Das macht das Enten mit Brot Füttern so gefährlich

Deutschland - Enten mit Bot zu füttern ist meist eine spaßige Beschäftigung für die ganze Familie. An den meisten öffentlichen Gewässern zeigen sich die Tiere recht zutraulich und scheinen sich über das Futter zu freuen. Aber das ist ein für die Tiere gefährlicher Irrtum.

Enten mit Brot zu füttern ist für die Tiere gefährlich.
Enten mit Brot zu füttern ist für die Tiere gefährlich.  © unsplash/Zdeněk Macháček

Beim Spaziergang im Park sieht man des Öfteren, wie Enten im Gewässer mit alten Brot oder anderen mitgebrachten Snacks gefüttert werden. Auch den Pommes vom Imbissstand oder der Wurst vom Brötchen sind sie nicht abgeneigt. Den Tieren scheint es zu schmecken und sie futtern munter alles, was man ihnen hinwirft.

Immer mehr hungrig wirkende Tiere scharen sich um die Fütternden. Im Glauben daran, den Enten etwas Gutes zu tun, haben gerade Kinder große Freude am Füttern und gleichzeitig die Möglichkeit, ganz nah an die bunten Vögel heranzukommen.

Viele sind sich jedoch nicht bewusst, dass das Füttern mit Brot für die Enten und anderen Wasservögel tödlich enden kann. Der TAG24-Ratgeber hat zehn Gründe gegen das Füttern von Enten zusammen getragen.

10 Gründe, warum man Enten nicht mit Brot füttern soll

1. Für Enten ist das Füttern mit Brot schädliches "Fast Food".

Im Brot sind zu viele Kohlenhydrate in Form von Zucker, zu viel Salz und zu wenig Nährstoffe enthalten. Fressen die Enten dauerhaft große Mengen Brot mit geringem Nährwert, dann kommt es zum Nährstoffmangel. Krankheiten wie Gicht und andere Schäden sind die Folge. Bei jungen Enten-Küken führt die Mangelernährung zu einer schmerzhaften Fehlbildung. Die "Kippflügel" machen die Tiere ein Leben lang flugunfähig. Außerdem erfordert diese Art der Futteraufnahme für die Tiere keine Anstrengung, was ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch verursacht.

2. Das Brot quillt im Magen auf.

Wenn Enten trockenes Brot essen und dann etwas trinken, quillt das Brot im Entenmagen auf. Der Magen platzt, was ein qualvoller Tod für das Tier ist. Genauso sollte kein schimmliges Brot oder andere schlecht gewordene Lebensmittel verfüttert werden, da diese giftig für die Tiere sind.

3. Die Enten besitzen kein Sättigungsgefühl.

Die Tiere kennen beim Essen kein Limit und sind biologisch dazu programmiert, so viel wie möglich an Nahrung zu sich zu nehmen. Durch unkontrolliertes Füttern essen die Enten mehr als nötig und können zu viel Körpergewicht bekommen. Sie liegen dann zu schwer im Wasser. Die Tiere können nicht mehr richtig schwimmen, sind nicht mehr im Stande, ihr Gefieder richtig zu pflegen und ihre Füße erleiden durch das Gewicht Schäden. Durch den damit einhergehenden vermehrten Landaufenthalt sind sie leichtere Beute für ihre Feinde.

4. Die Reste verschlechtern die Wasserqualität.

Trotzdem die Tiere meist mehr essen als sie brauchen, bleiben Reste vom Brot im Wasser zurück. Bei deren Zersetzung können Stoffe freigesetzt, die das Algenwachstum fördern. Zu viele Algen verursachen Sauerstoffmangel und das Gewässer "kippt". Es kommt zum Beispiel zum Aussterben des Fischbestandes und von Krebstieren, die eine natürliche Nahrungsquelle der Enten sind. Das entstehende Übermaß an Bakterien verschlechtert ebenfalls die Wasserqualität.

5. Die Enten gewöhnen sich an die Futterstellen.

Enten merken sich die Stellen, wo sie gefüttert werden. Sie kehren immer wieder dahin zurück. Ufer und öffentliche Anlagen werden durch Kot, Federn und Essensreste verdreckt. Der Schmutz lockt Ungeziefer und Ratten an. Auch sind die Hinterlassenschaften sehr unhygienisch und ein Herd für Krankheitserreger. Zudem werden die Tiere auf der Nahrungssuche hemmungsloser und belästigen eventuell die Passanten. Deswegen verbieten einige Kommunen die Fütterung von Wasservögeln an Seen und Gewässern. Wenn man gegen ein solches Verbot verstößt, kann es richtig teuer werden.

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Enten zu füttern, macht die Tiere zutraulich. Das kann Kindern große Freude bereiten, aber bringt die Enten oft in Lebensgefahr.  © unsplash/Hiu Yan Chelsia Choi

6. Die Enten werden zutraulich und begeben sich in Gefahr.

Durch das vermehrte Füttern gewöhnen sich die Enten an Menschen und verlieren ihre Ängste. Das führt dazu, dass sie sich ungehemmt weit von ihrem Heimatgewässer entfernen. Sie sind dann Gefahren wie Hunden, Katzen, Füchsen und anderen Feinden sowie dem Straßenverkehr schutzlos ausgesetzt.

7. Die Enten werden vom Füttern abhängig.

Durch die Fütterung verlieren die Enten den Antrieb, selbstständig Nahrung zu suchen. Sie sind an die Fütterung gewöhnt und warten auf die unnatürlichen Nahrungsquellen, statt sich selbstständig Futter zu suchen. Andere Wasservögel verändern möglicherweise ihr Verhalten dahingehend, dass sie nicht mehr über den Winter wegfliegen und dann tatsächlich auf eine Fütterung angewiesen sind.

8. Die regelmäßige Fütterung führt bei den Enten zur Verhaltensveränderung und Langeweile.

Da sich bei der Fütterung meist viele Tiere ansammeln, werden die Enten manchmal sehr gestresst und zeigen ein ungewöhnlich aggressives Verhalten. Außerdem entfällt die Notwendigkeit der Futtersuche, wodurch die Enten keine Beschäftigung mehr haben. Aus Langeweile kann es passieren, dass mehrere Erpel versuchen ein Weibchen zwanghaft zu begatten. Dabei drücken sie das Weibchen unter Wasser und es ertrinkt.

9. Das Füttern ist nicht notwendig.

Enten zu füttern ist nicht zwingend erforderlich und somit unnötig, da die Tiere meist genügend Nahrung in ihrem Lebensraum finden. Mögliche Nahrungsquellen sind Wasserpflanzen, Früchte, Samen, Insekten, Froschlaich, Kaulquappen, Würmer und Schnecken. Das gilt für alle Jahreszeiten. Natürliche Auslese im Winter sorgt dafür, dass nur die starken und gesunden Enten überleben, um Nachwuchs zu bekommen und die Art zu erhalten.

10. Das Füttern stört das ökologische Gleichgewicht in den Gewässern.

Ein Überangebot an Nahrung hat einen Anstieg der Entenpopulation zur Folge. Übermäßige Essensaufnahme und Überbevölkerung führen zu mehr Kot, was eine Belastung für die Gewässer darstellt. Sauerstoffmangel führt zum Aussterben von Pflanzen und anderen Tieren, aber auch zur Vermehrung von Bakterien. Sind zu viele Enten im Gewässer, kann es zum Aussterben der natürlichen Nahrungsquellen wie zum Beispiel Fröschen kommen. Wird der gesamte Froschlaich gefressen, kann die Art nicht fortbestehen. Die Veränderungen des Lebensraums kann letztendlich das Sterben der Enten bewirken.

Wenn man nicht auf das "Enten füttern" verzichten will, dann empfiehlt es sich sehr kleine Mengen an Land an die Entenvögel zu verfüttern. Geeignet sind Haferflocken, klein geschnittene Trauben, Bananen, Tomaten, gekochte Kartoffeln und Salat. Generell ist das Füttern jedoch nicht nötig und ein folgenreicher Eingriff in die Natur. Man sollte sich fragen, ob das reine Beobachten der Enten nicht ausreichend ist.

Titelfoto: unsplash/Zdeněk Macháček

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