gefährliche Situationen, so die Sprecherin. Daher seien angepasstes Tempo, eine entsprechende Fahrweise und vor allem Winterreifen wichtig.
Eigene Winterdienste und schwere Räumtechnik
Auch die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sind nach eigenen Angaben auf die angekündigte winterliche Wetterlage vorbereitet. "Grundsätzlich ist es so, dass die Winterdienste an den Flughäfen permanent in Kontakt mit Wetterinformationsdiensten stehen", sagte der Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG, Uwe Schuhart, auf Anfrage. Man warte nicht ab, "sondern weiß, was da kommen könnte und ist dementsprechend vorbereitet".
Die Flughäfen verfügen über eigene Winterdienste mit spezieller Räumtechnik. Zum Einsatz kämen sogenannte Räumzüge, "die in einem Arbeitsgang schieben, kehren und blasen können", um Start- und Landebahnen schnell wieder betriebsbereit zu machen.
Am Flughafen Leipzig/Halle sei der Winterdienst wegen des Frachtbetriebs "rund um die Uhr" im Einsatz. Für Fluggäste sei es aber bei solchen Wetterlagen "immer ratsam, sich kurzfristig über den Status seines Fluges zu informieren". Schließlich könne es an großen Drehkreuzen zu Anpassungen im Flugplan kommen.
Schulen entscheiden selbst über Schließungen
Während in Hamburg und Bremen sowie in Teilen Niedersachsens die Schulen am Freitag geschlossen bleiben, gibt es für Sachsen keine allgemeine Empfehlung. Die Schulen in Sachsen könnten selbst entscheiden, ob sie geöffnet bleiben, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums auf Anfrage.
Er betonte zudem, dass der Schulweg in der Verantwortung der Eltern liege. Die Eltern könnten ihre Kinder zu Hause lassen, wenn ihnen der Weg zur Schule für ihre Kinder zu gefährlich erscheine. Die Eltern müssen aber die Schule darüber rechtzeitig informieren.
Trotz des erwarteten Wintersturms sollen am Freitag auch alle Beerdigungen in Dresden stattfinden. Die Wetterprognosen würden sehr genau beobachtet, aber man habe sich gegen eine Absage der Trauerfeiern und Beisetzungen auf den vier städtischen Friedhöfen entschieden, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage.
Im Stadtgebiet von Dresden sei erst am Nachmittag mit Regen und der damit verbundenen gestiegenen Glatteisgefahr zu rechnen, hieß es weiter. Dann sollten die Beerdigungen bereits abgeschlossen sein. Am Samstag finden keine Beisetzungen statt.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
