Hitze ist schuld: Landwirtschaft lechzt nach Wasser! Droht kostspieliger Ernte-Engpass?
Von Wolf-Dietrich von Dewitz
Münster - In Nordrhein-Westfalen nimmt die anhaltende Trockenheit immer weiter zu. Die Landwirtschaft träumt deshalb von jeder Menge Regen!
Der Einschätzung von Agrarexperte Jan-Malte Wichern von der Landwirtschaftskammer NRW zufolge ist die Lage ernst. "Wir brauchen möglichst bald einen schönen langen Landregen, also langen gleichmäßigen Niederschlag."
Während die bereits abgeschlossene Gerstenernte von den Folgen der Trockenheit noch weitgehend verschont geblieben sei, so rechne er bei der inzwischen angelaufenen Weizenernte mit Einbußen. "
Weil es im Juni so heiß und trocken war, sind die Pflanzen zur Notreife übergegangen: Die Körner sind abgereift und es wurden keine weiteren Körner gebildet - das wird sich im Ertrag bemerkbar machen."
Dadurch hätten die Landwirte die Weizenernte deutlich früher starten müssen als im langjährigen Schnitt. Auch für Roggen erwartet Wichern rückläufige Ernteerträge.
Besonders im Rheinland sei es ungewohnt trocken gewesen. In anderen Regionen sehe es etwas weniger gravierend aus. "Regional ist es aber sehr unterschiedlich: Es kann sein, dass doch mal Niederschläge durchgezogen sind und der Boden nicht so trocken ist wie zwei Dörfer weiter."
Kartoffeln und Gemüse könnten bewässert werden, was allerdings zu höheren Kosten für die Landwirte führe. "Da die Preise für Kartoffeln aktuell recht niedrig sind, bringen die Bewässerungskosten Landwirte zusätzlich unter Druck."
Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
