Weniger Kunden für Vodafone: Konzern sagt Nein zu "Billig-Tarifen"
Von Wolf-Dietrich von Dewitz und Alina Eultgem
Düsseldorf - Der Kundenschwund beim Telekommunikationsanbieter Vodafone Deutschland setzt sich fort.
Wie die Firma in Düsseldorf bekanntgab, sank die Anzahl der Festnetz-Internetkunden im Jahresauftakt-Quartal um 90.000 auf rund 9,9 Millionen.
Auch im Mobilfunk sieht es nicht besser aus: Bei Vodafone selbst sowie den Zweitmarken SIMon und Otelo ging es um rund 77.000 Verträge nach unten – auf etwa 28,8 Millionen Kunden.
"Billig ist Trumpf" gilt in der Branche offenbar immer mehr, viele Anbieter locken mit aggressiven Rabatten. Vodafone zieht aber bewusst nicht komplett mit.
"Wir setzen nicht auf Neukunden um jeden Preis", sagte Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. Die Folge: weniger neue Kunden, aber stabilere Preise.
Umsatz steigt trotz Kundenverlust bei Vodafone
Schlecht liefen die Geschäfte trotzdem nicht: Der Service-Umsatz stieg im ersten Quartal um 1,3 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte es hier noch ein Minus von sechs Prozent gegeben.
Dass die Einnahmen steigen, obwohl Kunden verloren gehen, liegt auch am sogenannten Netzgeschäft: Vodafone vermietet sein Netz an andere Anbieter, unter anderem an 1&1. Dazu kommt ein besser laufendes Geschäft mit Firmenkunden.
Laut Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot werde man weiter in die Netze und den Kundenservice investieren. Vodafone Deutschland hat seinen Firmensitz in Düsseldorf, deutschlandweit hat die Firma gut 13.000 Beschäftigte.
Titelfoto: Wolf von Dewitz/dpa
