Ist Weichspüler schädlich? Das muss man zum Thema wissen

Zunächst wurde Weichspüler in der Werbung gegen kratzige Pullover gehypt, dann wurde es viele Jahre an den Pranger gestellt wegen umweltschädlicher Inhaltsstoffe. Was hat sich gesetzlich getan und wie schädlich ist Weichspüler heute?

Die Inhaltsstoffe von Weichspüler können Allergien fördern oder auslösen. (Symbolfoto).
Die Inhaltsstoffe von Weichspüler können Allergien fördern oder auslösen. (Symbolfoto).  © 123RF/Aleksej Sarifulin

Herrlich weiche Wäsche, das möchte fast jeder. Das, was die Wäsche so weich macht, ist zum einen die Ionisierung der Fasern durch Tenside. Die sind positiv geladen, legen sich um die Fasern des Wäschestücks und verbinden sich mit den negativ geladenen Teilchen. Dadurch wirken sie der elektrostatischen Wasserstoffbrückenbindung und somit der Wäschestarre entgegen.

Zum anderen sorgen die in den meisten Weichspülern enthaltenen tierischen Fette dafür, dass sich die Wäsche kuschelig weich anfühlt. Die meist aus Schlachtabfällen gewonnen Inhaltsstoffe (Talg) legen sich wie ein Film um die Fasern und machen sie geschmeidig.

Solange man nicht vegan lebt, ist das zunächst kein wirkliches Problem, auch wenn es bei dem einen oder anderen natürlich Ekel auslösen kann. Problematisch ist es allerdings, dass sich dieses tierische Fett nicht nur auf dem Wäschestück anlagert, sondern auch in der Waschmaschine. Doch das ist nicht das einzige, was den Einsatz von Weichspüler heikel macht.

Was es alles zum Thema Weichspüler beachten gibt, jetzt im Ratgeber.

So schadet Weichspüler der Umwelt

Weichspüler enthalten eine Reihe an synthetischen Chemikalien, die ins Abwasser gelangen und die Umwelt belasten können, da sie schwer abbaubar sind, schreibt codecheck.info zum Thema "So umweltschädlich ist Weichspüler – Giftig für Mensch & Umwelt".

Man findet allerdings auch völlig gegensätzliche Quellen im Netz, beispielsweise for-me-online.de zu "Ist Weichspüler schädlich? Wir räumen mit dem Mythos auf". Dort wird darüber informiert, dass Weichspüler zwar mal umweltschädlich war, aber seit einer EU-Verordnung von 2006 (EU-Detergenzienverordnung EG/907/2006 Quelle: Umweltbundesamt zum Thema Weichspüler) nur noch Tenside verwendet werden, die vollständig biologisch abbaubar sind. Das ist richtig, aber nur die halbe Miete:

Für die Verwendung von Duftstoffen gibt es noch immer keine gesetzliche Regelung. Hier kann jedes Unternehmen mit "eigenen Standards" werben, was das genau bedeutet und wie umweltfreundlich diese Standards sind, ist für den Verbraucher kaum nachzuvollziehen.

Codecheck dazu: Zu den besonders problematischen Duftstoffen zählen zum Beispiel Moschusverbindungen, die für Wasserorganismen hochtoxisch sind und eine hormonelle und krebserregende Wirkung haben. Das Risiko lässt sich in Anteilen auch auf den Menschen übertragen.

Wer die Umwelt schonen möchte, sollte den Einsatz von Weichspüler noch einmal überdenken.
Wer die Umwelt schonen möchte, sollte den Einsatz von Weichspüler noch einmal überdenken.  © 123RF/fesus

ÖkoTest schreibt zudem noch einem anderen Duftstoff risikoreiche Eigenschaften zu: Butylphenyl Methylpropional (Lilial) soll die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Erbgut schädigen können (aus: "Ekelerregende Inhaltsstoffe! Warum Sie auf Weichspüler verzichten sollten").

Neben den zweifelhaften Duftstoffen, enthalten Weichspüler auch umweltschädliche Lösungsmittel.

So schadet Weichspüler der Haut

Weichspüler kann nicht nur der Umwelt schaden, sondern auch der Gesundheit. Er gilt als Auslöser für Allergien (vor allem wegen der Duftstoffe) und kann empfindliche Haut reizen. Zwar wirkt sich der weich gewaschene Stoff kurzfristig positiv auf gereizte Haut aus, doch langfristig kann man die Inhaltsstoffe durchaus kritisch betrachten. Vor allem gelten einige Inhaltsstoffe, wie bereits erwähnt, als karzinogen, also krebserregend.

Neben den gesundheitlichen Problemen führt der Film, der sich durch Weichspüler auf die Fasern beispielsweise eines Handtuchs legt, dazu, dass der Stoff weniger saugfähig ist. Das Handtuch fühlt sich weicher an, doch die eigentliche Funktion wird beeinträchtigt. Auch bei Sportkleidung kann die Funktion, nämlich die Atmumungsaktivität beeinträchtigt werden. Synthetische Stoffe sollten generell nicht mit Weichspüler behandelt werden.

Ob es die Haut reizt, hängt sicher vor allem vom eigenen Hauttyp ab. Viele Menschen haben keine Probleme, obwohl sie Weichspüler verwenden. Aber spätestens der Verdacht auf karzinogene Stoffe hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Mit kratzigen Handtüchern möchte man die zarte Babyhaut nicht abtrocknen. Mit allergenen Stoffen aus Weichspüler aber auch nicht.
Mit kratzigen Handtüchern möchte man die zarte Babyhaut nicht abtrocknen. Mit allergenen Stoffen aus Weichspüler aber auch nicht.  © 123RF/Evgeny Atamanenko

So schadet Weichspüler der Waschmaschine

Nicht nur Haut und Umwelt, sondern auch der Waschmaschine kann Weichspüler schaden. Denn die tierischen Fette setzen sich nach und nach in der Waschmaschine ab und bilden so einen feuchten und schmierigen Nährboden für Bakterien und Pilze. Da hilft auch das offen Stehenlassen des Bullauges wenig, da die fettigen Reste nicht so schnell wegtrocknen.

Ständiges Waschen mit Weichspüler führt übrigens auch zu einem höheren Waschmittelverbrauch.

Alternativen zum Weichspüler

Um die Wäsche etwas weicher werden zu lassen, kann man eine Essig-Wasser-Mischung (etwa ein Schuss Essig auf 150 Milliliter Wasser) dazugeben. Damit die Mischung nicht weggewaschen wird, sollte sie im Weichspül-Fach landen, da sie dann erst zum Schluss zur Wäsche gegeben wird und ihre Wirkung entfaltet. Der Essiggeruch verfliegt, spätestens wenn die Wäsche trocken ist.

Gerüchen in der Wäsche und auf der Wäsche kann man vorbeugen, indem man die Waschmaschine regelmäßig reinigt. Wie man das am besten macht, steht in diesem Ratgeber-Artikel:

Waschmaschine reinigen: Diese 4 Schritte sind unheimlich wichtig!

Für extra Duft, kann man auch ätherische Öle mit zur Wäsche geben oder ein Waschmittel kaufen, das schön duftet. Allerdings können auch ätherische Öle Allergien auslösen, man sollte also erst mal vorsichtig testen.

Der Markt bietet inzwischen auch Bio-Weichspüler an, die keine oder zumindest kaum problematische Stoffe enthalten.

Für eine kuschelig weiche Wäsche gibt es Alternativen zum herkömmlichen Weichspüler.
Für eine kuschelig weiche Wäsche gibt es Alternativen zum herkömmlichen Weichspüler.  © 123RF/Olga Yastremska

Fazit: Weichspüler vermeiden!

Weitere Tipps zum Haushalt unter Haus & Garten.

Wer hin und wieder den schönen Duft und besonders weiche Wäsche genießen möchte, der kann Weichspüler verwenden. Die Duftpalette ist tatsächlich sehr verführerisch. Jeder Verbraucher sollte sich aber bewusst machen, dass sich bei jedem Waschgang, Talg in der Waschmaschine festsetzt und Schimmel- und Geruchsbildung fördert. Darüber hinaus enthält Weichspüler zahlreiche Inhaltsstoffe, die die Umwelt belasten und die Haut reizen können.

Wer darauf verzichten kann, sollte das der Umwelt und sich selbst zuliebe also tun, das rät auch das Umweltbundesamt.

Titelfoto: 123RF/Aleksej Sarifulin

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