Harte Sparmaßnahmen: Evangelische Kirche ringt "um jeden Euro"
Von Marc Herwig
Bonn - Wegen sinkender Mitgliederzahlen will die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) den Rotstift bei einer Reihe sozialer Projekte ansetzen.
Laut einem Vorschlag der Kirchenleitung soll unter anderem weniger Geld in die Diakonie, die Entwicklungshilfe oder in einen Arbeitslosenfonds fließen.
Außerdem will sich die Kirchenleitung von ihren Studentenwohnheimen trennen und zur Finanzierung der evangelischen Schulen stärker die Eltern zur Kasse bitten.
"Jeder Euro, den wir bei dieser Arbeit einsparen müssen, tut weh. Und wir haben da intensiv wirklich um jeden Euro gerungen", sagte Präses Thorsten Latzel (55).
"Selbstverständlich schmerzt es uns, wenn wir gerade bei den Schwächsten, gerade in der jetzigen Zeit, sparen müssen." Wegen der sinkenden Mitgliederzahlen habe man aber keine andere Wahl.
Die Herausforderung sei, "auch als eine kleinere Kirche mit weniger Mitteln weiter für andere da zu sein", sagte Latzel.
Bis Montag berät die Landessynode - das Kirchenparlament - über die Sparmaßnahmen. Das Ziel ist, im landeskirchlichen Haushalt bis 2030 mindestens 33 Millionen Euro einzusparen. Mehrere Gruppen haben bereits Proteste gegen die Vorschläge der Kirchenleitung angekündigt.
Die rheinische evangelische Kirche erstreckt sich über Gebiete in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Mit gut zwei Millionen Mitgliedern ist sie die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
