Zu schade für die Tonne! So könnt Ihr altes Brot und Brötchen noch verwerten

Deutschland - Vom Sonntagsfrühstück sind noch zwei Brötchen übrig geblieben, das Baguette ist am dritten Tag bereits knüppelhart und das alte Brot wurden längst durch ein frisches Exemplar ersetzt. In den deutschen Haushalten landen auf diese Weise jährlich Hunderttausende Tonnen an Backwaren im Müll. Doch altes Brot und trocken gewordene Brötchen sind viel zu schade zum Wegwerfen.

Erfahrt hier, wie Ihr altes Brot und Co. clever verwerten könnt.

Altes Brot wird in vielen Haushalten noch immer weggeworfen, statt verwertet

Mit der Zeit entstehen im durchschnittlichen Privathaushalt große Mengen an alten Backwaren.
Mit der Zeit entstehen im durchschnittlichen Privathaushalt große Mengen an alten Backwaren.  © Unsplash/Bruno Thethe

Liest man Zahlen darüber, wie viele der in Deutschland produzierten Backwaren jährlich weggeworfen werden, mag manch einer seinen Augen kaum glauben.

Laut einer Studie des WWF aus dem Jahr 2018 gehören Backwaren nämlich zu den am meisten weggeworfenen Lebensmitteln.

Von den im Jahr 2015 produzierten 4,9 Millionen Tonnen Backwaren wurden etwa 1,7 Millionen Tonnen nicht verzehrt.

Das ist in etwa so, als hätte man auf einer landwirtschaftlichen Fläche größer als Mallorca Brot, Brötchen und Co. ausschließlich für die Tonne produziert.

Noch dramatischer ist, das nicht nur der Handel die benötigte Menge an Nahrungsmitteln falsch kalkuliert und damit zu viel erzeugt.

Denn etwa die Hälfte der weggeworfenen Backwaren geht auf das Konto privater Haushalte.

Während der Handel zumindest einen Teil des Überschusses noch zu Tierfutter verarbeitet oder in Biogasanlagen energetisch verwertet, ist bei den Endverbrauchern Kreativität gefragt, wie sie mit den Resten an Brot und Brötchen am besten umgehen.

Altem Brot und Brötchen vorbeugen

Am besten ist es, durch richtige Lagerung Brot und Brötchen so lange wie möglich frisch zu halten.
Am besten ist es, durch richtige Lagerung Brot und Brötchen so lange wie möglich frisch zu halten.  © Unsplash/Wesual Click

Wenn es um Backwaren geht, ist es natürlich besser, Brötchen und Brot erst gar nicht alt werden zu lassen.

Das heißt, am besten sorgt man bereits durch die korrekte Lagerung und zügiges aufbrauchen dafür, dass erst gar keine Reste anfallen.

Das bedeutet konkret:

  • Lagert Brot und Brötchen richtig, am besten in einem luftdurchlässigen Brotbehälter.
  • Verstaut Brot hingegen nicht im Kühlschrank, da es hierdurch schnell alt schmeckt.
  • Wenn Ihr wisst, dass Ihr einen Teil des Brotlaibes oder einzelne Brötchen nicht aufgegessen bekommt, könnt Ihr die Reste auch portionieren und einfrieren.
  • Vermeidet fertige Aufbackware, da diese schneller altert als Brot und Brötchen vom Bäcker.

Dass sich Reste nicht immer vermeiden lassen, versteht sich jedoch von selbst.

Beachtet auch, dass je nach dem Weizenmehlanteil im Brot dieses schneller oder langsamer austrocknet.

Es gilt: Je mehr Weizenmehl sich in Brot und Brötchen befinden, desto eher trocknen diese aus.

Während sich Weizenbrote höchstens drei Tage frisch halten lassen, sind es bei Roggen(misch)broten fünf bis sieben Tage bei guter Lagerung.

Altes Brot wieder auffrischen

Altes Brot lässt sich mit einem einfachen Trick etwas auffrischen.
Altes Brot lässt sich mit einem einfachen Trick etwas auffrischen.  © Unsplash/Jasmin Schreiber

Ihr habt ein älteres Brot zuhause und wollt dieses wieder etwas auffrischen?

Dann kann man folgendes versuchen:

Schneidet das Brot in Scheiben und befeuchtet dieses mit etwas Wasser. Das funktioniert beispielsweise gut mit einem Backpinsel.

Legt die Scheiben nun in den Toaster und toastet sie für kurze Zeit an. Durch das zusätzliche Wasser schmeckt das Brot frischer und kann anschließend regulär mit einem Belag der wähl verzehrt werden.

Wer keinen Toaster zu Hause hat, kann alternativ auch das Brot als Ganzes von außen befeuchten und es im Ofen kurz aufbacken. Währenddessen zieht das Wasser in das Innere des Brotes sodass es ebenfalls frischer als vorher schmeckt.

Diese Tricks funktionieren jedoch nicht, wenn das Brot bereits sehr hart geworden ist.

Ideen und Rezepte zum Verwerten von altem Brot und Brötchen

Alte Brötchen und hart gewordenes Brot sind zu schade für die Tonne.
Alte Brötchen und hart gewordenes Brot sind zu schade für die Tonne.  © Unsplash/Wesual Click

Möchtet Ihr altes Brot, aber auch alte Brötchen nicht mehr klassisch mit Belag wie Wurst, Käse oder Marmelade verzehren, bieten sich viele Möglichkeiten zum Reste verwerten an. Einige Rezeptvorschläge werden nachfolgend vorgestellt:

Arme Ritter / French Toast

Geeignet für Toast und Weizenbrötchen

Alt gewordenes Toastbrot oder Weizensemmeln lassen sich zu einem leckeren Frühstück oder als kleine Mahlzeit zwischendurch genießen.

Hierzu werden je nach Rezept einige Eier zusammen mit Milch aufgeschlagen und mit süßen oder herzhaften Gewürzen verfeinert. Anschließend werden die Brötchen- oder Toastscheiben in dem Eier-Milch-Gemisch ausgiebig gebadet und in der Pfanne gebraten.

Bruschetta

Geeignet für Baguette, Ciabatta und Brötchen

Haben Baguette und Ciabatta ihre Fluffigkeit verloren, sind sie bestens geeignet für selbstgemachte Bruschetta. Hierbei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Zubereitung. In einigen Rezepten werden die Weißbrotscheiben etwas im Ofen angeröstet und anschließend z.B. mit einer Salsa bestrichen. Bei anderen Variationen wird der Belag direkt auf das Brot gegeben und zerläuft durch die Zugabe durch Käse herrlich auf den Scheiben im Ofen.

Italienischer Brotsalat

Geeignet für jegliches Brot und Brötchen

Brotsalate können ein wunderbares Resteessen für die ganze Familie sein. Hierbei kann man eine Vielzahl an Gemüse verwerten. Verfeinert wird das Ganze durch Fetakäse, Oliven, Salami und alles, was sonst noch schmeckt. Das alte Brot wird für einen Brotsalat in Würfel geschnitten und in einer Pfanne mit Butter, Margarine oder einem Pflanzenöl angebraten. Nachdem der Salat angerichtet ist, verteilt man die Brotwürfel großzügig darauf.

Brotauflauf

Geeignet für jegliches Brot und Brötchen

Wer aus seinen Brotresten eine warme Mahlzeit zaubern möchte, sollte es mal mit einem Brotauflauf probieren. Der ist sowohl süß als auch herzhaft ein Genuss. Wer es süßer mag, greift besser zu Weißmehl-Brot und Brötchen, während die deftigeren Gerichte auch Vollkorn- und Roggenbrote vertragen können. Der süße Brotauflauf ist häufig auch unter Kirschen-Michel bekannt, doch gibt es ihn auch in Verbindung mit anderen Obstsorten.

Brotchips

Geeignet für Baguette, Brot, Brötchen, Brezeln

Altbackenes Brot und Brötchen lassen sich im Handumdrehen in leckere Brotchips für den Snack am Abend verwandeln. Dazu wird das Brot in sehr dünne Scheiben geschnitten (ideal sind 3 mm Dicke), die anschließend auf einem Backblech verteilt werden. Nun mit etwas Olivenöl bestreichen und nach Belieben mit Kräutern, Knoblauch und Salz würzen. Ab in den Backofen für etwa eine viertel Stunde bei 180 ° Celsius und fertig sind die selbstgemachten Brotchips.

Brotsuppe

Geeignet für Weißbrot und Graubrot

Ideal zur Resteverwertung ist auch die Brotsuppe. Hierbei handelt es sich um keine Erfindung der Neuzeit, sondern war bereits den Großeltern eine bekannte Mahlzeit. Je nach Rezept werden die kleingeschnittenen Brotwürfel als Einlage in die Suppe gegeben oder mitsamt der Brühe püriert.

Croutons & Paniermehl

Geeignet für jegliches Brot und Brötchen

Der Klassiker schlechthin zur Verwertung von altem Brot ist natürlich die Herstellung von Paniermehl und Croutons. Für Croutons verwendet man gern Toast sowie Weißmehlbrot und -brötchen, die als Würfel in Butter angebraten werden. Wer will gibt noch Kräuter dazu.

Für Paniermehl müssen Brot und Brötchen erst richtig hart werden, ehe sie in einem Standmixer effektiv zerkleinert und anschließend zum Panieren verwendet werden können.

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Fazit - Viele Rezepte machen das Wegschmeißen von Brot und Brötchen überflüssig

Wer seine alten Backwaren nur ungern in die Tonne wandern lässt, findet im Internet genügend Anregungen, um aus alten Brötchen und Brot eine schmackhafte Mahlzeit, zumindest aber einen kleinen Snack für zwischendurch zu zaubern.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!

Titelfoto: Unsplash/Wesual Click

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