Überdrehten Hund beruhigen: Diese Ursachen solltest Du kennen

Ein überdrehter Hund, was bedeutet das eigentlich? Die folgenden Ursachen solltest Du kennen, um mit der richtigen Herangehensweise Deinen Hund beruhigen zu können!

Hyperaktivität bei Hunden hat meistens eine ernste Ursache und sollte nicht ignoriert werden.
Hyperaktivität bei Hunden hat meistens eine ernste Ursache und sollte nicht ignoriert werden.  © Unsplash / Joséphine Menge

Ständiges Zerren an der Leine, ununterbrochenes Hecheln, lautes Bellen und unkontrolliertes Springen. Dein Hund dreht schnell auf?

Nicht immer liegt die Ursache eines hyperaktiven Verhaltens an dem Charakter des Hundes. Daher ist es wichtig, dass Du mögliche Ursachen kennst und herausfindest, was der Grund für das Verhalten Deiner Fellnase ist.

Hunde, die überdrehen, sind meistens sehr reizempfindlich und reagieren besonders sensibel auf ihr Umfeld. Es fällt ihnen teilweise schwer, sich auf ihren Menschen zu konzentrieren und nicht dauerhaft abgelenkt zu sein.

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Hunderatgeber Das sind 5 Anzeichen dafür, dass Dein Hund glücklich ist

Wie Du herausfinden kannst, welche Ursache das hyperaktive Verhalten Deines Hundes hat und was Du tun kannst, um Euer Zusammenleben dauerhaft zu beruhigen, findest Du im Anschluss.

Für mehr Tipps und Tricks in der Hundeerziehung schau im Hunderatgeber vorbei.

Infos für Schnellleser:

  • Ursachen für Hyperaktivität können sein: Genetik, unzureichende Beschäftigung, Stress, Erziehung, Krankheit oder falsche Ernährung.
  • Lösungen, um den Hund zu beruhigen: Routinen, Grenzen, Ruhepausen, das richtige Spielzeug und Beschäftigung.

5 Ursachen für einen überdrehten Hund

Besonders bei Hüte- oder Schutzhunden ist die Genetik oft die Ursache für ein reizempfindliches Verhalten.
Besonders bei Hüte- oder Schutzhunden ist die Genetik oft die Ursache für ein reizempfindliches Verhalten.  © 123rf / Kseniyaresphoto

1. Genetik

Einige Hunderassen wurden für bestimmte Aufgaben gezüchtet, welche ständige Bereitschaft und Wachsamkeit verlangen. Hütehunde oder Schutzhunde zeigen beispielsweise öfter ein hyperaktives Verhalten als andere Rassen.

2. Unzureichende Beschäftigung

Besonders Rassen, welche aktiver und reizempfindlicher sind, brauchen genügend Beschäftigung. Generell sollte der Hund artgerecht, körperlich und geistig gefördert werden.

Welche Hunderassen besonders aktiv sind und viel Beschäftigung brauchen, findest Du hier im Ratgeber über sportliche Hunderassen.

3. Stress

Besonders in den ersten Wochen und Monaten ist es wichtig, dass Welpen die Welt kennenlernen. Genauso wichtig sind allerdings auch genügend Ruhepausen. Werden diese nicht eingehalten und der Hund ist einem ständigen Stress ausgesetzt, dann sinkt die Toleranz für diesen und die Hunde reagieren oft über oder sogar ängstlich auf Umweltreize.

Auch erwachsene Hunde, welche dauerhaftem Stress ausgesetzt sind, reagieren oft empfindlich auf diesen und überdrehen schnell.

4. Erziehung

Auch der Hundehalter selbst und der Erziehungsstil haben Auswirkung auf das Verhalten des Hundes.

Eine hohe und animierende Stimmlage ruft bei Hunden meistens auch ein quirliges und aufgedrehtes Verhalten hervor. Genauso wichtig ist die Körpersprache des Hundehalters. Wenn der Hund Unsicherheit im Verhalten seines Menschen spürt, setzt oft automatisch ein Schutzinstinkt ein oder der Hund reagiert ebenfalls ängstlich.

5. Krankheit und Ernährung

Eine erhöhte Reizempfindlichkeit oder Hyperaktivität kann auch durch eine falsche Ernährung oder eine Erkrankung entstehen. Hast Du diese Befürchtung, dann lasse Deinen Vierbeiner von einem Tierarzt untersuchen und bitte um eine Futterberatung.

Überdrehten Hund beruhigen

Ruhepausen können als Routine in den Alltag integriert werden und sind besonders wichtig für hyperaktive Hunde.
Ruhepausen können als Routine in den Alltag integriert werden und sind besonders wichtig für hyperaktive Hunde.  © Unsplash/Roberto Nickson

Wie beruhige ich meinen hyperaktiven Hund? Bevor Du Dich auf die Suche nach einer passenden Lösung machst, solltest Du Dir die Frage nach der Ursache beantwortet haben. Außerdem solltest Du Dir überlegen, in welchen Momenten Du Deinen Hund beruhigen möchtest. Soll die Lösung Euer Zusammenleben beruhigen oder eine akute Situation?

Achtung: Du solltest Deinen Hund auf keinen Fall für sein überdrehtes Verhalten bestrafen. Das schadet der Beziehung und kann in manchen Fällen zu einem gesteigerten, hyperaktiven oder ängstlichen Verhalten führen. Mehr dazu findest Du hier: Warum Du Deinen Hund nicht bestrafen solltest.

1. Routinen und Grenzen

Routinen und Grenzen sind besonders wirksam, um das Zusammenleben mit Deinem Hund zu beruhigen. Eine Routine ist eine Fähigkeit, die man durch das regelmäßige Wiederholen erwirbt.

Hilfreiche Routinen sind beispielsweise:

1. Das Absetzen vor der Haustür, bevor es nach einem Spaziergang wieder hineingeht. So kannst Du Deinen Vierbeiner in Ruhe ableinen und eventuell auch sauber machen.
2. Das Ablegen in dem Körbchen, wenn es für die Menschen Essen gibt. So hat Dein Hund eine festgeschriebene Ruhepause und Du kannst entspannt essen.
3. Das Absetzen bevor der Hund an den Futternapf darf.

2. Ruhepausen

Nicht nur genügen Bewegung und Kopfarbeit machen ein glückliches Hundeleben aus, denn Dein Vierbeiner braucht genügend Ruhe. Besonders die typischen Arbeitshunde wie der Border Collie und der Australien Shepard finden oft von alleine keine Ruhe und brauchen die Unterstützung von ihren Menschen. Auch hier helfen Routinen.

3. Spiel und Bewegung

Deinen Hund gibt es nicht in ausgepowert? Vielleicht suchst Du Dir und Deinem Vierbeiner ein gemeinsames Hobby oder eine tolle Beschäftigung, mit der Du die Spaziergänge aktiver gestalten kannst.

Mit einem Spielzeug kannst Du auf das Verhalten Deines Hundes eingehen und ihn in seinem Bedürfnis aktiv zu sein unterstützen. Außerdem kannst Du Such- und Denkspiele für Hunde in Euren Alltag einbauen, das hält das Köpfen fit und macht müde.

Du solltest den Drang nach Bewegung von Deinem Hund nicht immer unterdrücken. Vielmehr solltest Du ihn dabei unterstützen seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Du solltest den Drang nach Bewegung von Deinem Hund nicht immer unterdrücken. Vielmehr solltest Du ihn dabei unterstützen seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.  © Unsplash / C Perret

Überdrehter Hund: Beruhigungs-Tipps für den Akutfall

Ist Dein vierbeiniges Energiebündel so richtig in Fahrt, dann bleibe ruhig. Nur, wenn Du gelassen bist, kannst Du Deinen Hund beruhigen. Folgende Schritte kannst Du anwenden:

1. Schritt: Bleib ruhig und versuche, die Aufmerksamkeit Deines Vierbeiners zu bekommen. Da hilft beispielsweise ein Leckerchen oder das Lieblingsspielzeug.

2. Schritt: Hast Du die Aufmerksamkeit Deiner Fellnase, rufe sie zu Dir und belohne Deinen Hund.

3. Schritt: Versuche, Deinen Hund bei Dir zu behalten und ihn durch unaufgeregtes Streicheln und Reden zu beruhigen.

Fazit: Um einen Hund zu beruhigen, heißt es vor allem: Ruhe bewahren!

Hinter einem aufgedrehten Hund steckt oft mehr als ein Charakterzug. Wichtig ist, dass Hundebesitzer die Ursache erkennen und an einer hundegerechten Lösung arbeiten. Das kann in der Form von Routinen passieren oder durch ein gemeinsames Hobby, bei dem sich Mensch und Hund gemeinsam auspowern können.

Außerdem sollten tägliche Ruhepausen nicht unterschätzt werden. Diese dürfen auch gerne von dem Menschen festgelegt werden.

Titelfoto: Unsplash / Joséphine Menge

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