Gähn! Obacht vor gereizten Frauen (und Männern): Uhren werden wieder umgestellt
Deutschland - Wer am Freitag oder Samstag auf einer Party weilt und es an Gesprächsthemen mangelt, hier ein Tipp: Quatscht doch einfach über die gute alte Zeitumstellung! Genervtes Stöhnen ist garantiert.
Am frühen Sonntag (29. März) werden wieder mal die Uhren umgestellt. Der Zeiger wandert dann (bei Smartwatch oder Handy sogar automatisch) von 2 Uhr auf 3 Uhr nach vorn. Gefeiert (und geschlafen) wird dadurch eine Stunde kürzer. Achtung, Jetlag-Gefahr!
Besonders Frauen sollten sich rüsten. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit ist es vor allem das weibliche Geschlecht, das mit der Zeitumstellung so seine Probleme hat.
Demnach haben schon fast 40 Prozent der befragten Frauen Beschwerden nach dem Dreh an der Uhr verspürt (Männer 22 Prozent). Sie klagten über Gereiztheit, Schlafstörungen und Müdigkeit.
Menschen aus Bayern trifft die Umstellung wohl besonders hart. Laut BARMER-Analyse wird von Garmisch bis Coburg nämlich sowieso schon schlecht geschlummert, mehr als eine Million Bayern klagen demnach über Schlafstörungen. Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der BARMER in Bayern, spricht von einem "Volksleiden".
Das dürfte laut Krankenkasse bei den Betroffenen durch den durcheinandergewirbelten Schlafrhythmus am Sonntag sogar noch verstärkt werden.
Pläne zur Abschaffung der Sommerzeit scheiterten - bis jetzt!
Mit müden Augen Auto fahren ist an sich keine gute Idee, am Sonntag (vor allem für Schlafmuffel) schon gar nicht. Der ADAC warnt vor Wildwechsel, besonders in den frühen Morgenstunden.
"Während für uns Menschen der Tag eine Stunde früher beginnt, ändert sich der Tagesablauf für die Tiere nicht", erklärt ein Sprecher des ADAC Mittelrhein gegenüber der dpa. Es ist Vorsicht geboten!
Die Sommerzeit hat - trotz aller Negativmeldungen - aber auch etwas Gutes. Es ist länger hell, Lampen müssen später angeknipst werden, Energie wird gespart. So lautete zumindest eine der politischen Begründungen, als die Zeitumstellung 1980 während der damaligen Ölkrise wieder eingeführt wurde (zuvor nach dem Zweiten Weltkrieg 1950 abgeschafft).
EU-Pläne, die Sommerzeit abermals zu streichen, scheiterten übrigens im Jahr 2018. Über 80 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer (davon etwa drei Millionen aus Deutschland) sprachen sich bei einer Online-Befragung dafür aus. Bis heute können sich die EU-Staaten allerdings nicht auf eine einheitliche Position einigen. Bis das so weit ist, wird weiter an der Uhr gedreht - und auch die nächste Ölkrise ist nicht weit.
Titelfoto: Montage: 123RF/megaflopp, Jennifer Brückner/dpa

