Zelte flogen durch die Luft! Gab es beim "Hurricane" wirklich eine Windhose?

Scheeßel - Am Sonntag ist das "Hurricane Festival 2024" im niedersächsischen Scheeßel bei strahlendem Sonnenschein zu Ende gegangen. In den ersten Tagen war das Wetter allerdings noch durchwachsen. Im Netz verbreitete sich sogar ein Video, das angeblich eine Windhose auf dem Gelände zeigen sollte. Doch kann das überhaupt sein?

Zelte und ein Pool flogen am Freitagnachmittag auf dem Campingplatz des Hurricane Festivals durch die Luft.
Zelte und ein Pool flogen am Freitagnachmittag auf dem Campingplatz des Hurricane Festivals durch die Luft.  © News5

In einem entsprechenden Clip ist zu sehen, wie auf dem Campingplatz scheinbar aus dem Nichts mehrere Zelte und ein kleiner Pool hoch in die Luft fliegen. Das Ganze geht so schnell, dass die Festivalbesucher gar nicht hinterherkommen.

Ähnliche Bilder hatte es auch schon von "Rock am Ring" Anfang Juni gegeben – allerdings in einem größeren Ausmaß. Dort wurden Dutzende Zelte durch die Luft gewirbelt. Die Polizei sprach von einem "Mini-Tornado".

Doch für die Bilder vom Hurricane gibt es eine andere Erklärung. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Nachfrage von TAG24 sagte, handelte es sich dabei nämlich keinesfalls um eine Windhose.

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Und zwar nicht nur, weil es den Begriff in der Meteorologie eigentlich gar nicht mehr gebe: "Man hat sich dafür entschieden, dass man international den Begriff Tornado verwendet", so der Sprecher.

Da auf dem Video strahlender Sonnenschein und keine Wolkendecke zu sehen sei, spräche das außerdem für ein anderes Phänomen. Vielmehr erkennt der Experte in den Bildern einen sogenannten "Staubteufel".

"Das ist eine Warmluftblase, die vom erhitzten Boden aufsteigt und durch dieses rasche Aufsteigen entsteht dann ein rotierender Luftwirbel."

Die Videos verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken

Ähnliche Bilder hatte es von Rock am Ring gegeben

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Zur Festival-Eröffnung am Freitag zogen noch dunkle Wolken über Scheeßel auf.
Zur Festival-Eröffnung am Freitag zogen noch dunkle Wolken über Scheeßel auf.  © Moritz Frankenberg/dpa

So würden leichte Gegenstände einfach mit in die Höhe gerissen. "In der Regel sieht man so etwas im Hochsommer auf abgeernteten Feldern", so der DWD-Sprecher.

Verwunderlich sei jedoch, dass das Phänomen in diesem Fall nicht auf einer freien Fläche, sondern mitten zwischen Menschen und Zelten aufgetreten sei. "Da fehlt eigentlich die Fläche, die diese warme Luft produzieren kann."

Üblich sei es für einen Staubteufel eben auch, dass er vor allem Staub durch die Luft wirble.

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Doch dafür sei das Feld wohl noch nicht trocken genug gewesen, so der DWD-Sprecher weiter.

Titelfoto: News5

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