Von Hannan el Mikdam-Lasslop
Magdeburg - Fällt der Sommer ins Wasser? In Sachsen-Anhalt fehlen vielerorts Rettungsschwimmer für die anstehende Freibadsaison.
Vor allem mangele es an ausgebildeten Bademeistern, die hauptberuflich in den Schwimmbädern arbeiten könnten, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen-Anhalt der Deutschen Presse-Agentur. Als Folge hätten manche Schwimmbäder kürzer geöffnet, besonders im ländlichen Raum, hieß es.
Etwa in Halle und Magdeburg werden aktuell Rettungsschwimmer gesucht. Ob deshalb Bäder in diesem Sommer früher schließen müssten, können die Stadtverwaltung Magdeburg und die Bäder Halle GmbH bisher nicht sagen. Das Nordbad in Halle soll aber wie geplant öffnen.
Bereit für den Sommer ist das Erlebnisbad Roßlau in Dessau-Roßlau: Schon jetzt gibt es nach Angaben der Stadt ausreichend Rettungsschwimmer.
Für die kommende Saison wurde ein neuer Mitarbeiter eingestellt, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Mangel an Rettungsschwimmern und Bademeistern hauptsächlich auf dem Land ein Problem
Der Mangel an Fachkräften betrifft hingegen die beiden Freibäder der Kleinstadt Möckern im Jerichower Land. Sollten sich nicht genug neue Rettungsschwimmer finden, helfe in diesem Sommer die Wasserwacht aus. Eventuell müssten dennoch Öffnungszeiten verkürzt werden, so die Stadtverwaltung.
Dass zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben, hat laut der DLRG unter anderem mit den Arbeitszeiten und der Bezahlung zu tun. Arbeiten, wenn andere Urlaub machen, sei für viele nicht ansprechend, erklärte Holger Friedrich vom DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Den Mangel an gelernten Bademeistern verdeutlichen Zahlen des Landesschulamtes in Sachsen-Anhalt. Etwas weniger als die Hälfte der Ausbildungsplätze für Bademeister an der Berufsschule bleibt demnach unbesetzt.
Friedrich vom DLRG-Landesverband sorgt sich um die Zukunft des Berufs. Sicht liegt das unter anderem an den Kommunen: Diese könnten selbst entscheiden, ob sie ein Schwimmbad betreiben wollen. Wenn Geld für Personal oder eine Renovierung fehle, führe das dann teilweise zur Schließung der Bäder, so Friedrich.
Besonders auf dem Land hätten Leute kaum noch die Möglichkeit, ein Schwimmbad in ihrer Nähe zu besuchen.