Nach RP-Wahl: Sondierungen von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz beginnen

Mainz - Machtwechsel in Rheinland-Pfalz: Bei der Landtagswahl haben die Christdemokraten nach fast 35 Jahren die regierenden Sozialdemokraten klar auf Platz zwei verwiesen. Alle Informationen findet Ihr in unserem Ticker.

Machtübergabe in Rheinland-Pfalz: SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer (52, l.) gratuliert dem designierten Nachfolger Gordon Schnieder (50, CDU).  © Andreas Arnold/dpa

Nach dem vorläufigen Ergebnis des zuständigen Landeswahlleiters kam die CDU am Sonntag mit ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder (50) auf 31,0 Prozent, sie steigerte ihr Ergebnis im Vergleich zur Landtagswahl 2021 um 3,3 Punkte. 

Die seit 35 Jahren in dem Bundesland regierende SPD mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer (52) verlor im Vergleich zu 2021 knapp zehn Prozentpunkte und stürzte auf 25,9 Prozent der Stimmen ab. So schlecht hatte sie nie bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz abgeschnitten.

Die AfD erreichte von allen Parteien die höchsten Zuwächse. Sie konnte ihr Ergebnis von 2021 (8,3 Prozent) mehr als verdoppeln und erreichte dadurch mit stolzen 19,5 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

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Die Grünen erhielten 7,9 Prozent der Stimmen, bei der vorherigen Wahl waren es noch 9,3 Prozent gewesen.

Der Landtag in Mainz wird künftig ein Vier-Parteien-Parlament sein, denn sowohl FDP (2,1 Prozent) als auch Freie Wähler (4,2 Prozent) verpassten den Wiedereinzug deutlich. Auch die Linke scheiterte mit 4,4 Prozent deutlich.

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26. März, 7.03 Uhr: Sondierungen von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz beginnen

Vier Tage nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wollen CDU und SPD heute mit ihren Sondierungen beginnen. Ziel ist eine schwarz-rote Koalition unter Führung von Gordon Schnieder (50, CDU) als Ministerpräsident.

Es wäre die erste große Koalition in dem Bundesland. Eine andere Option gibt es nach der Wahl nicht, weil beide Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben.

Wo genau sich die Vertreter beider Parteien treffen, wurde nicht bekannt. Auch der genaue Zeitpunkt am Nachmittag blieb unklar.

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Mit dem scheidenden SPD-Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (52, l.) und seinem designierten Nachfolger Gordon Schnieder (50) von der CDU gehen die beiden Parteien am Donnerstag in die Sondierungsgespräche.  © Florian Wiegand/dpa

25. März, 13.29 Uhr: AfD-Überraschung! Michael Büge stich Jan Bollinger aus

Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD gibt es einen Wechsel an der Spitze der nun stärksten Oppositionsfraktion.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Michael Büge gewählt. Der 60-Jährige löst damit Jan Bollinger ab, der bisher der Fraktionsvorstand war und der die AfD als Spitzenkandidat in die Landtagswahl geführt hatte.

Michael Büge ist in Rheinland-Pfalz der neue Fraktionschef der AfD.  © Hannes P. Albert/dpa

25. März, 13.21 Uhr: Katrin Eder ist neue Grünen-Fraktionschefin

Die noch amtierende Klimaschutzministerin und Spitzenkandidatin, Katrin Eder, ist die neue Fraktionschefin der oppositionellen Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag. Die 49 Jahre alte Mainzerin folgt auf Pia Schellhammer. 

Die 41 Jahre alte Rheinhessin, die seit 2023 an der Spitze der Fraktion stand, wird Parlamentarische Geschäftsführerin in der Fraktion. Beide Frauen seien einstimmig gewählt worden, teilte die Fraktion nach ihrer ersten Sitzung nach der Wahl mit.

24. März, 18.15 Uhr: CDU lädt SPD in Rheinland-Pfalz zu Sondierungen ein

Die CDU Rheinland-Pfalz hat die SPD zwei Tage nach der Landtagswahl zu Sondierungsgesprächen eingeladen. Ziel ist die Vorbereitung von Koalitionsverhandlungen. Das teilte eine CDU-Sprecherin mit.

Die Gespräche sollen am Donnerstagnachmittag unter Führung des abgewählten Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (52) von der SPD und seinem voraussichtlichen Nachfolger Gordon Schnieder für die CDU beginnen.

An einer großen Koalition unter einem CDU-Ministerpräsidenten Schnieder geht nach dem vorläufigen Wahlergebnis vom Sonntag nichts vorbei. Ein Bündnis mit den Rechtspopulisten von der AfD haben beide große Parteien ausgeschlossen. Eine rot-grüne oder schwarz-grüne Koalition hätte keine Mehrheit. Andere Parteien haben es nicht in den Landtag geschafft.

Gordon Schnieder (50, CDU), Wahlsieger und voraussichtlich zukünftiger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, will mit der SPD sondieren.  © Helmut Fricke/dpa

23. März, 22.26 Uhr: Daniela Schmitt zieht sich von FDP-Landesspitze zurück

Dem Absturz der FDP bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz folgen personelle Konsequenzen: Spitzenkandidatin Daniela Schmitt wird den Landesvorsitz abgeben. Bei einer im Mai vorgesehenen Wahl eines neuen Vorstandes werde sie nicht mehr antreten, sagte sie am Abend der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 

"Dieses Ergebnis ist für uns ein tiefer Einschnitt", teilte Schmitt nach einer Sitzung des Landesvorstandes mit. "Ich trage als Spitzenkandidatin und Vorsitzende der Partei dafür die Verantwortung." Für sie bedeute das, im Sinne der Partei nun für einen geordneten Übergang mit einem klaren Fahrplan zu sorgen. 

23. März, 19.33 Uhr: CDU-Chef Gordon Schnieder führt die Gespräche mit der SPD

Gordon Schnieder wird die Verhandlungen mit der SPD über ein Regierungsbündnis in Rheinland-Pfalz führen.

Bei einer Sitzung des Landesvorstands der Christdemokraten sei der Landeschef und CDU-Spitzenkandidat offiziell damit beauftragt worden, in die Gespräche mit der SPD einzutreten, sagte Generalsekretär Johannes Steiniger am Abend in Mainz. 

Die CDU wolle relativ schnell die Gespräche aufnehmen. Einen konkreten Zeitplan nannte der Generalsekretär jedoch noch nicht. Es komme aber nicht darauf an, möglichst schnell zu Ergebnissen zu kommen. "Wichtig ist, dass das, was rauskommt, eine verlässliche Grundlage ist für die nächsten Jahre", betonte Steiniger. "Wir brauchen eine stabile Landesregierung."

23. März, 18.44 Uhr: Alexander Schweitzer soll Koalitionsverhandlungen für SPD führen

Der abgewählte rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer soll für die SPD die Verhandlungen mit der CDU über eine große Koalition führen.

Das habe das SPD-Präsidium einstimmig beschlossen, sagte Parteichefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler nach der Sitzung in Mainz. Sie und die stellvertretenden Parteivorsitzenden Doris Ahnen und Sven Teuber nähmen an den Verhandlungen teil.

Alexander Schweitzer (SPD) soll Koalitionsverhandlungen für seine Partei führen.  © Andreas Arnold/dpa

23. März, 17.50 Uhr: Gordon Schnieder gibt Wahlverlierer SPD Zeit für Gespräche

Schnieder sagte, ihm sei bewusst, dass das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz für die dort seit 35 Jahren regierende SPD mit Schmerz verbunden sei. Er wolle sich im Landesvorstand am Montagabend Beschlussvorlagen für Gespräche mit den Sozialdemokraten einholen, gleichzeitig der SPD im Land allerdings auch die nötige Zeit geben, die sie es brauche.

Dem abgewählten Schweitzer zollte Schnieder Respekt und dankte ihm. Er habe Verantwortung für Rheinland-Pfalz übernommen, sagte Schnieder. Hervorragend sei gewesen, dass es in Rheinland-Pfalz einen in der Sache harten, aber sonst fairen Wahlkampf gegeben habe. Klar sei: "Ich möchte Ministerpräsident aller Menschen in Rheinland-Pfalz sein."

23. März, 17.31 Uhr: Alexander Schweitzer behält Landtagsmandat

Der abgewählte Ministerpräsident Alexander Schweitzer will trotz der Pleite in der Landespolitik weiter machen.

"Für mich bleibt es bei dem, was ich vor der Wahl gesagt habe: Ich werde nicht Minister", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Mein Mandat werde ich behalten."  Es gelte jetzt nach vorn zu schauen, sagte er.

"Ich habe immer gesagt: Erst das Land, dann die Partei." Für die SPD bedeutet dies jetzt auch, dass sie ihre Verantwortung für das Land und eine mögliche Regierungsbeteiligung neu definieren müsse. "Eine mögliche neue Regierungskoalition zeigt augenblicklich zwei Parteien in einer vergleichbaren Größe", sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die sich abzeichnenden Sondierungsgespräche mit der CDU. "Ich bin sortiert, die SPD ist sortiert." Die Wahl vom Sonntag sei eine tiefe Zäsur.

23. März, 13.05 Uhr: Politik-Experte sagt CDU schwieriges Regieren voraus

Der wohl künftige CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder (CDU), wird es bei der Bildung einer neuen Regierung nach Ansicht eines Experten nicht leicht haben.

Die Partei habe nach 35 Jahren in der Opposition keine Regierungserfahrung im Land: Und die SPD werde es der CDU bei möglichen Koalitionsverhandlungen nicht leicht machen, sagte der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun (63).

Schnieder übernehme eine Staatskanzlei und Ministerien, die "noch recht stark sozialdemokratisch geprägt" seien. In einer Koalition sei es für die CDU keine leichte Aufgabe, "jetzt die christdemokratische Politik, die sie im Wahlkampf versprochen haben, auch umzusetzen." Spannend werde auch, wen Schnieder für Regierungsämter nominieren werde. "In der Tat wäre es von Vorteil, wenn man auch Regierungserfahrene gewinnen würde. Aber das ist nach 35 Jahren Opposition nicht leicht."

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