Rettungshubschrauber jetzt 24/7 einsetzbar, doch Sachsen-Anhalts Norden geht leer aus
Von Christopher Kissmann
Magdeburg - Kein eigener Hubschrauber in der Altmark, dafür ein nachtflugfähiger Hubschrauber in Magdeburg – die Luftrettung in Sachsen-Anhalt soll nach Plänen des Innenministeriums reformiert werden.
"Mit der Ausweitung des Rettungshubschraubers am Standort Magdeburg auf einen 24/7-Betrieb wird die notärztliche Versorgung des nördlichen Landesteils in den Nachtstunden erheblich verbessert", sagte Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) der Deutschen Presse-Agentur.
"Sachsen-Anhalt verfügt mit zukünftig zwei in Sachsen-Anhalt stationierten, rund um die Uhr im Einsatz befindlichen Rettungshubschraubern über eine der besten Versorgungen in den Nachtstunden bundesweit."
Schon seit mehreren Jahren wird in Sachsen-Anhalt darüber diskutiert, ob ein eigener Hubschrauber im Norden des Landes benötigt wird.
Insgesamt stehen derzeit drei Rettungshubschrauber zur Verfügung: zwei in Oppin bei Halle ("Christoph Sachsen-Anhalt" und "Christoph Halle") sowie einer in Magdeburg ("Christoph 36"). Doch bisher ist nur "Christoph Sachsen-Anhalt" rund um die Uhr einsatzfähig, die anderen beiden fliegen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Im vergangenen Jahr wurden die drei Rettungshubschrauber insgesamt 2318 Mal alarmiert.
Rettungshubschrauber in Sachsen-Anhalt werden nicht in die Altmark oder Börde verlegt
Ferner werden die Menschen in Sachsen-Anhalt bei Notfällen mit acht weiteren Hubschraubern aus anderen Bundesländern versorgt. Im Notfall wird der nächstgelegene Rettungshubschrauber alarmiert.
"Im Tagesbetrieb werden im Norden des Landes auch weiterhin fünf Rettungshubschrauber im Einsatz sein und alle nördlichen Landkreise vollständig abdecken", sagte Zieschang.
Gesundheitsexperten hatten zuvor in einem Gutachten empfohlen, dass der in Magdeburg stationierte Hubschrauber rund um die Uhr eingesetzt werden sollte. Sie schlugen zudem vor, den Standort von Magdeburg weiter nordwestlich in den Bereich Haldensleben (Landkreis Börde) zu verlegen.
Doch zur Verlegung des Standorts in den Landkreis Börde kommt es nicht. Aus Sicht des Innenministeriums gibt es "erhebliche praktische Umsetzungsschwierigkeiten".
Auch in der Altmark hatte man sich Hoffnungen gemacht, dass ein Hubschrauber in Stendal stationiert werden könnte. Davon rieten die Gutachter jedoch ab.
Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

