Hilfe kommt schneller: Polizei kann Notruf jetzt per Handy orten
Von Oliver Auster
Düsseldorf - Die Polizei in NRW kann jetzt bei einem Notruf den Standort des Anrufers bestimmen, um schneller helfen zu können.
Technische Grundlage ist nach Angaben des zuständigen Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste die sogenannte Advanced Mobile Location-Technologie, die in modernen Smartphones integriert ist.
Die Polizeileitstellen in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich nach Angaben des Landesamtes seit Kurzem an einem bundesweiten Pilotbetrieb.
Bei eingehenden Notrufen können die Leitstellen demnach bei konkreter Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person die Standortdaten des Anrufers abrufen.
Auch bei der Verfolgung von Straftaten könne die automatische Standortübermittlung hilfreich sein, hieß es.
So funktioniert die Standortortung
Wählt man mit dem Smartphone den Notruf 110, übermittelt das Gerät während des Rufaufbaus automatisch Standortdaten an einen zentralen Speicherort.
Die Disponenten in den Polizeileitstellen können diese Standortdaten bis zu 60 Minuten nach Eingang des Notrufs abrufen, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen. Danach werden die Daten automatisch gelöscht.
NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wenn jemand in Not ist und nicht weiß, wo er ist, hilft uns das System jetzt, das Handy metergenau zu orten."
"Unsere Leitstellen schicken die Streifen dann dorthin, wo es brennt, und zwar ohne Umwege. Und das alles, ohne den Datenschutz über Bord zu werfen."
Titelfoto: Michael Brandt/dpa

