Von Christian Rothenberg, Jonas Reihl
Düsseldorf - Bundesweit 33 Filialen der angeschlagenen Warenhauskette Galeria droht das Aus.
Das hat das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf mitgeteilt. Demnach werden die betroffenen Filialen auf ihre Rentabilität geprüft und könnten geschlossen werden.
Galeria nannte zudem die Standorte. Man wolle nun mit den Vermietern über die Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden können, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet.
Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen.
Kriterien für die Auswahl der Filialen waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. "Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten", sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock.
Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin von Galeria offen.
Galeria prüft Umzug in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen
Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Da alle Filialen diesbezüglich Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria auch den Umzug in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen.
Die angeschlagene Warenhauskette bekam kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Die Kreditlinie wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juni wurde bereits bekannt, dass rund 30 der 83 Filialen als gefährdet gelten.
Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben.
Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
Diese Galeria-Filialen könnten geschlossen werden
- Baden-Württemberg: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen
- Bayern: Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz), Würzburg
- Berlin: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau
- Brandenburg: Potsdam
- Hamburg: Eimsbüttel
- Hessen: Bad Homburg, Limburg an der Lahn
- Mecklenburg-Vorpommern: Wismar
- Niedersachsen: Braunschweig, Oldenburg
- Nordrhein-Westfalen: Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum), Münster (Salzstraße)
- Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer
- Sachsen-Anhalt: Magdeburg