Leber zerfetzt, Organe gequetscht: Mutter kämpft nach Rutschen-Unfall um ihr Leben

East Sussex/Türkei - Schrecklicher Unfall im Familienurlaub in der Türkei: Eine 32-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt, als eine andere Frau ihr auf einer Wasserrutsche hinten reinkrachte. Doch nicht gegen sie erhebt die Britin jetzt schwere Vorwürfe.

Der Unfall geschah auf einer Wasserrutsche in einem Hotelbad. (Symbolbild)
Der Unfall geschah auf einer Wasserrutsche in einem Hotelbad. (Symbolbild)  © 123RF

Jemma Joslyn war seit vier Jahren endlich mal wieder im Urlaub. Zusammen mit ihren kleinen Kindern war sie in die sonnige Türkei gereist, um dort eine ausgelassene Zeit zu verbringen.

Doch die Reise endete bereits nach kurzer Zeit: "Ich war erst seit 14 Stunden in der Türkei, als wir beschlossen hatten, in den Wasserpark des Hotels zu gehen", erklärt die Britin gegenüber Metro.

Dort angekommen, lockte eine große Wasserrutsche die drei Urlauber an. "Es gab kein Personal, was die Leute auf den Rutschen anwies", so Jemma. "Aber ich hatte meinen zwei kleinen Kindern gesagt, dass sie zehn Sekunden warten sollten, damit die Bahn frei ist."

Als die 32-Jährige dran war, die Rutsche hinunterzugleiten, sollte ihr eigentlich ihre Tochter folgen. "Aber stattdessen kam eine übergewichtige Frau nur einen Augenblick nach mir die Rutsche runter."

Jemma wurde lebensgefährlich verletzt

Die 32-jährige Mutter musste notoperiert werden. (Symbolbild)
Die 32-jährige Mutter musste notoperiert werden. (Symbolbild)  © 123RF

Unten angekommen, passierte es: "Alles was ich sah, waren diese zwei Füße, die auf mich zukamen. Ich wusste, dass ich mich nicht rechtzeitig wegbewegen konnte."

Jemma wurde rückwärts ins Wasser gestoßen und verlor das Bewusstsein: "Die Schmerzen waren so heftig." Die 32-Jährige kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

"Es war schrecklich. Ein englischer Dolmetscher sagte mir nach einer Notfall-Computertomographie, dass meine einzige Option eine Not-Operation wäre."

Die Liste ihrer Verletzungen will man am liebsten nicht lesen: "Meine Leber wurde in zwei Hälften geteilt und meine Niere schwer verletzt - was furchterregend war, da ich meine andere im Mai 2015 an meine Mutter (59) gespendet habe."

Doch es ist nicht die Frau, durch die sie so leiden musste, gegen die Jemma jetzt harsche Vorwürfe erhebt. Ihr Reiseveranstalter soll alles andere als hilfreich gewesen sein.

Die Biritn erhebt schwere Vorwürfe gegen den Reiseveranstalter

Der Türkei-Urlaub endete in einem Diseaster. (Symbolbild)
Der Türkei-Urlaub endete in einem Diseaster. (Symbolbild)  © 123RF

"Sie haben sich keine Mühe gemacht, herauszufinden, wo ich war, wo meine Kinder blieben und ich musste mich selber um meine Behandlung kümmern."

Zu allem Übel erfuhr die Britin dann auch noch, dass ihre Krankenversicherung die Kosten für die Pflege in der Klinik nicht übernahm, da sie in ein privates Krankenhaus eingeliefert wurde. "Ich hatte nur 150 Pfund mitgenommen, da wir All-inclusive gebucht hatten. Aber nun brauchte ich 5000 Pfund, um mich einer lebensrettenden Operation zu unterziehen." Ein Freund sprang ihr glücklicherweise zu Hilfe und bezahlte ihr die Behandlung. "Wenn meine Freunde nicht da gewesen wären, wäre ich tot und meine Kinder allein in der Türkei."

Da Jemma natürlich nicht direkt aus der Klinik entlassen werden konnten, musste jemand zur Betreuung der Kinder her. "Meine Mutter (59) musste den Reiseveranstalter anflehen, damit sie und mein Vater (76) in die Türkei kommen konnten." Kurz darauf der nächste Schicksalsschlag:

Die Britin hat einen Anwalt eingeschaltet

Obwohl es vor Ort bekannt gewesen sein soll, wurden Jemmas Eltern ins Hotel zu den beiden Kleinen gebracht - dort hatte sich allerdings der Norovirus verbreitet, an dem auch die Kinder betroffen waren. "Als meine Mutter die 24-Stunden-Hotline anrief, wussten die Mitarbeiter von nicht und hatten keine Ahnung, wo meine Kinder waren", schimpft die 32-Jährige weiter.

Mittlerweile hat sich auch der Reiseveranstalter zu den heftigen Vorwürfen der Britin geäußert. Die wollen den Vorfall ganz anders erlebt haben. "Sowohl unser in Großbritannien ansässiges Fürsorge-Team als auch das Resort-Team vor Ort standen nach diesem Unfall mehrmals mit Frau Joslyn in Kontakt." Sie hätten dafür gesorgt, dass ihre Eltern in die Türkei fliegen konnten.

Der Fall wird nun weiter durch die Anwälte beider Partei geklärt.

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