Magdeburg - Hitziger Schlagabtausch in Magdeburg! Am Montagabend trafen Sachsen-Anhalts MP Sven Schulze (46, CDU) und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) im Rahmen der anstehenden Landtagswahl beim Talk "RND vor Ort" aufeinander. Dabei dauerte es nicht lange, bis das Duell persönlich wurde.
Anlass war eine Frage der Moderatoren, wo die Arbeitskräfte der Zukunft herkommen sollen. Darauf sagte Siegmund: "Ganz sicher nicht aus dem Ausland." Die Zuwanderung sei bisher immer die einzige Antwort gewesen. "Wohin uns das gebracht hat, sehen wir."
Der AfD-Mann forderte, dass es eine "Vision für dieses Land" brauche, wobei es Sachsen-Anhalt "aus eigener Kraft" schaffen müsse. "Deswegen sagen wir: vollen Fokus auf eine vernünftige Familienpolitik", so Siegmund. Zugleich müsse mit einer schlankeren Verwaltung und neuen Technologien gegengesteuert werden.
Schulze konterte daraufhin: "Die Hauptfachkraft, Frau Weidel, kommt ja auch aus dem Ausland bei Ihnen", erinnerte er unter lautem Publikums-Applaus seinen Kontrahenten, der sofort entgegnete: "Das ist das Niveau. Das ist dann alles. Sie haben auch einen super Kanzler. Sie schämen sich ja sogar für den Kanzler."
Doch der Christdemokrat blockte ab: "Man kann auch mal anderer Meinung sein. Ich bin halt nicht die Marionette von Alice Weidel", schoss Schulze scharf gegen Siegmund und stellte klar: "Ich schäme mich für niemanden. Ich bin hier der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts."
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MP Sven Schulze sieht bei AfD keine Ansätze für kurzfristige Problemlösungen
Der MP betonte während der Debatte: "Wer die Einwanderung in gewisse Bereiche des Arbeitsmarktes hier verhindert, der nimmt Sachsen-Anhalt seine Chancen. Wir verlieren im Moment jeden Tag zwei Leute aus dem Arbeitsmarkt, die rausgehen, und nur einer [kommt nach]."
Schulze verwies zudem darauf, dass sich Siegmunds Ansatz mit dem Erzielen einer höheren Geburtenrate erst in 16 bis 20 Jahren auszahlen könnte. Eine kurzfristige Lösung sei das keinesfalls.
Dazu Siegmund: "Sie haben doch überhaupt keine langfristige Perspektive für dieses Bundesland", warf er Schulze vor. "Sie sagen die ganze Zeit, dass der Status quo erhalten bleiben muss. Das kann doch nicht unser Anspruch sein. Wir müssen doch mal wieder bergauf denken."
Sofort ging der CDU-Politiker dazwischen: "Das habe ich überhaupt nicht gesagt. Ich habe aber gesagt, wenn man eine langfristige Perspektive umsetzen will, dann muss man auch die kurzfristigen Probleme lösen. Das unterscheidet uns beide."
Schulze fragte deshalb ohne Umschweife, wie denn die AfD die kurzfristigen Probleme lösen wolle. Eine konkrete Antwort bekam er darauf von Siegmund nicht.