BSW wählt Spitzenkandidat, doch es gibt heftige Diskussionen
Von Simon Kremer
Magdeburg - Bei der Wahl der Kandidatenliste des BSW in Sachsen-Anhalt für die Landtagswahl hat es heftige Debatten gegeben.
Der Co-Landesvorsitzende Thomas Schulze wurde mit 70,7 Prozent der Stimmen auf Vorschlag des Landesvorstands zum Spitzenkandidaten gewählt. Bei der Vorstellung der Kandidaten wurden jedoch erneut Unstimmigkeiten innerhalb des BSW-Landesverbands deutlich.
Insgesamt vier Parteimitglieder wollten zunächst für den Listenplatz eins kandidieren. In den Vorstellungsreden wurde der Co-Vorsitzende Schulze heftig angegriffen.
Er zweifle an dessen Führungsfähigkeiten, sagte Andreas Schwager aus dem Burgenlandkreis.
Schulze habe es versäumt, den Landesverband vor dem Beginn des Wahlkampfs zu formen und hinter sich zu bringen. "Er hat es auch zu verantworten, dass einige gute Leute uns verlassen haben."
Florian Thomas aus Wittenberg sprach von einer "klammheimlichen Krönung" der Spitzenkandidaten "ohne Rücksprache mit den Kreisverbänden". Es zeige sich eine Spaltung des Landesverbandes zwischen Norden und Süden, sagte Katrin Jährling-Fricke. Spitzenkandidat Schulze selbst verwies in seiner Kandidatenrede auf die Bedeutung der Landtagswahl im September. "Wir werden in Sachsen-Anhalt politisch nur Erfolg haben, wenn wir geeint als Team antreten."
Ein zentraler Punkt des Wahlprogramms ist unter anderem eine Absage an die Wehrpflicht. Zudem will die Partei mit einer Senkung der Strompreise und staatlichen Eingriffen für bezahlbare Energie in den Landtagswahlkampf ziehen.
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Umfragen sahen das BSW zuletzt bei rund sechs Prozent.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
