Brauerei in Schieflage: Oettinger-Beschäftigte nehmen (vorerst) Arbeit wieder auf
von Ute Wessels
Oettingen - Im laufenden Tarifkonflikt bei der bundesweit bekannten Brauerei Oettinger hat die Gewerkschaft NGG der Geschäftsführung nach eigenen Angaben eine freiwillige Schlichtung angeboten.
Alles in Kürze
- Oettinger-Beschäftigte nehmen Arbeit wieder auf
- Gewerkschaft NGG bietet Schlichtung an
- Zweigbrauerei in Braunschweig soll geschlossen werden
- 130 Beschäftigte in Braunschweig betroffen
- Tarifkonflikt bei Oettinger eskaliert

Die Beschäftigten würden mit der Frühschicht am Montag (1. September) die Arbeit wieder aufnehmen, teilte die NGG mit.
Von der Oettinger-Geschäftsführung lag zunächst noch keine Stellungnahme hierzu vor.
"Wir wollen diesen Tarifkonflikt schnell lösen und vermuten ein ähnliches Interesse bei der Geschäftsführung. Daher erwarten wir die unverzügliche Aufnahme der Schlichtungsgespräche in den nächsten Tagen", sagte NGG-Gewerkschaftssekretär Fouad Laghmouch.
"Sollten wir bis Ende der Woche keinen Durchbruch haben, werden wir ab dem 8. September die
Arbeitskampfmaßnahmen wieder aufnehmen und zur Urabstimmung aufrufen."
Am Hauptsitz der Brauerei im bayerischen Oettingen demonstrierten kürzlich Dutzende Beschäftigte für einen "fairen Tarifabschluss".
Zweigbrauerei in Braunschweig soll dicht gemacht werden

Auch an den drei weiteren Standorten gab es demnach Proteste. Oettinger hat bundesweit vier Betriebsstätten: in Oettingen, Mönchengladbach, Braunschweig und Walldorf, mit insgesamt 880 Beschäftigten.
Das Unternehmen leidet wie die meisten deutschen Brauereien unter Absatzrückgängen - weitere Schrumpfung erwartet.
Im kommenden Jahr will das Unternehmen deswegen seine Zweigbrauerei in Braunschweig schließen, dort arbeiten 130 Beschäftigte.
Die laufende Tarifrunde in dem Unternehmen eskalierte in dieser Woche mit einem tagelangen Warnstreik und wechselseitigen scharfen Angriffen.
Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) wirft der Geschäftsführung vor, unzumutbare Einschnitte zu planen; die Geschäftsführung wiederum warf den Arbeitnehmervertretern Realitätsverlust vor.
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa