Haseloff will zurücktreten: Schulze soll noch vor Wahl Ministerpräsident werden

Magdeburg - Die Landtagswahlen sind noch gute neun Monate hin. Trotzdem soll Sachsen-Anhalt im Januar einen neuen Ministerpräsidenten bekommen, denn Reiner Haseloff (71, CDU) will vorzeitig auf sein Amt verzichten.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU, r.) will vorzeitig auf sein Amt verzichten und an Nachfolger Sven Schulze (46, CDU, l.) übergeben.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU, r.) will vorzeitig auf sein Amt verzichten und an Nachfolger Sven Schulze (46, CDU, l.) übergeben.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wie die Mitteldeutsche Zeitung aus Parteikreisen erfahren haben will, will Haseloff schon in wenigen Tagen von seinem jetzigen Amt zurücktreten und seinem Nachfolger Sven Schulze (46, CDU) Platz machen.

Der 71-Jährige bestätigte die Gerüchte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Am Sonntag wolle sich Schulze zunächst bei der turnusmäßigen Klausurtagung im Landkreis Mansfeld-Südharz Rückendeckung für das Manöver in den eigenen Reihen sichern.

Landesweit erste Grabung in ehemaligem KZ-Außenlager in Sachsen-Anhalt durchgeführt
Sachsen-Anhalt Landesweit erste Grabung in ehemaligem KZ-Außenlager in Sachsen-Anhalt durchgeführt

Am Montag wollen die Koalitionsparteien dann über die Pläne abstimmen. Die Inhalte des Koalitionsvertrages sollen auch unter Schulze übernommen und das Bündnis aus CDU, SPD und FDP weiter fortgeführt werden, damit das Land nicht "instabil" in den Wahlkampf gehe.

Erst im September müssen die Bürger Sachsen-Anhalts einen neuen Landtag und somit auch einen neuen Ministerpräsidenten wählen.

Jahrelang war die CDU stärkste Kraft und koaliert zurzeit mit SPD und FDP. Allerdings sagen Prognosen einen massiven Aufschwung für die gesichert rechtsextremistische AfD mit knapp 40 Prozent voraus.

Opposition kritisiert möglichen Rückzug

Die Oppositionsparteien in Sachsen-Anhalt kritisieren Haseloffs möglichen Rückzug. Martin Reichardt (56), der AfD-Landesvorsitzende, redet von einem "wirren und aufgescheuchten Verhalten" der CDU-Führung.

Reichardt merkte an, dass Haseloff den Wählern erst vor Kurzem versprochen habe, die vollständige Legislaturperiode über Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zu bleiben.

Als "völlig kopflos" und "eine absolute Gratwanderung" wurde die Situation von der Linken beschrieben.

Originalmeldung von 14.44 Uhr, zuletzt aktualisiert um 18.04 Uhr.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Mehr zum Thema Sachsen-Anhalt: