Milliardenschwere neue Oper: Stadt Düsseldorf zieht Reißleine

Von Celine Frohnapfel

Düsseldorf - Plötzlicher Abgesang der Stadtspitze, geschockte Mitarbeiter und erleichterte Steuerzahler: Das Prestigeprojekt eines milliardenschweren neuen Opernhauses in Düsseldorf fällt dem Spardruck zum Opfer.

Oberbürgermeister Stephan Keller (55, CDU) hat das Milliardenprojekt "Neue Oper" eingestampft.  © David Young/dpa

Oberbürgermeister Stephan Keller (55, CDU) habe entschieden, die weitere Planung für das neue Opernhaus zu stoppen, teilte die Stadt mit. 

Das alte Opernhaus soll nun saniert werden. "Die dafür vorgesehenen Maßnahmen waren bereits geplant und werden konsequent umgesetzt", heißt es. Der Spielbetrieb der Deutschen Oper am Rhein sei daher gesichert.

Als Grund für die Kehrtwende nannte die Landeshauptstadt die "aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen", an denen sich die Investitionsplanung ausrichten müsse. "Die Entscheidung, die Planung für das Projekt Opernhaus der Zukunft zu stoppen, ist mir alles andere als leicht gefallen", sagte Keller. 

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Wie die "Rheinische Post" aus Ratskreisen berichtet, rutsche die Stadt Düsseldorf in immer größere Finanzprobleme.

Die neue Oper habe zwar einen Kostendeckel von einer Milliarde Euro, aber mit den Finanzierungskosten über 50 Jahre müsse man von insgesamt rund 1,8 Milliarden Euro ausgehen. Es stünden auch andere Ausgaben wie neue Schulen und eine neue Brücke an. 

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Für die Kultureinrichtung kommt die Entscheidung der Stadt überraschend. (Archivfoto)  © Maja Hitij/dpa

Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen begrüßte die Entscheidung als überfällig. "Das ist nicht darstellbar. Das kann sich die Stadt nicht leisten und das kann sie sich auch absehbar nicht leisten", sagte Sprecherin Bärbel Hildebrand der dpa.

Der ursprüngliche Plan, das alte Gebäude nur für einen kleinen Übergangszeitraum zu sanieren, wäre doppelt ausgegebenes Geld. 

Für die Kultureinrichtung kam der Stopp überraschend: "Diese Nachricht ist ein Schock für alle Mitarbeitenden der Deutschen Oper am Rhein sowie die mit uns verbundenen Orchester und die vielen Künstlerinnen und Künstler, die hier auftreten und beschäftigt sind", sagte die geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, Alexandra Stampler-Brown, in einer Erklärung.

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Es sei "viel Kreativität, Herzblut und Kraft" in die Planungen für das "Opernhaus der Zukunft" investiert worden, stellte sie fest.

Es müsse geprüft werden, welche Optionen es für eine möglichst langfristige unterbrechungsfreie Aufrechterhaltung des Spielbetriebes im alten Opernhaus geben könne. 

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