Von Volker Danisch und Carsten Linnhoff
Düsseldorf - Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, muss sich vielerorts auf höhere Kosten einstellen. Der Grund: Zahlreiche Städte und Gemeinden haben die Grundsteuer angehoben. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundes der Steuerzahler.
Insgesamt haben 140 von 396 Kommunen ihren Hebesatz im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Darunter sind den Angaben zufolge Köln, Mülheim an der Ruhr, Hagen und Neuss. Besonders stark seien die Hebesätze in Vettweiß (um 377 Punkte), Dinslaken (350 Punkte) und Bergkamen (325 Punkte) gestiegen.
Die höheren Kosten treffen aber nicht nur Haus- und Wohnungsbesitzer. Vermieter können die Grundsteuer über die Nebenkosten an ihre Mieter weitergeben. Spätestens mit der nächsten Betriebskostenabrechnung könnten viele deshalb mehr zahlen müssen.
Die Grundsteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden. Mit dem Geld werden unter anderem Kitas, Schulen, Straßen oder Spielplätze finanziert.
Wegen der angespannten Finanzlage vieler Kommunen rechnen Experten damit, dass es in den kommenden Jahren weitere Erhöhungen geben könnte.
Nur drei Kommunen in NRW haben ihre Grundsteuer für dieses Jahr gesenkt: Borgholzhausen, Büren und Ahlen. Besonders hoch dagegen ist der Hebesatz aktuell in Alsdorf, Nideggen und Lüdenscheid.
Gleichzeitig beschäftigen die neuen Grundsteuer-Regeln weiterhin die Gerichte. Mehrere Verfahren liegen inzwischen beim Oberverwaltungsgericht in Münster, das sich noch in diesem Jahr mit dem Thema befassen will.