Nachhaltig und lecker: Die ultimativen Tipps für den Grill-Sommer 2020

Frankfurt am Main - Die Ausgangs-Sperren werden immer weiter gelockert. Die Parks, Gärten und Fluss-Wiesen füllen sich. Und zunehmend steigt einem der Grill-Geruch in die Nase. Die Grill-Saison ist eröffnet. Leider geht sie einher mit überfüllten Mülleimern, herumliegenden Einweg-Grills und Umwelt-Schäden. Doch das muss nicht sein. Hier einige Tipps, wie Du das Grill-Vergnügen nachhaltiger gestalten kannst.

1. Der Grill

Wie häufig sieht man irgendwelche Einweg-Grill-Überreste im Park oder am Flussufer liegen? Nicht nur, dass durch Einweg-Grills jede Menge Müll entsteht, sie grillen auch nicht gut.

Sie qualmen und gehen schnell aus. Außerdem ist der Abstand zwischen Rost und Kohle viel zu gering, wodurch das Grillgut schnell anbrennt. Auch die enthaltene Kohle und der Grill-Anzünder sind alles andere als gut für die Gesundheit.

Zu guter Letzt geht die Herstellung des Aluminiums, aus dem die Grill-Schale besteht, mit schweren Umwelt-Belastungen einher, um dann nach einmaliger Benutzung wieder weggeworfen zu werden. 

Mit diesen Produkten geht Grillen auch nachhaltig.
Mit diesen Produkten geht Grillen auch nachhaltig.  © Bild-Montage: Gina Gadis/Anbieter

Eine wunderbare und handliche Alternative ist der faltbare Grill. So gibt es beispielsweise vom Dresdner Startup A4 Grill einen Grill, der zusammengefaltet gerade mal so groß ist wie ein DIN-A4-Papier und somit in jede Tasche passt.

Von der Firma Skotti gibt es den ersten faltbaren Gas-Grill zum Mitnehmen, welcher mit handelsüblichen Gas-Kartuschen betrieben wird - vielleicht für den einen oder anderen die perfekte Geschenk-Idee.

2. Die Kohle

Rund 200.000 Tonnen Grill-Kohle und -briketts werden in Deutschland im Jahr verheizt. Der Großteil davon kommt aus Südamerika und Afrika. Dafür wird Regenwald gerodet und die Holzkohle nach Deutschland importiert.

Um den CO2-Ausstoß beim Transport und die Abholzung des Regenwaldes zu reduzieren, greife lieber zu lokalen Produkten. Und auch hierbei können uns Siegel zur Erkennung von nachhaltigen Produkten helfen.

Kohle, die das FSC- oder PFEC-Siegel trägt, stammt aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Die Holzkohle "Nero" von einem bayrischen Startup ist sogar von Naturland zertifiziert und kommt garantiert aus heimischen Wäldern.

Die Bio-Holzkohle bekommt man bei Rewe, Alnatura, Denn's, Obi, Hagebau und Bauhaus. Leider produziert selbst die nachhaltigste Grill-Kohle noch Feinstaub-Emissionen. Die schonendere Variante wäre ein Elektro-, Solar- oder Gas-Grill.

Beim Kauf von Grill-Kohle, Grill-Anzünder und Fleisch sollte man auf diese Siegel achten.
Beim Kauf von Grill-Kohle, Grill-Anzünder und Fleisch sollte man auf diese Siegel achten.  © Bild-Montage: Gina Gadis

3. Der Grill-Anzünder

Häufig handelt es sich hierbei um wahre Chemie-Keulen wie Spiritus oder Benzin, die jährlich zu vielen Unfällen und Gesundheits-Schäden führen.

Ein Grill-Anzünder aus Holz mit Wachs (FSC zertifiziert) stellt eine deutlich ungefährlichere und nachhaltigere Alternative dar. Alte Weinreben, Maiskolben-Spindeln (Innenteil vom Mais), Kokosnuss-Schalen oder Oliven-Kerne sind ebenso bewährte Hausmittel zum Anheizen.

4. Das Grillgut

Eine Studie des TÜV Rheinland ergab, dass 95 Prozent der Treibhausgas-Emissionen beim Grillen nicht durch die Kohle oder den Grill entstehen, sondern durch das Grillgut. Denn gerade Herstellung, Transport und Verkauf von tierischen Produkten wie Fleisch und Käse verursachen extrem viel Emissionen.

Gemüse, vor allem regional erzeugt und in Bio-Qualität, schadet der Umwelt deutlich weniger. Man muss nicht gleich Vegetarier oder Veganer werden, aber vielleicht reicht ja auch mal nur ein Steak, das dafür aus Bio-Haltung kommt und eine bessere Qualität aufweist, anstatt eine Packung Billig-Discounter-Fleisch.

Das Bioland-, Naturland- oder Demeter-Zeichen weist dabei auf eine artgerechte Tierhaltung hin. Kalkuliere außerdem möglichst genau, wie viel Essen Du zum Grillen tatsächlich brauchst, um einer unnötigen Verschwendung von Lebensmitteln vorzubeugen.

Mittlerweile gibt es auch schon vegetarische Burger-Patties, die selbst absolute Fleisch-Liebhaber überzeugen können.

Sei einfach offen für Neues und probiere doch mal fleischlose Alternativen. Außerdem gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Gemüse auf dem Grill zuzubereiten. Einige Inspirationen findest Du >> hier.

Vor allem Rindfleisch hat eine sehr schlechte Ökobilanz.
Vor allem Rindfleisch hat eine sehr schlechte Ökobilanz.  © Albert Schweitzer Stiftung

Auch beim Grillen selbst gib es ein paar Dinge zu beachten, um der Gesundheit nicht zu schaden. Wenn man zum Beispiel mit der Gabel in ein Würstchen hineinsticht und das Fett auf die Kohle tropft, können sich Krebs-erregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe entwickeln, die dann wiederum in das Fleisch übergehen und der Gesundheit schaden (Deswegen immer eine Grill-Zange statt einer Gabel verwenden!).

Das Gleiche kann auch passieren, wenn man das Grillgut mit Bier ablöscht. Durch den Kontakt mit Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen, weswegen Feta-Käse, Fisch und Co. lieber in einer wiederverwendbaren Grillschale, etwa aus Edelstahl oder Keramik statt in Alufolie, zubereitet werden. Welche Alternativen es noch gibt, erfährst Du >> hier

Warum nicht auch mal fleischlos Grillen?
Warum nicht auch mal fleischlos Grillen?  © 123Rf/foodandmore

5. Das Geschirr

Auch hier gilt: lieber Mehrweg als Einweg. Wer die Teller von Zuhause nicht mitnehmen möchte, sollte wenigstens zu nachhaltigem Wegwerf-Geschirr greifen, zum Beispiel biologisch abbaubare Palmenblatt-Teller.

6. Die Entsorgung

Wenn man mit dem Grillen fertig ist, muss der entstandene Müll und die Asche ordnungsgemäß entsorgt werden.

Letztere gehört ausgekühlt in den Restmüll und nicht auf den Kompost, da in der Asche Schwermetalle und bei unvollständiger Verbrennung Schadstoffe enthalten sind, die Krebs-erregend wirken.

Nimm der Umwelt, den Tieren und der Gesellschaft zuliebe deinen Müll immer mit und lasse ihn nicht herum liegen. Das gilt auch für Zigaretten-Stummel, eventuelle Scherben und Kronkorken!

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: Gina Gadis, 123rf/Lucky Business

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