Jüdische Organisationen wegen Auftritt von Palästina-Künstlerin entsetzt

Von Christoph Driessen

Düsseldorf - Jüdische Organisationen fordern die Absage einer Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif (43).

Die Kunstakademie Düsseldorf wies die Forderungen der jüdischen Organisationen zurück.
Die Kunstakademie Düsseldorf wies die Forderungen der jüdischen Organisationen zurück.  © Oliver Berg/dpa

Social-Media-Beiträge der Künstlerin dokumentieren nach Ansicht der Organisationen Terrorverherrlichung und israelbezogenen Antisemitismus. Die Kunstfreiheit finde dort ihre Grenzen, wo andere Verfassungsgüter berührt würden, insbesondere die Menschenwürde, hieß es in einem offenen Brief.

Als öffentliche Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen trage die Kunstakademie eine besondere Verantwortung, klare Grenzen gegenüber antisemitischen und gewaltverherrlichenden Positionen zu ziehen, so die drei Organisationen, unter ihnen das Netzwerk jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auch die Jüdische Gemeinde Düsseldorf bezeichnete es in einer Mitteilung als "zutiefst irritierend", dass die Veranstaltung bisher nicht abgesagt worden sei.

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Die Kunstakademie wies die Forderung indes zurück. Antisemitismus, Relativierung oder Verherrlichung terroristischer Gewalt sowie die Infragestellung des Existenzrechts Israels hätten an der Akademie keinen Platz, betonte die renommierte Kunsthochschule in einer Stellungnahme. "Der terroristische Angriff der Hamas stellt ein schweres Verbrechen dar, das in keiner Weise relativiert werden darf."

Düsseldorfer Kunstakademie will Studierenden offenen Diskurs ermöglichen

Die Freiheit der Kunst setze aber einen freien Diskurs über das Werk von Künstlern voraus. "Als Kunstakademie Düsseldorf ermöglichen wir deshalb studentischen Initiativen, durch eigene Veranstaltungen einen Diskursraum zu eröffnen. Dies gilt auch, wenn es um kontroverse Themen geht."

Grundlage der Einladung von Basma al-Sharif sei ihre international anerkannte künstlerische Arbeit. "Diese Einschätzung ist durch ihre umfangreiche internationale Ausstellungstätigkeit, Festivalpräsenz sowie durch Auszeichnungen belegt."

Die Hochschule habe im Vorfeld das Gespräch mit den Studierenden gesucht und deutlich gemacht, welche Bedingungen für studentische Veranstaltungen gälten. Die geplante Veranstaltung werde von den Studierenden moderiert und mit Kontext versehen, um einen verantwortungsvollen und respektvollen Rahmen sicherzustellen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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