Maibaum-Verkauf startet in NRW: Das müsst ihr dazu wissen
Von Petra Albers
Köln - Es ist ein romantisches Zeichen der Liebe: Am Morgen des 1. Mai stehen vor manchen Häusern bunt geschmückte Birken. Am Mittwoch beginnt vielerorts der Verkauf der Maibäume.
Vor allem im Rheinland ist der Brauch verbreitet. Zumeist stellen junge Männer ihrer Angebeteten nachts ein Bäumchen vor die Tür - nur in Schaltjahren ist es umgekehrt. Einfach irgendwo fällen darf man die Birken aber nicht - das gilt als Diebstahl und Sachbeschädigung.
"Zwar ist das 'Organisieren' der Birken in der freien Natur vielleicht unterhaltsam oder auch spannend, aber leider verboten", erklärt die Stadt Köln. Die Stadt hat deshalb wie mehrere andere Kommunen und Forstämter offizielle Maibaum-Verkaufsstellen eingerichtet.
Der Landesbetrieb Wald und Holz etwa bietet Maibäume an 13 Orten an. In Alfter, Königswinter und Siegburg dürfen Kunden die Bäume auch selbst schlagen - aber "keine Motorsägen!", mahnen die Förstereien vorsorglich. Die Preise starten meist bei 10 Euro.
Auch in Köln liegen die Preise bei 10 Euro je angefangenem laufendem Meter. "Zum Schmücken der Birken sind zudem buntes, wasserfestes Krepppapier und Holzherzen inklusive Beschriftung im Angebot." In Bonn und Mönchengladbach werden die Bäume nicht eigens geschlagen, sondern sie fallen im Rahmen der Kulturpflege im Stadtwald an.
Vorsicht beim Maibaum-Transport mit dem Auto
In Aachen verkauft das kirchliche Hilfswerk Misereor am 30. April Maibäume für einen guten Zweck: Der Erlös geht an Projekte etwa für Bildung oder Ernährung in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im vergangenen Jahr hat Misereor nach eigenen Angaben durch die Aktion rund 10.000 Euro eingenommen.
Wer den Baum mit seinem Auto transportiert, muss die Ladevorschriften beachten. So darf der Baum nicht zu weit über das Fahrzeug hinausragen und Kennzeichen sowie Beleuchtung nicht verdecken. Es geht aber auch bequemer: Im Internet finden sich Verkäufer mit Lieferservice.
Doch mit dem Aufstellen des Maibaums ist das Thema nicht erledigt, wie die Stadt Bonn betont: "Im Juni ist es Zeit, die Liebesbeweise nach guter alter Sitte wieder abzuholen." Will heißen: "Diejenigen, die den Maibaum geschenkt haben, müssen auch dessen Entsorgung in die Hand nehmen."
Wer die Birkenstämme nicht als Baumaterial oder Kaminholz verwenden wolle, könne sie zersägt bei den Abfallwirtschaftsbetrieben abgeben.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

