Hund anspringen abgewöhnen: Das sind die Tricks

Werden Fremde, Besucher und Besitzer von Hunden angesprungen, zeugt das nicht nur von fehlender Erziehung, sondern kann je nach Größe des Hundes auch sehr schmerzhaft sein. Wie gewöhnt man dem Hund das Anspringen wieder ab? Die Antwort gibt es jetzt im Hunderatgeber.

Mit einfachen Tricks kann man Hunden das Anspringen abgewöhnen.
Mit einfachen Tricks kann man Hunden das Anspringen abgewöhnen.  © 123RF/Zarin Andrey

An vielen Orten begegnet man Hundehaltern, die mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Nicht selten kommt der Hund auf Fremde zu und springt sie manchmal an.

Einige Menschen haben durch schrecklichen Nachrichten von Hundeangriffen oder schlechte Erfahrungen Angst vor fremden Hunden. Springt ein Hund die an, verfallen sie in Panik.

Dabei Hunde meinen es nicht immer böse. Oftmals haben sie sich das in der Kindheit angewöhnt, sind aufgeregt oder haben schlicht Spaß am Hochspringen.

Das Anspringen macht Hunde unkontrollierbarer, und die erscheinen sehr impulsgesteuert. Um die den Umgang mit dem Hund angenehmer zu gestalten, aber auch die Sicherheit anderer zu gewährleisten, sollte man Hunden das Anspringen abtrainieren.

Mit wenigen Tricks kannst Du dem Hund das Anspringen schnell angewöhnen. Zudem gibt Dir TAG24 nützliche Tipps, wie Du Welpen richtig erziehst, sodass sie das instinktive Anspringen rasch ablegen.

Warum springt Dein Hund andere und Dich an?

Wenn Hunde Menschen anspringen, kann das die folgenden Gründe haben:

  • Begrüßung
  • Austesten von Grenzen
  • Aufregung (Übersprungverhalten)
  • Spieltrieb
  • Stress
  • Abwehr
  • soziale Interaktion in Form von Gesicht ablecken
  • schlichte Freude am Springen

Übrigens Hunde, die jemanden anspringen, haben nicht zwangsläufig ein dominantes Wesen. Es kommt auf das Gegenüber an. Wer dominant ist, beschreibt lediglich die Beziehung des Hundes zu anderen. Ein Hund kann dem Herrchen gegenüber dominant sein, aber gegenüber von Frauchen unterwürfig.

Wie gewöhnst Du Deinem Hund das Anspringen ab?

Leider hilft es bei erwachsenen Hunden oft nicht mehr, das Anspringen nur zu ignorieren. Sie haben dieses Verhalten als lobenswert abgespeichert und assoziieren es mit positiven Gefühlen. Außerdem kann es vorkommen, dass Hund es als Interaktion oder Spielen deuten, wenn man sie beim Anspringen nur mit leichten Gesten wegdrückt. In diesem Fall macht es ihnen großen Spaß und sie werden es auch in Zukunft tun.

Eine Möglichkeit wäre es, dem Hund keinen Raum zu geben. Konkreter bedeutet es, nicht zurückzuweichen, sondern auf den Hund zuzugehen. Unterstützen kann es sein den Hund mit dem Arm abzublocken oder ihm vorsichtig, aber direkt, beide Arme ausgestreckt und mit den Handflächen zu Hund entgegenzuhalten. Eventuell stößt der Hund leicht mit dem Kopf dagegen, deswegen sollte die Geste nicht zu schwungvoll sein.

Hundehalter können das Anspringen mit einem Kommando wie "Sitz!" unterbrechen. Wichtig ist es, dass der Hund das Kommando gut beherrscht und ihn die Handlung am Springen hindert. Gelingt es, sollte der Hund ruhig gelobt werden, um das Verhalten zu stärken.

Möchte man Futter bzw. Leckerli beim Training des Hundes verwenden, dann bietet sich das auch bei der Abgewöhnung vom Anspringen an. Eine Variante wäre es dem Hund das Leckerli auf den Boden zu werfen, sodass er nicht springt. Dieses Vorgehen dient ebenfalls dazu, die Begrüßungssituation zu entspannen. Einfach Futter oder Leckerli bevor die Wohnung betreten wird in die Hand nehmen. Stürmt dann der Hund in der Wohnung auf einen zu und setzt zum Sprung an, kann man das Leckerli von sich weg in den Raum werfen. Während der Hund die erste Aufregung am Leckerli auslässt, kann man selbst in Ruhe ankommen und den Hund im Anschluss ruhig auf dem Boden begrüßen.

Zur Festigung des gewünschten Verhaltens sollte Dein Hund das Lob in Form von z. B. Leckerli, Dein Gesicht zur Begrüßung oder das Streicheln möglichst ohne Anspringen erreichen können.

Spieltrieb und zu viel Aufregung begünstigen bei Hunden das impulsive Hochspringen. Achte auf ausreichend Ruhephasen.
Spieltrieb und zu viel Aufregung begünstigen bei Hunden das impulsive Hochspringen. Achte auf ausreichend Ruhephasen.  © unsplash/Chris Johnstone

Optional kann man das Anspringen für den Hund mit einer negativen Erfahrung verknüpfen. Hierfür den Hund beim Anspringen an den Pfoten festhalten. Dann entweder eine Weile mit dem Hund stehen bleiben, bis man spürt, dass er sich befreien will und dann noch ein paar Sekunden länger halten. Oder mit dem Hund vorsichtig ein paar Schritte gehen, sodass der Hund gezwungen ist, rückwärts zu laufen, was für ihn sehr unangenehm ist. Nach ein paar Wiederholungen sollte der Hund das Anspringen unterlassen. Rechne damit, dass er Dich eventuell in die Hände beißt.

Allgemein ist es wichtig, den Hund im Verlauf des Tages auch Ruhephasen zu geben. Wenn er den ganzen Tag gefordert wird, fällt es ihm schwer, ruhig zu bleiben und wird sehr impulsiv. Achte zusätzlich darauf, dass Blickkontakt zum Hund immer Dialog bedeutet. Der Hund fühlt sich dadurch immer animiert und wird noch aufgeregter. Billigst Du sein Verhalten nicht, dann wende den Blick und den Körper von ihm ab.

Wie kannst Du dem Hund das Anspringen von Besuch und Fremden abgewöhnen?

Wenn Dein Hund andere Personen beim Spaziergang oder wenn Besuch kommt, anspringt, solltest Du ihm das abgewöhnen. Mache Menschen haben Angst vor Hunden oder fühlen sich eventuell belästigt.

Der erste Impuls bei der Begegnung mit einem Fremden kann sein, die Leine straff zu halten, was der Hund als Signal für ein spannendes Ereignis deutet. In diesem Fall erweckt der Fremde erst recht seine Aufmerksamkeit und er findet ihn interessant. Beobachte, ob der Hund bei straffer Leine anspringt.

Eine Möglichkeit wäre es dann, die Leine schlaff zu lassen oder mit einer Schleppleine zu üben. Wenn Du nicht reagierst, andere nicht groß beachtest und ruhig bleibst, dann verliert auch Dein Hund das Interesse. Das gilt ebenfalls bei Besuch. In diesem Fall hilft es, ruhig zu bleiben, Kommandos zu geben und Futter auf dem Boden.

Fremde Menschen, die den Hund nicht kennen, animieren aufgrund von Unwissenheit oft das Verhalten. Überlege, wem oder was der Hund draußen begegnen kann. Hohe Stimmen, Geräusche und Streichelversuche wären mögliche Reaktionen anderer. Trainiere Deinen Hund, ruhig zu bleiben, indem Du ihm im geschützten Raum mit den Ablenkungen konfrontierst. Lobe ihn ruhig nur, wenn er entspannt bleibt oder nicht auf den Reiz von außen reagiert. Du wirst überrascht sein, wie schnell Dein Hund das lernen kann.

Welpen wollen instinktiv zum Gesicht, weswegen die Hunde ihre Besitzer auch anspringen. Dieses Verhalten sollte man ihnen frühzeitig abgewöhnen.
Welpen wollen instinktiv zum Gesicht, weswegen die Hunde ihre Besitzer auch anspringen. Dieses Verhalten sollte man ihnen frühzeitig abgewöhnen.  © unsplash/Yogendra Singh

Wie verhindert man das Anspringen bei Welpen?

Bei Welpen ist das Anspringen instinktiv. Hunde lecken zur Beschwichtigung, beim Betteln um Futter oder ähnlicher sozialer Interaktion das Gesicht anderer Tiere. Bei Menschen ist der Kopf weiter oben, folglich müssen sie springen.

Hunde verstehen nicht, dass die als niedliche Welpen Dinge dürfen, die sie als ausgewachsenen Tiere nicht machen sollen. Wenn Besitzer den Welpen das Anspringen frühzeitig abgewöhnen, dann tritt das Verhalten bei ausgewachsenen Hunden nicht auf. Wenn Du mit dem Welpen schon trainierst, ruhig auf hohe Stimmen, Geräusche und Fremde zu reagieren, dann schaffst Du damit die Grundlage für einen entspannten Hund.

Achte bei der Erziehung von Welpen immer darauf, keine Verhaltensweisen zu verstärken, die Du bei dem erwachsenen Hund nicht haben möchtest.

Im Gegensatz zu erwachsenen Tieren reicht bei Welpen das Ignorieren meistens aus. Trotzdem es vielleicht schwerfällt, sollte man sich wegdrehen und notfalls weggehen. Hilfreich ist es, die Arme zu verschränken, damit er nicht an die Hände kann. Lobe den Welpen erst, wenn er mit allen Vieren auf dem Boden ist. Fordert er zu viel Aufmerksamkeit, verlasse kurz den Raum.

Mache Dir bewusst, dass der Welpe Dich genau beobachtet und daraus lernt.

In der Folge solltest Du darauf achten, dass Du ihm das Anspringen nicht unbewusst beibringst. Angenommen Du wirfst beim Spielen den Ball erst, wenn der Hund aufgeregt hochspringt. Dann glaubt er, dass er springen muss, damit Du den Ball wirfst. Wirf den Ball erst, wenn er ruhig darauf wartet. Durch klare Spielregeln schwächst Du die impulsiven Triebe des Hundes.

Bleiben Hundebesitzer und andere im Umgang mit Hunden ruhig, aber bestimmt, dann ist es leicht, den Tieren unerwünschtes Verhalten wie das Anspringen abzugewöhnen.

Titelfoto: 123RF/Zarin Andrey

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