Was fressen Schmetterlinge?

Buntes Flattern im Garten und auf dem Balkon ist nicht nur eine Freude für die Augen, sondern gut für die Natur. Leider sind die farbenfrohen Falter selten geworden. TAG24 verrät in diesem Ratgeber für Haus & Garten, mit welchen Pflanzen Insektenliebhaber Schmetterlinge anlocken können.

Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs fressen Blütennektar und zählen zu den Edelfaltern.
Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs fressen Blütennektar und zählen zu den Edelfaltern.  © unsplash/Ella Baxter

Heimische Schmetterlinge sind notwendige Bestäuber für viele Pflanzen im Garten, aber auch auf dem Balkon. Außerdem bilden sie als Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere einen wichtigen Bestandteil des natürlichen Ökosystems.

Um so erschreckender ist die Rote Liste der Tagfalter, aus welcher hervorgeht, dass insgesamt 63 Prozent der einheimischen Arten langfristig zurückgegangen sind. Davon gelten 43 Prozent der Falter als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben.

Folglich ist nicht nur für Bienen Hilfe nötig, sondern auch für die Erhaltung von Schmetterlingen sind unterstützende Maßnahmen sinnvoll.

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Wenn Gartenfreunde und Balkongärtner Schmetterlinge anlocken und schützen möchten, dann empfehlen sich vielfältige und nektarreiche Blütenpflanzen.

Im Idealfall befinden sich viele einheimische Wildpflanzen im Garten, um Schmetterlinge anzulocken.

Was essen Schmetterlinge im Garten und wie kann man sie anlocken?

In Vorbereitung auf den Winter finden Tagpfauenaugen und andere Tagfalter in den Blüten von Herbst-Astern wichtige Energiereserven.
In Vorbereitung auf den Winter finden Tagpfauenaugen und andere Tagfalter in den Blüten von Herbst-Astern wichtige Energiereserven.  © unsplash/Krzysztof Niewolny

Schmetterlinge ernähren sich vorwiegend von Nektar.

Der Sommerflieder ist ein wahres Paradies für Schmetterlinge, weswegen er auch Schmetterlingsstrauch genannt wird. Außerdem sehr beliebt bei den Insekten sind Flammenblumen bzw. Phlox.

Im Kräuterbeet finden Schmetterlinge großen Gefallen an Thymian, Oregano, Dill, Wiesen-Salbei und Kapuzinerkresse.

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Ein buntes Stauden-Beet für Schmetterlinge könnte z. B. aus Alpen-Aster, Kokardenblume, Prachtscharte und Glockenblume bestehen. Wer es einjährig mag, kann sein Glück mit Zinnien und Studentenblumen versuchen.

Ein echter Hit für alle nektarliebenden Insekten ist Lavendel, welchen es in zahlreichen Sorten gibt. Unter Gärtnern sehr beliebt ist der winterharte und dunkelblaue "Hidcote Blue".

Nachtfalter suchen nektarreiche Pflanzen, die nachts blühen und duften wie Nachtkerze, Gemeinen Leimkraut oder das Geißblatt Goldflame.

Im Herbst brauchen Schmetterlinge ebenfalls Nektar zum Überleben. Herbst-Astern, Rote Sonnenhut, Mädchenauge oder die Hohe Fetthenne stehen zu dieser Jahreszeit in der Blüte.

Grundsätzlich gilt, um Schmetterlinge anzulocken: Die Mischung aus nektarreichen Pflanzen macht es!

Gartenpflanzen für Schmetterlinge

Disteln sind sehr verlockend für Edelfalter wie das Große Ochsenauge und den Graubindigen Mohrenfalter.
Disteln sind sehr verlockend für Edelfalter wie das Große Ochsenauge und den Graubindigen Mohrenfalter.  © unsplash/E. Diop
Geeignete Fraßpflanzen für Schmetterlinge sind:
  • Kartäuser-Nelke
  • Bartblume
  • Sonnenblume
  • Himbeere
  • Distel
  • Tüpfeljohanniskraut
  • Blaukissen
  • Judastaler
  • Gewöhnlicher Liguster
  • Salweide
  • Rote Johannisbeere
  • Steinkraut
  • Hornklee
  • Prachtscharte
  • Gewöhnlicher Wasserdost
  • Wohlriechendes Veilchen
  • Wiesenflockenblume
  • Knautie bzw. Acker-Witwenblume
  • Natternkopf.

Mittlerweile kann man auch Samenmischungen aus schmetterlings- und insektenfreundlichen Blumen und Wildkräutern erwerben.

Extra Tipp: An einer Stelle im Garten die Wiese nicht mähen und die natürlichen Wiesenpflanzen blühen lassen. Dieses Stück wird zum Insektenparadies und bietet nicht nur für Schmetterlinge eine Nahrungsquelle.

Schmetterlingsfreundlicher Garten im Winter

Wenn die Temperaturen sinken und der Winter naht, dann verschwinden auch die Schmetterlinge.

Wie die Insekten überwintern, hängt von der Art ab. Manche Schmetterlinge überstehen den Winter als Falter und andere als robustere Raupe, Puppe oder Ei. Zu finden sind sie in Baumhöhlen, auf immergrünen Pflanzen, zwischen Steinen oder im Geräteschuppen.

Auch im Winter kann man einiges für das Überleben der Schmetterlinge tun.

Tipps für Schmetterlinge im Winter:

  • schmetterlingsfreundlichen Pflanzen im Winter stehen lassen
  • dichte Kletterpflanzen und immergrüne Pflanzen in den Garten pflanzen
  • Schmetterlingshaus oder Insektenhotel aufstellen
  • Stein- und Reisighaufen im Garten errichten
  • Totholz und Baumstümpfe im Garten integrieren.
Wer draußen einen Schmetterling im Winter findet, sollte diesen auf keinen Fall in den beheizten Raum bringen. Am besten lässt man das Insekt einfach am Fundort, denn diesen hat der Falter selbst zum Überwintern gewählt.

Schmetterlinge auf den Balkon locken

Auf Balkon und Terrasse kann Schmetterlingen ebenfalls ein reichhaltiges Buffet angeboten werden.

Frische Küchenkräuter verfeinern nicht nur jedes Gericht, sondern locken Schmetterlinge auf den Balkon. Man die Gewürzpflanzen ruhig blühen lassen, denn nicht alle Kräuter sind nach der Blüte giftig. Besonders beliebt bei Schmetterlingen sind Oregano, Majoran und Thymian.

Die Schmetterlings-Magneten Sommerflieder und Lavendel eignen sich ebenfalls für die Balkonbepflanzung. Zwergsorten vom Flieder und der Echte Lavendel sowie der Provence- und Schopflavendel gedeihen in Pflanzenkübeln.

Balkonpflanzen für Schmetterlinge

Schwalbenschwanz und andere Schmetterlinge lieben die sehr ergiebigen Blüten von Lavendel.
Schwalbenschwanz und andere Schmetterlinge lieben die sehr ergiebigen Blüten von Lavendel.  © Unsplash/Noah Boyer

Weitere passende Pflanzen für Balkontöpfe und Nahrungsquelle für Schmetterlinge sind:

  • Margerite
  • Kartäusernelke
  • Moschusmalve
  • Wiesensalbei
  • blaublühende Alpenleinkraut
  • niedrigeren Sorten von Flammenblumen
  • Wandelröschen
  • Mehliger Salbei
  • Sonnenblume
  • Spornblume
  • kleinwüchsiger Blutweiderich
  • Bienenfreund (Phacelia).
Balkon und Terrasse sind für Schmetterlinge lediglich Zwischenstopps, da sie dort meist keine Fortpflanzungsgrundlage finden.

Was fressen Schmetterlingsraupen?

Die Raupen der Schmetterlinge fressen hauptsächlich Blätter, weswegen sie an Nutzpflanzen oft als Schädlinge bekämpft werden. Dieses Vorgehen wirkt sich negativ auf die Schmetterlingspopulation aus.

Dabei können andere Pflanzen eine ausreichende Nahrungsquelle für die Raupen bieten. Eine Variante wäre es, Brennnesseln nicht komplett auszureißen und an einer Ecke im Garten stehenzulassen. Diese sind z. B. für die Raupen von Tagpfauenauge, Admiral und Kleinem Fuchs eine wichtige Lebensgrundlage.

Die Schwalbenschwänze legen ihre Eier nur einzeln ab, weswegen die Raupen meist keinen großen Schaden verursachen. Die Schwalbenschwanzraupe ist z. B. an Fenchel-, Karotten- und Dillpflanzen, manchmal auch an Petersilie, Maggikraut, Weinraute und Diptam zu finden.

Verursachen Raupen unerwünschten Schaden an den Pflanzen, sollte man sich informieren, um welche Art es sich handelt. Nur wenn es unbedingt nötig ist, dann sollten sie nur mit natürlichen Mitteln bekämpft werden.

Pflanzen für Schmetterlingsraupen

Brennnesseln stellen eine wichtige Nahrungsquelle für die Raupen des Kleinen Fuchs und anderen Faltern dar.
Brennnesseln stellen eine wichtige Nahrungsquelle für die Raupen des Kleinen Fuchs und anderen Faltern dar.  © unsplash/Bruno Kelzer

Weitere Fraßpflanzen für Raupen von Schmetterlingen sind:

  • Ampfer
  • Brombeere
  • Distel
  • Faulbaum
  • Ginster
  • Goldregen
  • Himbeere
  • Hopfen
  • Platterbse
  • Thymian
  • Veilchen
  • Wicke
  • Wiesenklee.

Wer ein paar Brennnesseln oder andere Pflanzen für Schmetterlingsraupen im Garten oder auf dem Balkon stehen lässt, kann sich bald an den bunten Insekten erfreuen.

Mit einer artenreichen Blütenpracht wird es bald auf dem Balkon oder im Garten von Schmetterlingen wimmeln. Das sieht nicht nur schön bunt aus, sondern bildet eine wichtige Grundlage für die Blütenbestäubung und ein ausgewogenes Ökosystem.

Titelfoto: unsplash/Ella Baxter

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