Wendemark - Seit Jahren werden Beate Klebe (64) und ihr Sohn in ihrem Zuhause in Wendemark (Landkreis Stendal) immer wieder Opfer von Sachbeschädigungen und roher Gewalt. Jetzt ist die Situation so heftig eskaliert, dass die Rentnerin einen Schlussstrich zieht.
Die lungenkranke 64-Jährige fühlt sich seit Langem in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Vor rund zwei Wochen kam es zum bislang schlimmsten Vorfall.
Ein der Polizei bekannter Mann soll mit einer Eisenstange auf die Haustür eingeschlagen und mit mehreren Tritten versucht haben, in das Haus zu gelangen, berichtet der MDR. "Wenn die Tür nach innen aufgegangen wäre, wäre er mit der Eisenstange drinnen gewesen", erinnert sich Klebe in der Sendung an den traumatischen Tag.
Für Beate Klebe steht inzwischen fest: Sie will weg und kommt nicht mehr zurück. Gemeinsam mit ihrer Familie und Freunden bleibt ihr nichts anderes übrig, als wegzuziehen.
Sie lebe bereits seit fast 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Sohn in dem abgelegenen Haus im Kreis Stendal. In den letzten drei Jahren wurde ihnen das Leben dort durch einen Nachbarn immer wieder zur Hölle gemacht.
Zunächst wurde unter anderem Buttersäure in das Haustürschloss geschüttet, später wurden Zäune beschädigt, Überwachungskameras zerstört und die Fassade mit Farbe beschmiert. Aufgrund sogenannter Krähenfüße, welche vor dem Grundstück durch den Übeltäter ausgelegt wurden, verletzte sich die 64-Jährige zuletzt sogar am Fuß.
Klebe fühlt sich von den Behörden nicht geschützt
Insgesamt sollen 13 Strafanzeigen gegen den unerwünschten Besucher registriert sein. Allein der jüngste Vorfall wurde nach Angaben der Familie von einem Dutzend Kameras aufgezeichnet.
Warum es zu den zahlreichen Eskalationen kam, ist bislang unklar. Klebe fühlt sich von den Behörden nicht ausreichend geschützt, erklärt sie gegenüber dem MDR.
"Wir kriegen keinen Schutz. Er hätte uns erst verprügeln müssen bis zum Gehtnichtmehr. Dann hätten wir vielleicht Schutz bekommen", so Klebe weiter.
Auch ihr Schwiegersohn Torsten Seyfferth, selbst Polizist in Bayern, sieht Versäumnisse. Unter anderem habe es keine ausreichende Opferberatung gegeben. Die Polizei wollte sich zu dem konkreten Fall bislang nicht äußern.
Der Bürgermeister Tim Homann (33, parteilos) der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck bedauert den Wegzug der Familie sehr. "Das ist sehr traurig, dass das Ganze so eskaliert ist und Frau Klebe hier nicht mehr in Ruhe wohnen kann", sagt er.
Für die 64-Jährige ist das Kapitel Wendemark damit beendet. Sie will nie wieder in ihr altes Zuhause zurückkehren.