Das größte Säugetier der Welt hat ein riesiges Herz

Er ist der Gigant der Erde und braucht pro Tag etwa 16 Tonnen Futter. Das größte Säugetier der Welt ist in allen Weltmeeren zu Hause und gilt als stark gefährdet: der Blauwal.

Platz 1 der größten Säugetiere: Der Blauwal

Blauwale sind die größten Säugetiere der Welt.
Blauwale sind die größten Säugetiere der Welt.  © 123RF/vetre

Majestätisch und scheinbar leicht gleitet es durchs Wasser. Es kann bis zu 180 Tonnen schwer und bis zu 33 Meter lang werden:

Das größte Säugetier der Welt ist der Blauwal (Balaenoptera musculus), ein Bartenwal, der zur Familie der Furchenwale gehört.

Geht man in der Erdgeschichte zurück, übertreffen nicht einmal die größten Dinosaurier die Körpergröße des Blauwals. Er ist nach aktuellem Stand der Forschenden das größte Tier der Erdgeschichte!

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Um diese Masse in Schwung zu halten, ist es kein Wunder, dass der sanfte Meeressäuger sogar das größte und schwerste Herz aller Lebewesen besitzt.

Unter "Tierrekorde" findest Du übrigens mehr über die stärksten, giftigsten und größten Wesen der Erde.

Grafik: Die größten Säugetiere im Größenvergleich

Es ist gar nicht so leicht, sich die Giganten vorzustellen, daher ist eine Grafik mit einem Größenvergleich hilfreich - hier die Plätze eins bis vier im Verhältnis:

So verbildlicht bekommt man eine bessere Vorstellung davon, wie riesig Blauwale sind.
So verbildlicht bekommt man eine bessere Vorstellung davon, wie riesig Blauwale sind.  © Montage: Adobe Stock/3drenderings/RenZen/BAIVECTOR/Papugrat/TAG24, CB

Die Plätze zwei bis vier

Neben Blauwalen landen noch zwei weitere Meeressäuger auf dem Siegertreppchen, mehr Infos dazu sowie zu zwei Landtieren, die sich Platz vier teilen:

Platz 2 der größten Säugetiere: Der Finnwal

Blauwale sind generell die größten Tiere der Welt.

Weil sie im Wasser leben, haben ihre Muskeln und das Skelett kein Problem mit dieser gewaltigen Masse. Daher verwundert es nicht, dass auch das zweitgrößte Säugetier der Welt im Wasser lebt:

Der Finnwal ist das zweitgrößte Säugetier der Erde.

Er wird bis zu 27 Meter lang und wiegt rund 80 Tonnen. Er gehört zu den nächsten Verwandten des Blauwals.

Platz 3 der größten Säugetiere: Der Pottwal

Knapp hinter dem zweiten Platz der größten Säugetiere der Welt befindet sich der Pottwal. Die Bullen können bis zu 20 Meter lang werden und etwa 50 Tonnen Masse mit sich umhertragen.

Der Pottwal ist der größte Raubwal der Welt und unter den Zahnwalen, wozu auch die Delfine gehören, der einzige Großwal.

Das größte Tier der Welt: Der Blauwal wird 33 Meter lang und bis zu 180 Tonnen schwer.
Das größte Tier der Welt: Der Blauwal wird 33 Meter lang und bis zu 180 Tonnen schwer.  © 123RF/izanbar

Platz 4 der größten Säugetiere: Elefant oder Giraffe?

Schließlich folgen in der Körpergrößen-Bestenliste landlebende Säugetiere.

Giraffe: Platz vier erhält die Giraffe, zumindest, wenn man die Körperhöhe betrachtet, denn mit fünf bis sechs Metern Höhe ist die Giraffe größer als alle anderen Tiere.

Elefant: Von der Masse her befindet sich der Afrikanische Elefant auf dem vierten Platz. Er wird knapp vier Meter groß, und ausgewachsene Bullen wiegen mehr als sechs Tonnen. Giraffen erreichen hingegen ein maximales Gewicht von etwa 1,6 Tonnen.

Es kommt also etwas auf die Perspektive an, welches landlebende Säugetier man auf Platz vier setzt.

Faszinierendes Wissen über den Giganten der Meere

Blauwale sind nicht nur in puncto Größe rekordverdächtig. Auch viele andere Merkmale wie die Größe und die Leistung ihres Herzens, die Atmung und die Nahrungsaufnahme sind verblüffend.

Der Blauwal ist zwar ein Riese, aber eine stark gefährdete Art.
Der Blauwal ist zwar ein Riese, aber eine stark gefährdete Art.  © 123RF/izanbar

Blauwal hat auch das größte Herz

Das Herz eines Blauwals wiegt etwa 300 Kilogramm und ist so groß wie ein Mensch. Es pumpt bis zu 5.000 Liter Blut pro Minute in den gigantischen Körper. Zum Vergleich: Das menschliche Herz presst im Normalfall pro Minute etwa fünf Liter aus dem Inneren des Herzens in den Körper.

Forschern ist es sogar gelungen, ein Elektrokardiogramm (EKG) bei einem 15-jährigen Blauwal aufzuzeichnen. Die Ergebnisse waren verblüffend:

Sobald der Wal in die Tiefe taucht, sinkt seine Herzrate stark ab. Sein großes Herz schlägt dann nur zwei bis achtmal pro Minute.

Sobald das größte Säugetier der Welt zum Atmen wieder an die Wasseroberfläche kommt, beginnt sein Herz sehr schnell zu schlagen; es schafft in kurzer Zeit 30 bis 37 Schläge pro Minute.

Laut den Forschenden bewegt sich das Herz des Blauwals damit an den Grenzen des biologisch Möglichen. Kein Wunder, dass das größte Säugetier der Welt einen gewaltigen Atemzug hat.

Die riesige Wasserfontäne des Blauwals kann bis zu zwölf Meter hoch werden.
Die riesige Wasserfontäne des Blauwals kann bis zu zwölf Meter hoch werden.  © 123RF/izanbar

Größtes Säugetier hat viel Puste

Der Blauwal könnte mit einem Atemzug circa 2.000 Luftballons aufpusten. Mit seinen zwei Blaslöchern erzeugt das größte Säugetier der Welt einen V-förmigen Blas. Die bisher größte gemessene Wasserfontäne war zwölf Meter hoch.

Wenn Blauwale tauchen, können sie die Luft bis zu zwanzig Minuten anhalten. Sie können bis über 150 Meter tief tauchen.

Blauwale sind lauter als Düsenjets

Der Blauwal hat keine gute Sehleistung, er hört umso besser. Dank des Hörsinns können die größten Säugetiere der Welt bis zu 1.600 Kilometer entfernte Töne wahrnehmen.

Blauwale kommunizieren in niedrigen Frequenzen von etwa 16 bis 100 Hertz miteinander. Ihre tiefen Töne können bis zu 188 Dezibel laut sein. Zum Vergleich: Ein Düsenjet erreicht bis zu 130 Dezibel.

Ihre tieffrequenten Töne liegen meist unterhalb des menschlichen Hörbereiches. Das größte Säugetier der Welt hat ein weiteres Sinnesorgan, das ebenso beeindruckend ist.

Effektive Nahrungsaufnahme durch großes sensorisches Organ

Damit er im Winter überleben kann, legt sich der Blauwal in den wärmeren Monaten Fettreserven zu. Ein komplexes System hilft dem größten Säugetier der Welt dabei, viel Nahrung effektiv aufzunehmen.

Die Zunge des Blauwals ist so massig wie ein Elefant. Sie wiegt etwa vier Tonnen. Wie alle Bartenwale besitzt der Blauwal keine Zähne, aber hunderte bis zu vier Meter lange Barten im Oberkiefer.

Diese Barten bestehen wie Menschenhaare und -nägel aus Keratin und nennen Fachleute auch "Fischbein". Die Bartenplatten bilden ein "Sieb", das die Nahrung aus dem Wasser filtert.

Ein Sensor am Kinn, so groß wie eine Pampelmuse, hilft dem Blauwal beim Beutefang. Dieses Sinnesorgan steuert die komplexen Kiefer- und Muskelbewegungen bei der Nahrungsaufnahme.

Sobald der Blauwal sein gewaltiges Maul öffnet, strömen etwa 80.000 Liter Wasser zwischen den Bartenplatten hindurch. Krill, Plankton und andere Kleinorganismen bleiben haften. Das größte Säugetier der Welt ernährt sich von den kleinsten Meereslebewesen.

Leider schlucken die Tiere laut Ökochecker des Südwestrundfunks (SWR) bis zu zehn Millionen Mikroplastikteile täglich.

Sein Magen kann etwa zwei Tonnen Nahrung fassen, pro Tag frisst er etwa 16 Tonnen Krill. Bei diesem gewaltigen Heißhunger entstehen jede Menge Ausscheidungen. Diese beeinflussen das Ökosystem der Ozeane maßgeblich!

Biolumineszierendes Plankton im Meer: Das Leuchten wird durch einen simplen chemischen Prozess ausgelöst.
Biolumineszierendes Plankton im Meer: Das Leuchten wird durch einen simplen chemischen Prozess ausgelöst.  © 123rf/aquir

Blauwalnachwuchs trinkt 250 Liter Milch pro Tag

Die Weibchen der größten Säugetiere der Welt sind etwa alle drei bis zwölf Jahre trächtig. Das Kalb kommt nach etwa zehn bis zwölf Monaten auf die Welt, mit der Schwanzflosse voraus. Es hat die typische blassblaue Rückenfärbung.

Neugeboren ist es bereits sieben Meter lang und wiegt schon mehr als zwei Tonnen. Damit es schnell wachsen kann, ist die Milch sehr fetthaltig. Es trinkt rund 250 Liter Milch pro Tag.

Nach etwa drei Jahren bei seiner Mutter setzt das Waljunge seinen Weg alleine fort.

Größte Säugetiere düngen das Lebenselixier der Ozeane

Da sie so viel Nahrung aufnehmen, scheiden Bartenwale, zu denen der Blauwal gehört, viele Nährstoffe wieder aus. Das in den Ausscheidungen enthaltende Eisen düngt das Phytoplankton.

Diese einzelligen Pflanzen bilden die Basis der gesamten Nahrungskette in den Ozeanen. Sie produzieren die Hälfte des in der Atmosphäre vorhandenen Sauerstoffs und binden durch Fotosynthese jede Menge CO₂.

Aufgrund des Walfangs sind nicht nur die Blauwale stark bedroht, insgesamt verringerte sich in den letzten 100 Jahren auch die Menge des Phytoplanktons erheblich.

Der Blauwal macht keine Sprünge aus dem Wasser so wie beispielsweise der Buckelwal.
Der Blauwal macht keine Sprünge aus dem Wasser so wie beispielsweise der Buckelwal.  © 123rf/adwadw

Sanfte Riesen sind stark bedroht: Wer rettet das größte Säugetier der Welt?

Die größten Säugetiere der Welt gelten laut der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet. Trotz des Verbotes werden sie noch immer gejagt, ihr Bestand hat sich stark dezimiert. Ihr Gesamtbestand wird auf weltweit etwa 10.000 bis 25.000 Tiere geschätzt.

Vor allem die Fischerei, der für Wale zu laute Schiffsverkehr und die Meeresverschmutzung setzen dem größten Säugetier der Welt enorm zu.

Um die gewaltigen Riesen zu schützen, arbeiten Forschende zum Beispiel mit Peilsendern an Blauwalen, um ihre Wanderrouten ausfindig zu machen und wiederum Schutzgebiete für sie zu begründen.

Wer den Forschenden helfen möchte, den Blauwal, das größte Säugetier der Erde, zu schützen, findet zum Beispiel auf der Seite des WWF ein Projekt zur Rettung der Blauwale.

In jeder Hinsicht ist der Blauwal ein faszinierendes Schwergewicht, was durch sein natürliches Verhalten einen gewaltigen Anteil an der Diversität der Meere hat!

Fazit: Größtes Säugetier der Welt ist ein faszinierendes Tier

Das größte Säugetier der Welt, scheinbar auch das größte der bisherigen Weltgeschichte, ist der Blauwal. Mit einer Länge von rund 33 Metern und dem Gewicht von etwa 180 Tonnen ist er ein echter Riese.

Beim Tauchgang bis zu 150 Meter Tiefe kann sein Herz die Frequenz auf bis zu zwei- bis achtmal die Minute verringern, um kurz danach, an der Wasseroberfläche, wieder bei 30 bis 37 Schlägen die Minute zu liegen. Wie der Kreislauf das schafft, scheint den Forschenden ein Rätsel zu sein. Sein Atemzug hinterlässt oberhalb des Meeres eine gewaltige Fontäne und im Ozean ist er lauter als ein Düsenjet.

Außerdem ist der Blauwal für die Düngung der Ozeane verantwortlich. Er versorgt damit das Phytoplankton, was CO₂ bindet und die Lebensgrundlage vieler verschiedener Tiere ist.

Das größte Säugetier der Welt fasziniert die Menschen. Sie sind jedoch seine gefährlichsten Widersacher. Der Blauwal ist stark bedroht: Walfang, Mikroplastik und eine menschengemachte starke Unterwasserakustik setzen den Blauwalbeständen arg zu.

Titelfoto: 123RF/vetre

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