Von Frank Christiansen
Aachen - Nach den offenbar politisch motivierten Schüssen auf ein Mehrfamilienhaus in Aachen sitzt der mutmaßliche Schütze in Abschiebehaft. Das hat ein Vertreter des Justizministeriums in einer Sondersitzung dem Rechtsausschuss des Landtags mitgeteilt.
Der 28-jährige Iraker soll zwölf Schüsse auf ein Wohnhaus abgefeuert haben, in dem eine iranische Flagge aus der Schah-Zeit im Fenster hing. Mindestens eine Kugel durchschlug eine Fensterscheibe und beschädigte eine Gasleitung im Haus.
Weil sich in dem unbeleuchteten Raum niemand aufhielt, stuften die Ermittler die Tat als Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Waffengesetz ein.
Die Gasleitung sei wegen heruntergelassener Rollos von außen nicht zu erkennen gewesen. Weil die Schüsse steil nach oben abgefeuert wurden, habe der Schütze auch nicht etwaige schlafende Menschen in dem Raum treffen können.
Der in der Nähe des Tatorts entdeckt Verdächtige hatte bei der Festnahme knapp 2,3 Promille Alkohol und Amphetamine im Blut.
Bei ihm waren eine Schusswaffe und ein leeres Magazin gefunden worden. Der 28-Jährige habe eine Einzelperson in ihrer politischen Überzeugung beeinflussen wollen, hieß es von der Polizei zum Motiv des Mannes.
Duldung Ende Februar abgelaufen
Weil die Duldung des 28-Jährigen am 20. Februar ausgelaufen sein soll, habe die Ausländerbehörde Abschiebehaft beantragt. Diese sei am Amtsgericht Aachen zweimal abgelehnt, bei der Nennung weiterer Gründe beim dritten Mal aber schließlich genehmigt worden.
Die Schüsse wurden am 14. März abgefeuert. Der mutmaßliche Schütze kam zunächst auf freien Fuß, wurde aber sechs Tage später am vergangenen Freitag festgenommen. Er sitze nun in der Abschiebehaftanstalt in Büren.