Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Parteien starten in Wahlkampf-Endspurt

Magdeburg - Endspurt! In drei Tagen, am 6. September, wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Es könnte ein Machtwechsel bevorstehen.

In Sachsen-Anhalt steht am 6. September die Landtagswahl an.  © Friso Gentsch/dpa

Wenige Tage vor der Landtagswahl zeichnet sich in Sachsen-Anhalt ein deutliches Bild ab: Die AfD liegt in der aktuellen Umfrage von Infratest dimap mit 42 Prozent weit vor der CDU. Für die Parteien dahinter wird es teilweise eng.

Die CDU kommt auf 22 Prozent, die Linke erreicht elf Prozent. Dahinter folgen SPD und Grüne mit acht beziehungsweise sechs Prozent. BSW und FDP müssten dagegen um den Einzug in den Landtag bangen. Das BSW liegt bei vier, die FDP bei drei Prozent.

Damit dürfte auch die Frage nach der künftigen Regierungsbildung spannend werden. Das derzeitige Bündnis aus CDU, SPD und FDP hätte in dieser Konstellation keine Mehrheit.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt AfD holt 46 Prozent in Sachsen-Anhalt? Umfrage ist ein Fake!

Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr im TAG24-Liveticker.

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3. September, 19.11 Uhr - Ex-SPD-Chef Gabriel über AfD: "Sorge, was die mit denen machen, die anders denken"

Bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Wernigerode warf Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel (66) der AfD das Schüren von Hass vor. "Das, finde ich, ist das Schlimmste an dieser Partei", so der 66-Jährige.

Parteien seien zwar Wettbewerber oder Konkurrenten, "aber nie Feinde". "Wenn du denen zuhörst, musst du Sorge davor haben, was die mit denen machen, die anders denken, wenn sie an die Regierung kommen", sagte Gabriel.

Hass würde auch immer in Gewalt enden und Europa brauche jetzt aber besonders Zusammenhalt. "Wer da raus will wie die AfD, der wirft uns der Welt zum Fraß vor", meinte der SPD-Mann abschließend.

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Sigmar Gabriel (66, SPD) beim Wahlkampfabschluss der SPD in Wernigerode.  © Matthias Bein/dpa

3. September, 18.06 Uhr: Demos legen Magdeburger Innenstadt lahm

Am Wahlwochenende werden in der Landeshauptstadt zahlreiche Demonstrationen erwartet. Aktuell sind bereits 16 angemeldet, es können aber weitere hinzukommen.

Für die Demos müssen zeitweise Straßen im Innenstadtbereich gesperrt werden. Wann und wo genau Ihr aufpassen müsst, lest Ihr im TAG24-Artikel "Wahl-Wochenende in Magdeburg: Zahlreiche Demos sorgen für Sperrungen".

3. September, 17.55 Uhr: Parteien starten in den Wahlkampf-Endspurt

Nur noch wenige Tage bleiben bis zur Landtagswahl. Die Parteien haben aber dennoch für Donnerstag, Freitag und Samstag weitere Wahlveranstaltungen geplant.

CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze (47) sowie AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) sind in Magdeburg präsent. Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern (49) ist zusammen mit prominenten Parteikollegen Heidi Reichinnek (38), Gregor Gysi (78) und Dietmar Bartsch (68) in Magdeburg und Halle unterwegs, Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) kämpft mit Bundesspitze Felix Banaszak (36) in Halle und Naumburg um Wählerstimmen.

Selbst am Samstag, einen Tag vor der Wahl, finden noch Wahlkampfabschlussfeiern und -events statt.

Selbst wenige Tage vor Wahl finden noch Wahlkampfveranstaltungen statt.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

3. September, 14.29 Uhr: Wahl-o-mat über eine Million Mal genutzt

Der Wahl-o-mat wurde so oft geklickt wie noch nie: Bis Mittwochnachmittag wurde das Tool 1.028.550-mal genutzt. Gezählt wurden dabei nur die Aufrufe, wo alle 38 Fragen beantwortet wurden.

Im Vergleich zu den Landtagswahlen in 2021 ist diese Zahl über doppelt so hoch.

Der "Wahl-O-mat" zeigt den Nutzern 38 Thesen, bei denen sie zwischen "Stimme zu", "Neutral" und "Stimme nicht zu" auswählen können. Anschließend werden die Antworten mit den Positionen der Parteien, die zur Wahl stehen, verglichen und zeigen, zu wie viel Prozent die Meinungen des Nutzers und der Parteien übereinstimmen.

3. September, 13.02 Uhr: Sziborra-Seidlitz verteidigt Ehemann nach Rechtsextremismus-Vorwürfen

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) hat sich erneut zur rechtsextremen Vergangenheit ihres Ehemanns geäußert. Dieser sei vor rund 30 Jahren zwar Teil eines rechten Freundeskreises gewesen, habe sich aber nie an Gewalttaten oder anderen Straftaten beteiligt.

Ihr Mann habe das Umfeld später aus eigener Überzeugung verlassen und sich von seinen damaligen Freunden gelöst, sagte Sziborra-Seidlitz der "Zeit". Heute sei er Demokrat und Antifaschist.

Die aktuelle Debatte sieht die Grünen-Politikerin auch als Teil des Wahlkampfs. Die Kampagne gegen ihren Mann solle ihrer Partei wenige Tage vor der Wahl "den Flow und das Momentum nehmen", sagte sie.

Susan Sziborra-Seidlitz (48, Grüne) wehrt sich gegen Vorwürfe über ihren Mann.  © Matthias Bein/dpa

3. September, 10.12 Uhr: Mehr als 1000 Wahlplakate beschädigt oder geklaut

Kurz vor der Landtagswahl zieht das Innenministerium eine unschöne Zwischenbilanz: Im bisherigen Wahlkampf wurden landesweit 1090 Fälle registriert, bei denen Wahlplakate beschädigt oder gestohlen wurden.

Damit liegt die Zahl deutlich über dem Niveau des Superwahljahres 2021. Zusätzlich wurden bislang 120 weitere Straftaten mit direktem Wahlkampfbezug bekannt. Dazu zählen unter anderem Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen gegen Politiker.

Für den Wahltag kündigt die Polizei deshalb ein großes Aufgebot an. Unterstützung soll dabei auch aus anderen Bundesländern kommen. Allein in Halle sind zwischen Freitag und Sonntag neun Demonstrationen angemeldet.

3. September, 7.29 Uhr: Bischof warnt vor AfD-Wahlerfolg

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer (65), hat sich besorgt über einen möglichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt gezeigt.

"Ich appelliere an die Mündigkeit der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt, ihr Gewissen zu schärfen", sagte Wilmer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Christinnen und Christen stünden für Nächstenliebe und die "unverhandelbare Würde jedes Menschen", betonte der Bischof mit Blick auf Migranten.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer (65), zeigte sich über einen Wahlsieg der AfD besorgt. (Archivbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

2. September, 19.15 Uhr: Willingmann kritisert AfD-Debatte um Altersarmut

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann (63) warf der AfD in der Wahlarena von Radio Brocken, RTL und ntv vor, ein falsches Bild von Altersarmut zu zeichnen.

Es gebe zwar ein "soziales Gerechtigkeitsproblem", das würde man aber nicht lösen, in denen man Menschen gegeneinander ausspielt, so Willingmann.

Die Annahme, dass Menschen nach jahrzehntelanger Erwerbsarbeit genauso viel Geld zur Verfügung hätten wie Bezieher von Grundsicherung, sei falsch, reagierte der SPD-Politiker auf die Aussagen der Blauen. Solche "Abgrenzungsbeispiele" würden nur zur Spaltung der Gesellschaft beitragen und keine Probleme lösen

2. September, 16.44 Uhr: Siegmund will bei Bildung härter durchgreifen

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) und der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) diskutierten bei einem Wahlduell von der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Volksstimme" auch über das Thema Bildung. Hier will die Rechtsaußen-Partei hart durchgreifen.

Der "Leistungsgedanke" und eine verpflichtende Empfehlung für die Schullaufbahn sollten im Vordergrund stehen, so Siegmund. Es solle nicht ein "Gefühl" über den Werdegang eines Schülers entscheiden, sondern die "Realität", so der 35-Jährige.

Siegmund wurde auf einen Vorschlag vom kulturpolitischen Sprecher der AfD, Hans-Thomas Tillschneider (48), angesprochen, dass auf Schulhöfen Wachmänner mit Tränengas postiert werden sollten, die bei Konflikten helfen sollen. Siegmund tat dies zunächst als Überspitzung ab, sagte dann aber: "Wir sehen das doch gar nicht für jede Schule. Wir sehen es für Problemschulen." Damit bezog er sich beispielsweise auf Schulen im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt, wo es laut Siegmund ein "Gewaltproblem" gäbe.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35).  © Hendrik Schmidt/dpa Pool/dpa

2. September, 14.05 Uhr: Siegmund will bei Wahlsieg Verfassungsschutz umbauen

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) will im Falle eines Wahlsiegs den Landesverfassungsschutz neu ausrichten. Das kündigte er am Mittwoch bei einem Duell mit Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) an.

Die Behörde solle sich künftig wieder auf Straftäter, Terroristen und Gewalttäter konzentrieren und "nicht mehr die Opposition bekämpfen", sagte Siegmund.

Schulze bekräftigte unterdessen, sich trotz Widerstands aus Berlin weiter für den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren einsetzen zu wollen.

Sven Schulze (47, CDU, l.) und Ulrich Siegmund (35, AfD, r.) diskutieren im TV-Duell von "Volksstimme" und "Mitteldeutscher Zeitung".  © Hendrik Schmidt/dpa

2. September, 13.32 Uhr: Deutsche-Bank-Chef warnt vor AfD-Regierung

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (56) hat eindringlich vor einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt gewarnt.

Sollte es dazu kommen, könnten sich internationale Investoren von Deutschland abwenden, sagte Sewing am Mittwoch beim Handelsblatt-Bankengipfel in Frankfurt am Main (Hessen). Abschottung und Nationalismus würden den Wirtschaftsstandort schwächen, Investitionen und Fachkräfte abschrecken sowie Wachstum gefährden.

Besonders deutlich wurde der Banker mit Blick auf einen von der AfD geforderten Austritt aus dem Euro. Dieser wäre nach seinen Worten "Gift für die deutsche Wirtschaft".

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