Größte deutsche Waffenschmiede stellt Kamikaze-Drohnen her

Von Wolf-Dietrich von Dewitz

Düsseldorf - Deutschlands größter Rüstungskonzern ist in die Produktion von Kamikaze-Drohnen eingestiegen.

Die neue Kamikaze-Drohne von Rheinmetall soll in Neuss bei Düsseldorf produziert werden.  © Wolf von Dewitz/dpa

Firmenchef Armin Papperger (63) sagte bei der Online-Hauptversammlung der Waffenschmiede: "Mit diesem System gehen wir am Standort Neuss jetzt in die Serienproduktion."

Dabei bezog er sich auf eine Drohne, die bis zu 70 Minuten in der Luft herumfliegen kann und sich spätestens dann auf ein Ziel stürzt, um zu explodieren.

Ein Rheinmetall-Sprecher sagte, dass man das Modell bereits an einem Standort in Braunschweig herstelle und kurz davor sei, diese Fertigung auf den Standort in Neuss bei Düsseldorf auszuweiten.

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Das Neusser Werk soll künftig für die Herstellung von Rüstungsgütern genutzt werden, etwa die Drohnen des Modells FV-014.

Kürzlich hatte die Bundeswehr solche Flugkörper für 300 Millionen Euro bestellt, ein Rahmenvertrag ermöglicht weitere Bestellungen. Die ersten Auslieferungen sind für das kommende Jahr vorgesehen.

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Flugzeit von mehr als einer Stunde

Armin Papperger (63) ist Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. (Archivfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Drohnen haben eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, ihr Gefechtskopf wiegt inklusive Zündvorrichtung rund vier Kilo. Sie können bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele beobachten. Auch Sprengstoff ist mit an Bord.

Das Fluggerät ist für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Im Branchenjargon spricht man von "Loitering Munition", also herumlungernder oder lauernder Munition.

Solche Drohnen werden von einem Container aus mit einer Zündvorrichtung nach oben geschossen, sie entfalten sich in der Luft und fliegen weiter. Landen und erneut genutzt werden können sie nicht: Ist die Zeit abgelaufen und kein Ziel gefunden, soll das Fluggerät kontrolliert abstürzen.

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Rheinmetall habe die Drohne innerhalb weniger Monate entwickelt, sagte Firmenchef Papperger bei der Online-Hauptversammlung. "Mit ihrem Vier-Kilogramm-Gefechtskopf vereint sie Aufklärung und Wirkung."

Der entscheidende und wichtigste Punkt sei, dass sie komplett in der EU gefertigt werde, also die Drohne in Deutschland und der Gefechtskopf in Italien.

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