Von Dorothea Hülsmeier und Alina Eultgem
Düsseldorf - Von Sachbeschädigung über Beleidigung bis zu Körperverletzung und Waffengebrauch: In den Nahverkehrszügen in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der sicherheitsrelevanten Vorfälle 2025 gestiegen.
Insgesamt wurden vergangenes Jahr über 20.150 Vorfälle erfasst - fast 1350 mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem neuen Sicherheitsbericht 2025 für den Regionalverkehr in NRW hervor.
Auffällig: Vor allem Sachbeschädigungen und Verunreinigungen haben zugenommen. Die Zahl der Körperverletzungen ging zwar leicht zurück, dafür stiegen Bedrohungen und auch Fälle mit Waffengebrauch (von 35 auf 46).
Mit Abstand am häufigsten bleiben aber Beleidigungen. Rund 5550 Mal wurden sie registriert, auch wenn diese Zahl insgesamt etwas gesunken ist.
Besonders betroffen ist das Zugpersonal. Laut Bericht sind es immer wieder Ticketkontrollen, die Konflikte auslösen.
Dabei wird das Personal nicht nur beleidigt, sondern auch bedroht oder sogar angegriffen.
Tragischer Fall als Auslöser für mehr Schutz im Bahnverkehr
Trotz der steigenden Zahlen betonen die Verantwortlichen: Der Nahverkehr bleibt insgesamt sicher. Schließlich stehen rund 20.000 Vorfälle etwa 400 Millionen Fahrten im Jahr gegenüber.
Nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang des Jahres war die Debatte um mehr Sicherheit zusätzlich angeheizt worden.
Jetzt soll nachgelegt werden: mehr Personal in Doppelbesetzung, modernere Videoüberwachung in Zügen und künftig auch KI-gestützte Systeme zur frühzeitigen Erkennung von Gewalt.
Außerdem werden Bodycams getestet und Beschäftigte in Deeskalation geschult, damit es im Zug künftig ruhiger zugeht.