Chronischer Durchfall bei Hunden: So einfach kann das Problem gelöst werden

München - Wenn Hunde unter chronischen und akuten Magen-Darm-Erkrankungen leiden, kann eine Kottransplantation Abhilfe schaffen. Die Behandlungsmethode ist so einfach wie effektiv.

Gerade bei jungen Hunden mit chronischen Darmproblemen kann eine Kottransplantation sinnvoll sein, um Langzeitproblemen vorzubeugen. (Symbolbild)
Gerade bei jungen Hunden mit chronischen Darmproblemen kann eine Kottransplantation sinnvoll sein, um Langzeitproblemen vorzubeugen. (Symbolbild)  © 123rf.com/reddogs

Viele Hundehalter kennen es: immer wieder hat der geliebte Vierbeiner Durchfall. Unangenehm für das Tier und die kuhfladenartigen Häufchen lassen sich nur schwer beseitigen.

"Jetzt gibt es Licht am Horizont für chronische Durchfallpatienten", freut sich Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.

Brandaktuelle Studien belegen, dass besonders bei Patienten mit regelmäßig wiederkehrenden Darmproblemen eine Kottransplantation das Problem endlich lösen kann.

"Im Idealfall wird im ersten Schritt ein sogenannter Dysbiose-Index ermittelt. Er liefert eine Aussage über die Zusammensetzung der vorhandenen physiologischen Darmkeime", erklärt Hölscher.

"Dazu benötigt der Tierarzt schlicht eine einzelne Kotprobe, die gefroren in ein spezielles Labor geschickt wird."

Bestätigt die Analyse, dass die Darmflora gestört ist, steht die Transplantation an. Für die Behandlung ist weder Narkose noch Sedation nötig.

Kottransplantationen bei Hunden: Wirksam und schmerzfrei

"Die Transplantation erfolgt über eine Sonde, die vorsichtig rektal eingeführt wird. Dieser Vorgang ist schmerzfrei für das Tier", erklärt die Medizinische Kleintierklinik
 in München auf ihrer Webseite.

Die Notdurft eines gesunden Hundes aus der "Kot-Spende-Bank" wird hierbei mit etwas Flüssigkeit aufbereitet und in den Enddarm des tierischen Patienten eingefüllt. "Das war's dann auch schon", erklärt Tierärztin Hölscher.

"Das Verfahren der Kottransplantation klingt ungewohnt", sagt Dr. Stefan Unterer von der Medizinischen Kleintierklinik, "doch unsere Forschung und Praxiserfahrung haben bewiesen, dass sich die gesunden Darmbakterien des Spender-Tieres im Darm des kranken Tieres ausbreiten und die Darmflora schon in kurzer Zeit wieder aufbauen."

Weitere Informationen rund um das Thema Darmgesundheit bei Hunden und Katzen erhaltet Ihr auf der Webseite der Medizinischen Kleintierklinik.

Titelfoto: 123rf.com/reddogs

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