Drei Tage Party in Münster: Land zufrieden mit NRW-Fest
Von Carsten Linnhoff, Rolf Schraa
Münster/Düsseldorf - Nach drei Tagen NRW-Fest mit zahlreichen Veranstaltungen auf zehn Bühnen in Münster hat das Land eine zufriedene Bilanz gezogen.
Hunderttausende Besucherinnen und Besucher seien dabei gewesen, "Stadt und Land haben sich von ihrer besten Seite gezeigt", teilten die Organisatoren am Sonntagnachmittag mit. Bis zum Abend sind noch Veranstaltungen geplant. Den Abschluss sollte am Abend ein großes "Comedy Camp" auf dem Domplatz markieren.
Nordrhein-Westfalen feierte mit dem Großprogramm seinen 80. Landesgeburtstag. Am 23. August 1946 vor 80 Jahren wurde NRW aus der Taufe gehoben.
In der Innenstadt von Münster präsentierten sich Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr, Tourismus, Kultur, Wissenschaft, Bundeswehr, Kirche und Unternehmen. Auch die Justiz und Landesverwaltung zeigten unter dem Motto "Demokratie und Vielfalt" ihre Arbeit.
Am Samstagmorgen eröffnete die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (49, Grüne) am Aasee zusammen mit Landtagspräsident André Kuper (65, CDU) und Münsters Oberbürgermeister Tilmann Fuchs (56, Grüne) den "NRW-Tag". Auf den zehn Bühnen war neben zahlreichen Vertretern der Landesregierung auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) unterwegs.
Mona Neubaur propagiert "Vielfalt", Hendrik Wüst räumt Fehler der Politik ein
Neubaur appellierte an die Besucher, sich für Meinungs- und Pressefreiheit, die Freiheit von Kunst und Kultur sowie gegen Diskriminierung und Rassismus einzusetzen. Das sei Demokratie und am Ende Grundlage allen wirtschaftlichen Erfolges.
"Wir sind ein Land mit ganz unterschiedlichen Regionen, die auch ihre Unterschiede um Himmels willen behalten sollen. Aber wir in Nordrhein-Westfalen wissen, wenn es darauf ankommt, dann zählt eben nicht Einfalt, sondern dann zählt Vielfalt", sagte sie.
Sie erinnerte zudem an den Mut der Engländer nach dem Zweiten Weltkrieg, das Land NRW zu gründen, und sprach sich gegen die aus, die in die Zeit vor 80 Jahren zurückfallen wollten.
Sie sprach von Rechtsextremen, die Angst und Verunsicherung vor Terror versprühen und mit "Lügen immer wieder behaupten, dass sie dieses Problem als Einzige erkennen und als Einzige das Problem auch wirklich benennen". Oder sie benannte Islamisten, die versuchen, "uns als Gesellschaft auseinanderzutreiben".
Landtagspräsident André Kuper betonte: "80 Jahre Demokratie bedeuten 80 Jahre Zusammenhalt und Zuversicht in Nordrhein-Westfalen. Die Geschichte unseres Landes und unseres Parlaments zeigt: Wir finden Lösungen, akzeptieren einander und stehen in Krisen füreinander ein. Egal, ob Stadt oder Land: Leben und Leben lassen vereint uns."
Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wie schützen wir unsere Demokratie?" im "WDR"-Stadtgespräch zeigte sich Wüst selbstkritisch. "Die Politik hat gerade in den letzten Jahren immer mehr versprochen als sie dann gehalten hat", sagte der Ministerpräsident. Deshalb weniger Versprechen, mehr von dem machen, sagte Wüst.
Titelfoto: David Ebener/dpa

