Weniger Straftaten, mehr Aufklärung: Polizei in Sachsen-Anhalt zieht Bilanz

Von Christopher Kissmann

Magdeburg - In Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr so viele Straftaten aufgeklärt worden wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) und Landespolizeidirektor Mario Schwan präsentierten am Dienstag die Polizeiliche Kriminalstatistik.
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) und Landespolizeidirektor Mario Schwan präsentierten am Dienstag die Polizeiliche Kriminalstatistik.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 57,4 Prozent. Die Quote ist damit die höchste seit dem Jahr 2012, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht.

Genau 99.167 Fälle konnten von der Polizei aufgeklärt werden.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Land weniger Straftaten erfasst als 2024. Genau 172.776 Taten wurden registriert, das sind 11.407 Fälle weniger als im Vorjahr.

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Einen Teil des Rückgangs erklärt das Innenministerium mit einer bundesweit geänderten statistischen Erfassung, aber auch ohne diesen Effekt hat es den Angaben zufolge einen Rückgang der erfassten Straftaten gegeben.

So sehen die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik im Detail aus:

Tatverdächtige

Im vergangenen Jahr wurden 63.873 Tatverdächtige erfasst, im Vorjahr waren es 67.886. Das ist ein Rückgang um 5,9 Prozent. Es gab insgesamt 16.764 nichtdeutsche Tatverdächtige, ihr Anteil sank damit auf 26,2 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 29,6 Prozent gewesen. 

Die Fallzahlen im Bereich der Jugendkriminalität sanken von 16.333 Fällen im Jahr 2024 auf 15.825 Fälle im Jahr 2025. Im Bereich der Jugendgewaltkriminalität wurden ebenso weniger Fälle registriert.

Diebstahl

Knapp ein Drittel aller registrierten Straftaten waren Diebstahlsdelikte (56.649 Fälle). Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um drei Prozent. Deutlich rückläufig waren etwa Fahrraddiebstähle mit einem Minus von 10,2 Prozent.

"Diebstahlsdelikte bildeten auch im vergangenen Jahr knapp ein Drittel der polizeilich registrierten Straftaten", sagte Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Schon einfache Vorsichtsmaßnahmen können helfen, es Dieben schwerer zu machen."

Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Gewalt, Messerangriffe

Mit 20.426 Fällen lag die Zahl der Körperverletzungsdelikte in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Bedrohungsdelikte stieg, die Taten finden zunehmend im Internet statt. Dagegen gab es weniger Raubdelikte.

Im Bereich der häuslichen Gewalt stiegen die Fallzahlen um 5,1 Prozent an auf 8819 Taten an. Insgesamt wurden 9185 Opfer registriert.

Zurückgegangen ist die Zahl der Taten, bei denen ein Angriff mit einem Messer angedroht oder ausgeführt wurde. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 876 Fälle, 2024 waren es noch 936 gewesen.

Auch die Anzahl der Messerangriffe ist zurückgegangen. (Symbolbild)
Auch die Anzahl der Messerangriffe ist zurückgegangen. (Symbolbild)  © 123rf/sdm1984

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern gingen auf 441 Fälle zurück - nach 511 im Vorjahr. Die Zahl der Vergewaltigungen sank minimal von 361 auf 352 Taten.

Allerdings gab es mehr sexuelle Belästigungen - 607 Fälle nach 576 im Jahr 2024. 

Rauschgiftkriminalität

Die Fallzahlen bei der Rauschgiftkriminalität sanken. Das ist unter anderem auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4544 Fälle registriert, nach 5887 im Jahr 2024.

Die sichergestellte Cannabis-Menge lag mit 687,4 Kilogramm auf dem höchsten Stand seit 1992. Zieschang forderte eine Rücknahme der Teillegalisierung.

"Nie zuvor sind in Sachsen-Anhalt so viele Menschen am Konsum von Drogen verstorben", sagte Zieschang. 2025 waren es 61, im Jahr zuvor waren es 48 gewesen.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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