Wut über Ausweich-Verkehr: Dorfbewohner blockieren Straße mit Minibagger

Von Lena Brandner

Anger - Bewohner eines Dorfes im Landkreis Berchtesgadener Land haben Straßen auf eigene Faust für den Ausweichverkehr gesperrt.

In Bayern wurden an wichtigen Autobahnausfahrten Fahrverbote eingeführt, um den Ausweichverkehr in Richtung Salzburg und Kufstein zu unterbinden. (Archivfoto)  © Peter Kneffel/dpa

Viele Reisende waren wegen eines Staus auf der nahe gelegenen A8 Polizeiangaben zufolge auf die Route über die Dörfer ausgewichen - und das trotz eines Durchfahrtsverbots.

Demnach blockierte ein liegen gebliebener Lastwagen am Samstag eine Spur in Richtung Salzburg. Bei Anger und Neukirchen fuhren laut Polizei viele Fahrzeuge ab, um dem Stau zu entgehen.

Polizeibeamte rückten für Kontrollen aus und hinderten den Angaben nach mehrere hundert Fahrzeuge daran, von der Autobahn abzufahren.

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In einem Ortsteil von Anger seien Bewohner dennoch selbst tätig geworden. Ein Mann versperrte eine Durchfahrtsstraße laut Polizei mit einem Minibagger, eine Frau soll sich mit einem Auto dem Verkehr in den Weg gestellt haben.

Durch die Blockaden wurde der Stau laut Polizei noch länger. Gegen beide ermittle die Polizei nun wegen Nötigung im Straßenverkehr.

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Durchfahrtsverbote im Süden von Bayern

Seit vergangenem August dürfen Reisende von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen an einigen Abfahrten der A8 und der Inntalautobahn A93 nicht mehr abfahren, um einem Stau zu entkommen. Damit sollten angrenzende Dörfer entlastet und Gefahren verhindert werden.

Es waren die ersten derartigen Durchfahrtsverbote in Deutschland.

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