Stuttgart - Mit Campingstühlen warteten Uhrenfreunde weltweit am Samstag auf ein ganz besonderes Exemplar, teilweise kam es zu Ausschreitungen, manche Filialen blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das alles wegen einer 385 Euro teuren Uhr, die nicht mal limitiert ist.
Luxus-Hersteller Audemars Piguet hat am Samstag gemeinsam mit dem Schweizer Hersteller Swatch eine Taschenuhr rausgebracht. Acht verschiedene Modelle gibt es und auch in Deutschland blieb der Hype nicht aus.
Mehrere Stunden - teils seit dem frühen Morgen - campierten Liebhaber vor den Swatch-Stores. Ob in Stuttgart, Dresden, Düsseldorf oder Hamburg - überall bildeten sich lange Schlangen für die Bioceramic Royal Pop Kollektion.
Die beiden Schweizer Unternehmen schreiben, dass sie "die Regeln der Uhrenherstellung" brechen. "Diese Kollektion kombiniert das avantgardistische Design von Audemars Piguets ikonischer Royal Oak mit dem genialen modularen Aufbau der dynamischen POP Linie aus den 1980er-Jahren von Swatch", heißt es.
Aufgrund des riesigen Andrangs vor den Filialen weltweit, sah sich der Schweizer Uhrenhersteller im Tagesverlauf gezwungen eines klarzustellen: "Wir erinnern euch daran, dass die Royal-Pop-Kollektion keine limitierte Edition ist", schrieb der Konzern in einer Instagram-Story.
Völliger Uhren-Wahnsinn: Ausschreitungen vor Swatch-Filialen
Uhrenhersteller Swatch stellt klar: Neue Kollektion ist nicht limitiert!
Dieses wichtige Detail hatten einige Uhrenliebhaber offenbar nicht mitbekommen. In den sozialen Medien kursieren erschreckende Aufnahmen von gewaltsamen Ausschreitungen vor Swatch-Filialen sowie Bilder von riesigen Müllbergen, die von den dort campenden Kunden hinterlassen worden sind.
Die neue Uhren-Kollektion wurde dabei auch nie als limitiert beworben. Lediglich die Anzahl der Geschäfte, wo man das Accessoire kaufen kann, ist begrenzt. Auf der Swatch-Website heißt es: "Die Bioceramic Royal Pop Kollektion ist nur in ausgewählten Swatch Stores weltweit erhältlich. [...] Der Kauf ist auf eine Uhr pro Person pro Tag und pro Store limitiert."
Viele der Käufer, die teils stundenlang vor einer Swatch-Filiale ausharrten, waren davon ausgegangen, dass der Wert des Produkts aufgrund der angeblichen Limitierung stark steigen würde. Wie sich die zumindest schwer zu ergatternde Royal-Pop-Kollektion preislich tatsächlich entwickelt, bleibt wohl abzuwarten.
Einem besorgten X-Nutzer versicherte Swatch bereits, dass man alles dafür tue, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden: "Wir hoffen, dass alle Fans bald eine dieser Uhren in die Hände bekommen können. Wir empfehlen Ihnen, regelmäßig in Ihrem nächstgelegenen ausgewähltem Geschäft nachzufragen."
Erstmeldung vom 16. Mai, 15.14 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 20 Uhr.