Neue Zahlen da: So viele Frauen leiten Hochschulen in NRW
Von Dorothea Hülsmeier
Düsseldorf - Der Frauenanteil bei Hochschulleitungen in Nordrhein-Westfalen wächst. 41,7 Prozent der Hochschulspitzen in NRW werden von Rektorinnen und Präsidentinnen gestellt, wie Wissenschaftsministerin Ina Brandes (48, CDU) mitteilte.
Bundesweit sind es nur 35,1 Prozent. Zum Vergleich: 2013 lag der Wert in NRW noch bei 18,9 Prozent, wie aus dem "Gender-Report 2025" zur NRW-Hochschullandschaft hervorgeht. Konkret werden dem Report zufolge nun 15 Hochschulen in NRW von einer Frau geleitet.
Insgesamt stieg der Frauenanteil zwar auch bei Professuren: Waren es 2013 noch 21,8 Prozent, lag der Wert 2023 bei 29,6 Prozent. Damit seien Frauen in diesem Bereich aber noch deutlich unterrepräsentiert, heißt es in dem Report.
Die Erhöhung des Frauenanteils bei Professuren sei daher ein wichtiges Gleichstellungsziel. Doch auch auf der Ebene der Professuren bestünden Geschlechterungleichheiten fort. Je höher die Besoldungsgruppe, umso geringer sei der Frauenanteil.
Den höchsten Anteil von Professorinnen in NRW gibt es in den Geisteswissenschaften mit 46,3 Prozent. In den Wirtschaftswissenschaften wird erst jede vierte Professur von einer Frau bekleidet (25,6 Prozent).
Auch in den Rechtswissenschaften fällt der Frauenanteil mit 27,2 Prozent unterdurchschnittlich aus. In den Erziehungswissenschaften (58,8 Prozent) und im Sozialwesen (57,1 Prozent) sind Frauen dagegen mehrheitlich bei den Professuren vertreten.
Niedrigster Frauenanteil bei den Ingenieurwissenschaften
Die Ingenieurwissenschaften als stärkste Fächergruppe in NRW, weisen den mit Abstand niedrigsten Anteil an Professorinnen auf: Gerade einmal jede sechste Professur ist dort mit einer Frau besetzt (17,7 Prozent).
Innerhalb dieser Fächergruppe stellen nur bei der Architektur Frauen etwas mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) der Professuren. In der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften sind Professorinnen ebenfalls deutlich in der Unterzahl. Ihr Anteil beträgt hier 23,4 Prozent.
"Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, das Know-how von hervorragenden Wissenschaftlerinnen noch besser wertzuschätzen und zu nutzen", sagte Brandes.
Der Gender-Report erscheint alle drei Jahre als unabhängige wissenschaftliche Studie des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW im Auftrag des Wissenschaftsministeriums.
Titelfoto: Fabian Stratenschulte/dpa

