Bis zu 80 Cent mehr für Benzin, aber: Dresdner Experte hält Spritpreise für gar nicht so belastend

Dresden - Nach Ansicht von Dr. Joachim Ragnitz (65) vom Ifo-Institut Dresden belasten die extrem gestiegenen Spritpreise die Arbeitnehmer nicht mehr als in den vergangenen Jahren! Seine Berechnung dürfte gerade im Osten für Kopfschütteln sorgen.

Alles nicht so schlimm: Joachim Ragnitz (65) vom Ifo-Institut Dresden hält die hohen Spritpreise für gar nicht so belastend.  © Thomas Türpe

Rund 70 bis 80 Cent mehr kosten Benzin und Diesel heute als in Friedenszeiten zu Jahresbeginn. Alles nicht so schlimm, meint Wirtschaftswissenschaftler Ragnitz. Denn in Wahrheit würden die Menschen gar nicht mehr bezahlen als früher.

Grund dafür seien die stetig gestiegenen Löhne ...

Ragnitz hat ausgerechnet, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April etwa fünf Minuten für einen Liter Benzin arbeiten musste. In den vergangenen 35 Jahren seien es zwischen drei und sechs Minuten gewesen, so der Vizechef des Dresdner Ifo-Instituts.

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Ragnitz: "Selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013."

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Laut ifo-Institut musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April etwa fünf Minuten für einen Liter Benzin arbeiten.  © Sven Hoppe/dpa

Klar ist abseits dieser Rechenspiele aber auch: Branchen mit regelmäßigen Tariferhöhungen wie Öffentlicher Dienst, Pharma, Metall, Banken und Versicherungen stehen in Sachsen jede Menge Bereiche und Gewerke gegenüber, in denen es keine automatischen Lohnerhöhungen gibt.

Doch auch Köche, Verkäuferinnen, Reinigungskräfte und Landwirte müssen tanken!

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