Nach Polizeischüssen in Trier: Täter soll mit langem Messer auf Beamte zugelaufen sein
Von Bernd Glebe
Trier - Nachdem ein 34 Jahre alter Mann am Samstag in Trier durch Schüsse der Polizei verletzt worden war, hat die Staatsanwaltschaft weitere Details des Vorfalls bekanntgegeben.
Demnach haben die Polizisten auf den Mann geschossen, weil dieser mit einem großen gezogenen Messer auf sie zugelaufen gekommen sei.
Sie hätten damit gerechnet, dass der Mann auf sie einstechen werde, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Beamten hätten daher aus ihren Dienstpistolen zwei Schüsse auf die Beine des Verdächtigen abgegeben. Der 34-Jährige sei an Fuß und Bein getroffen worden.
Der Mann war am Samstagnachmittag zunächst mit einem Küchenmesser in der Hand in der Fußgängerzone unterwegs und hatte mehrere Passanten angesprochen. Nach zahlreichen Notrufen kam es zum Einsatz der Polizei.
Die Polizisten hatten den Mann laut Staatsanwaltschaft mehrfach aufgefordert, das Küchenmesser, mit dem er mehrfach Stichbewegungen gemacht habe, niederzulegen.
Dem sei der Mann nicht nachgekommen. Stattdessen habe er unvermittelt ein großes Messer mit einer Klingenlänge von 23 Zentimetern gezogen, das er unter seiner Jacke getragen haben soll.
Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags
Als er auf die wenige Meter entfernten Beamten zugelaufen sei, kam es den Angaben zufolge zur Schussabgabe.
Der Mann kam in ein Krankenhaus und wurde operiert. Er sei noch in intensivmedizinischer Behandlung. Sein Gesundheitszustand sei stabil, wie Oberstaatsanwalt Manfred Stemper mitteilte.
Ein Verfahren wegen versuchten Totschlags sei gegen den Mann eingeleitet worden. Die Ermittlungen dauerten an.
Zeugen des Geschehens sollten sich bei der Polizei melden, hieß es. Auf einem Hinweisportal gebe es die Möglichkeit, den Ermittlern Videos und Fotos bereitzustellen.
Die Ermittler bitten insbesondere einen Zeugen, der die Polizeibeamten kurz vor dem Schusswaffeneinsatz mit den Worten "Vorsicht, der hat eine Machete" darauf hingewiesen habe, dass der Tatverdächtige ein weiteres Messer mitführe, sich bei der Polizei zu melden.
Titelfoto: Florian Blaes/Blaes/dpa

