350 Jobs weg: Proteste gegen Aus für Playmobil-Produktion in Franken

Von Irena Güttel

Dietenhofen - Gewerkschaft und Betriebsrat wehren sich gegen die geplante Schließung der Playmobil-Produktion in Mittelfranken. Der Spielwarenhersteller Horst Brandstätter Group will diese an andere Standorte im Ausland verlagern.

Das Playmobil-Werk in Dietenhofen in Mittelfranken soll Mitte 2026 geschlossen werden.
Das Playmobil-Werk in Dietenhofen in Mittelfranken soll Mitte 2026 geschlossen werden.  © Alexander Rüsche/dpa

350 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Die Schließung sei der falsche Weg und es brauche einen fairen Ausgleich für die betroffenen Mitarbeitenden, forderte die Gewerkschaft IGBCE. Der Hersteller sieht dagegen keine Alternative.

Die IGBCE hatte am Dienstag zusammen mit dem Betriebsrat zum Protest vor dem Werk in Dietenhofen im Landkreis Ansbach aufgerufen.

Daran beteiligten sich demnach rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschicht. Die Horst Brandstätter Group sprach dagegen von etwa 50 Protestierenden.

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Auswirkungen auf die Produktion habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher. In der Kritik steht auch die Art, wie der Hersteller über das geplante Aus für die Fertigung in Dietenhofen informiert hat.

Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einige Indikatoren für eine Trendumkehr sprechen würden und er positiv auf das kommende Geschäftsjahr blicke.

Teil der strategischen Neuausrichtung und weitere Proteste

Die Verlagerung der Produktion bis zum 30. Juni sei von allen Parteien akzeptiert worden, teilte ein Unternehmenssprecher mit.
Die Verlagerung der Produktion bis zum 30. Juni sei von allen Parteien akzeptiert worden, teilte ein Unternehmenssprecher mit.  © Tag24/Schimpfhauser

Eine Woche später wurde dann die Belegschaft darüber informiert, dass die Produktion in Dietenhofen verlagert werde.

"So geht man nicht mit Menschen um, die teilweise seit Jahrzehnten hier arbeiten", erklärte Landesbezirksleiter der IGBCE in Bayern, Harald Sikorski.

Die Verlagerung sei ein Teil der strategischen Neuausrichtung, erläuterte der Sprecher der Horst Brandstätter Group.

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Die größten Playmobil-Werke befinden sich ihm zufolge in Tschechien und Malta. In Dietenhofen soll dagegen die Produktion der Lechuza-Pflanzgefäße bestehen bleiben.

Auch die Produktentwicklung für Playmobil, Verwaltung, Marketing und Logistik blieben in Deutschland erhalten.

Die Gewerkschaft kündigte weitere Proteste an. Ziel sei es, die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über Alternativen zur Standortschließung zu bewegen und Perspektiven für die 350 betroffenen Beschäftigten zu entwickeln, teilte die IGBCE mit.

Titelfoto: Tag24/Schimpfhauser

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