Erste Stadt entscheidet sich gegen Olympia: Steht Bewerbung von NRW jetzt auf der Kippe?

Köln/Herten - Die erste der 17 potenziellen Ausrichterstädte der Olympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen hat sich gegen eine Bewerbung für das Sportevent entschieden.

Kommen die Olympischen Sommerspiele bald nach NRW?  © Rolf Vennenbernd/dpa

Wie die Ruhrgebietsstadt Herten mitteilt, sei bei einer Stadtratssitzung die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für die Einleitung eines Bürgerentscheids trotz 32 Stimmen für die Durchführung nicht zustande gekommen.

"Ausschlaggebend dafür war das geschlossene Abstimmungsverhalten der SPD-Fraktion, die mit 13 Stimmen gegen die Vorlage votierte", berichtet die Stadt.

Mit der Entscheidung ist klar: Die Bürger werden selbst nicht über eine potenzielle Bewerbung für die Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abstimmen dürfen.

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"Ich bedaure sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger nun nicht die Möglichkeit haben zu entscheiden. Damit wurde ihnen die Chance genommen, Politik aktiv zu gestalten und ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen", kritisiert Hertens Bürgermeister Fred Toplak (66, TOP-Partei).

Zumal gleiches auch für die Nachbarstadt Recklinghausen gilt, die gemeinsam mit Herten auf der ehemaligen Bergbauhalde Hoheward verschiedene Mountainbike-Wettkämpfe ausrichten sollte. Durch die Ablehnung sei ein Bürgerentscheid nun nämlich nicht nur in Herten, sondern auch in Recklinghausen ausgeschlossen, so die Stadt.

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NRW, Hamburg, Berlin oder München - wer erhält die Olympia-Chance?

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) hat sich zuletzt stark für eine Olympia-Bewerbung von Köln und der Region Rhein-Ruhr ausgesprochen.  © Thomas Banneyer/dpa

Ob der negative Entscheid Auswirkungen auf die Gesamtbewerbung von Köln und der Region Rhein-Ruhr haben wird, ist derweil noch unklar. "Die konkreten Konsequenzen dieser Entscheidung für das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit der Bewerbung sind derzeit noch nicht absehbar", heißt es aus Herten.

Neben NRW wollen sich außerdem auch Hamburg, Berlin, und München für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele bewerben.

Anders als die innerdeutsche Konkurrenz setzen Köln und das Ruhrgebiet aber auf ein dezentrales Konzept mit verschiedenen Austragungsorten, in denen nun jeweils Bürgerentscheide durchgeführt werden müssen.

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Bis Herbst 2026 will sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dann entscheiden, welcher der vier deutschen Ausrichter die größten Chancen hat und sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Kandidat bewerben darf.

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