So verlockend ein Tag am See auch ist: Das sind die 10 tödlichsten Fehler beim Baden
Deutschland – Treibt die Sonne das Quecksilber nach oben, flüchten sich die Sachsen gern ans und ins kühle Nass. Doch wie schnell aus ausgelassenem Badespaß tödlicher Ernst werden kann, zeigt die Statistik. Zehn Menschen starben 2025 (2024: 16) durch Ertrinken – und zwar "nur", weil der zweite Teil des Sommers verregnet war. "Das passiert mir schon nicht", ist dabei ein fataler Irrglaube. Das sind die zehn tödlichsten Fehler, die man beim Baden machen kann.
1. Alkohol
Der Genuss von Alkohol vor oder beim Baden ist einer der größten Risikofaktoren. Nicht nur, weil er die Menschen leichtsinnig werden lässt. Auch die Reaktionszeit ist deutlich verlangsamt und schon kleine Mengen Alkohol können die Regulation der Körpertemperatur sowie das Gleichgewicht im Wasser stören.
2. Selbstüberschätzung
Männer neigen gern zur Selbstüberschätzung. Kein Wunder also, dass 70 Prozent der im Vorjahr Ertrunkenen Männer waren. Problem: Sie orientieren sich daran, wie fit sie an Land sind. Deshalb sollte man im Wasser frühzeitig auf Warnzeichen wie schwere Atmung, brennende Arme oder das Gefühl, nicht voranzukommen, achten und umkehren. Im Notfall: Ruhe bewahren, auf den Rücken drehen, treiben lassen und versuchen, auf sich aufmerksam zu machen.
3. Kopfsprung ins Unbekannte
Vom Felsen kopfüber in den Stausee springen? Keine gute Idee. Die Sichttiefe in den meisten sächsischen Gewässern beträgt nur ein bis zwei Meter. Unter der Wasseroberfläche können sich Steine, Baumstämme oder auch flache Passagen verbergen. Mögliche Folgen können Schädelverletzungen, Genickbruch oder auch Bewusstlosigkeit und damit Ertrinken sein.
4. Überhitzung
Sich nach dem Sonnenbad erst mal abzukühlen, ist ein Fehler, den viele machen. Denn kühlt man den aufgeheizten Körper zu abrupt ab, kann das zu Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit oder sogar Herzrhythmusstörungen führen. So geht's richtig: erst mal Arme, Beine und Nacken mit Wasser abkühlen.
5. Alleingänge
Ein Krampf, eine Verletzung oder man hat sich in Algen verheddert: Da ist es gut, wenn man jemanden um Hilfe rufen kann. Ist hingegen niemand in der Nähe, können kleine Probleme tödlich enden. So geschehen viele Ertrinkungsunfälle innerhalb weniger Minuten und vor allem fast geräuschlos.
6. Strömungen unterschätzen
"Still und starr ruht der See"? Von wegen! Auch scheinbar ruhige Gewässer können durch Zu- und Abflüsse, Abbruchkanten oder auch Temperaturunterschiede in den Wasserschichten Strömungen aufweisen. Noch gefährlicher sind Flüsse, Kanäle oder Wehre. Überlebenswichtig: Gegen Strömungen anzuschwimmen, kostet Kraft. Man sollte stattdessen quer zur Strömung schwimmen und Hilfe suchen.
7. Warnhinweise ignorieren
Rote Flagge am Badestrand oder sogar Badeverbote: Wer Warnhinweise ignoriert, riskiert Leib und Leben. Denn Verbote werden nicht ohne Grund ausgesprochen. Typische Gefahren sind Schiffsverkehr, tiefe Strudel, Unterwasserhindernisse oder starke Strömungen. Auch wenn andere reingehen, bleibt die Gefahr!
8. Schwimmhilfen
Luftmatratzen und Schwimmtiere machen viel Spaß im Wasser. Doch wer glaubt, damit nicht untergehen zu können, der irrt. Solche Schwimmhilfen sind Spielzeuge, keine Rettungsmittel! Durch Wärme können sie Luft verlieren oder platzen. Man kann von ihnen runterrutschen oder zu weit vom Ufer wegtreiben. Deshalb: Niemals auf solche Utensilien verlassen!
9. Gesundheitliche Probleme ignorieren
Häufig passieren Badeunfälle aufgrund von gesundheitlichen Problemen. Denn Herz, Kreislauf und Atmung werden im Wasser ganz anders belastet. Risikofaktoren sind: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Epilepsie, Erschöpfung, Krankheitsgefühl und Unwohlsein. Wer sich nicht gut fühlt, sollte niemals schwimmen gehen!
10. Kinder "nebenbei" beaufsichtigen
Ein Blick aufs Handy genügt und plötzlich ist das planschende Kind verschwunden. Ein Horrorszenario! Problem: Kinder können in kürzester Zeit in Not geraten und ertrinken meist ganz still.
Deshalb niemals, wirklich niemals, Kinder im Wasser unbeaufsichtigt lassen!
Titelfoto: Bildmontage: 123RF, Thomas Türpe